Schweiz

Darbellays Rezepte gegen Migrationsprobleme

Aktualisiert am 21.01.2012 24 Kommentare

An der Delegiertenversammlung hat der CVP-Präsident klar gemacht: Es gibt keine Alternative zu neuen Bilateralen. Und er fordert weitere 100 Millionen gegen den starken Franken.

«Kein Arbeitslosengeld für alle, die weniger als sechs Monate inn der Schweiz arbeiteten»: Christophe Darbellay.

«Kein Arbeitslosengeld für alle, die weniger als sechs Monate inn der Schweiz arbeiteten»: Christophe Darbellay.
Bild: Keystone

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CVP-Präsident Christophe Darbellay hat an der heutigen Delegiertenversammlung in Einsiedeln SZ weitere Hilfsmassnahmen für die Wirtschaft verlangt. Und er will den Abschluss von neuen bilateralen Verträgen vorantreiben. «Vorrang hat ein Stromabkommen», sagte der CVP-Präsident vor rund 200 Delegierten und Parteimitgliedern. Für Darbellay gibt es keine Alternative zu den bilateralen Verträgen.

Um den bilateralen Weg aber sicher stellen zu können, müssten vor allem im Bereich der Migration zahlreiche Probleme gelöst werden, sagte Darbellay. Der Missbrauch im Bereich der Personenfreizügigkeit müsse konsequent bekämpft werden. Darbellay forderte unter anderem, dass jene Personen, die weniger als sechs Monate in der Schweiz gearbeitet haben, kein Arbeitslosengeld erhalten. Er appellierte auch an die Arbeitgeber, neue Mitarbeiter zuerst auf dem Schweizer Markt zu rekrutieren. «Und wir müssen die Prozesse im Asylwesen massiv kürzen», sagte er.

Zusätzliche 100 Millionen Franken

Im Hinblick auf das letzte Hilfspaket des Bundes als Reaktion auf den starken Franken, sagte Darbellay, dass zahlreiche Qualitätsprojekte auf der Strecke geblieben seien. Deshalb sprach er sich «für eine zweite Massnahme» aus – zu Gunsten von innovativen Entwicklungsprojekten.

Konkret forderte Darbellay, der auch die Wirtschaftskommission (WAK) des Nationalrats präsidiert, zusätzliche 100 Millionen Franken vom Bund. «Geben wir der Innovation eine Chance», sagte er. Das sei ein Weg, um Frankenstärke und Margendruck bewältigen zu können.

Ja zur Buchpreisbindung

Weiter beschlossen die Delegierten in Einsiedeln die Parolen für die eidgenössischen Abstimmungen vom 11. März 2012. Nein sagten sie zu den Volksinitiativen «6 Wochen Ferien für alle» und «Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen». Ja sagten die Versammelten zur Buchpreisbindung, zur Bauspar-Initiative und zur Initiative «Für Geldspiele im Dienste des Gemeinwohls».

Zum Schluss der Versammlung betonte CVP-Bundesrätin Doris Leuthard in ihrer Rede, dass in diesen schwierigen wirtschaftlichen Zeiten einerseits Orientierungshilfen für die Menschen gefragt seien. Andererseits aber auch Mut zu grossen Taten, um neue Wege zu beschreiten. Gerade in der Klima- und Energiepolitik seien nun «grosse Würfe» gefragt, wenn die Wende erreicht werden solle, fügte die Bundesrätin an. Für die neue Mitte sei der Aufbruch eine Chance. Die Menschen bräuchten Stabilität, Sicherheit und Zukunftsperspektiven.

Zahlreiche Orientierungspunkte seien in letzter Zeit verloren gegangen. So habe sich die Parteienlandschaft beispielsweise zu einem Puzzle gewandelt. Oder vieles, was heute neu sei, sei bereits morgen wieder veraltet. (ami/sda)

Erstellt: 21.01.2012, 20:24 Uhr

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24 Kommentare

will williamson

21.01.2012, 22:25 Uhr
Melden 63 Empfehlung 0

Ungeheure Weisheiten, die an dieser Delegiertenversammlung verbreitet wurden! Mut zu grossen Taten? Was für welche? Neue Wege beschreiten? Wohin? Grosse Würfe in der Klimapolitik? Wenn das Klima denn auf di e CVP hörte! Vieles, was heute neu sei, sei morgen wieder veraltet. War das nicht schon immer so? Für mich CVP"Wischiwaschi". Antworten


Christoph Geiser

21.01.2012, 21:12 Uhr
Melden 59 Empfehlung 0

Die Menschen brauchen keine Orientierungshilfe. Es sind die Entscheidungsträger welche die Probleme der globalisierten Welt nicht in den Griff kriegen. Antworten



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