Schweiz

Darbellay: «Hasskampagne auf tiefstem Niveau»

Aktualisiert am 19.01.2010 15 Kommentare

Die Parteien erwarten von der Schweizer Post nach den jüngsten Turbulenzen an der Konzernspitze eine Rückkehr zur Normalität. SVP-Präsident Toni Brunner spricht von einem Scherbenhaufen.

«Es muss wieder Ruhe einkehren im Verwaltungsrat und in der Post»:  CVP-Präsident Christophe Darbellay.

«Es muss wieder Ruhe einkehren im Verwaltungsrat und in der Post»: CVP-Präsident Christophe Darbellay. (Bild: Keystone)

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CVP-Präsident Christophe Darbellay hat den sofortigen Rücktritt von Post-Verwaltungsratspräsident Claude Béglés als Resultat einer Hasskampagne auf tiefstem Niveau bezeichnet. Diese sei mit Unterstützung von PR-Beratern von der alten Postgarde geführt worden. Man habe offensichtlich Angst vor jemandem, der mit neuen Ideen eine Debatte zur Zukunft der Post lanciert habe, sagt Darbellay.

Béglé sei sicher zum Teil vorgeprescht und habe eine nicht konsolidierte Meinung vertreten, was nicht immer sehr glücklich gewesen sei, räumt der CVP-Präsident ein. Béglé habe aber eine sehr fundierte internationale Erfahrung mitgebracht und etwas für sein Land machen wollen. Die Post könne nicht so weitergeführt werden, wie in den letzten 15 Jahren. Er hoffe nun, dass die alte Garde Ideen habe für die Zukunft der Post.

Jetzt gehe es darum, sehr schnell einen neuen Präsidenten zu ernennen, der Ideen habe, wie ein sehr starker Service Public finanziert werden könne. «Es muss wieder Ruhe einkehren im Verwaltungsrat und in der Post», fordert der CVP-Präsident.

SVP kritisiert Leuenberger

Laut SVP-Präsident Toni Brunner steht die Post nach dem Rücktritt von Verwaltungsratspräsident Claude Béglé vor einem Scherbenhaufen. Bundesrat Leuenberger, der das Debakel massgeblich zu verantworten habe, stehe in der Pflicht.

Die SVP fordere nun, dass sich der Gesamtbundesrat dem Dossier Post annehme und eine Nachfolgeregelung in die Wege leite, sagte Brunner. Es müsse mit allen Mitteln verhindert werden, dass so «weiter gefuhrwerkt» werde wie bisher.

SP fordert Gleichgewicht der Kräfte

SP-Präsident Christian Levrat wünscht sich eine Person an der Post-Spitze, die den Service Public und das politische Räderwerk kennt. Eine Rückkehr der alten Garde sei ausgeschlossen.

Zwischen Verwaltungsrat und Konzernleitung der Post müsse künftig ein gutes Gleichgewicht herrschen, sagte Levrat. Während dem früheren Verwaltungsrat zu wenig Einfluss nachgesagt wurde, wollte Béglé die Gewichte zugunsten des Aufsichtsorgans verschieben.

FDP erwartet klare Strategie

Keine Überraschung ist der Rücktritt Béglés für die FDP. Nötig sei jetzt eine Persönlichkeit, die solide in der Politik abgestützt sei. Bundesrat Moritz Leuenberger, in dessen Departement die Post fällt, solle der Post nun eine klare Strategie vorgeben.

Die BDP begrüsste den Entscheid Béglés zurückzutreten. Die Partei habe sich mit dem forschen Führungsstil des Post-Präsidenten nie anfreunden können. Béglés Schritt sei im Interesse der Post. Die Post-Spitze müsse nun mit der nötigen Sorgfalt neu besetzt werden.

Post-Angestellte sind erleichtert

Die Gewerkschaften Kommunikation (GeKo) und transfair haben Béglés Rücktritt erwartet. Für die Post-Angestellten sei das eine Erleichterung, hiess es am Dienstagabend bei transfair. Nun müsse bei der Post Ruhe einkehren, forderte Fritz Gurtner von der GeKo.

Der Ball liege bei der Arbeitsgruppe des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek), sagte Gurtner. Der Auftrag sei klar: «Rückbesinnung auf den Service Public». (bru)

Erstellt: 19.01.2010, 20:44 Uhr

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15 Kommentare

rene klingler

20.01.2010, 09:19 Uhr
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Toni Brunner sagt es offen, ehrlich und unverblümt und ich sage, dass nun endlich auch die Aera Leuenberger zu Ende sein müsste! Antworten


Erwin Marti

19.01.2010, 20:13 Uhr
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Die Geschichte mit Herr Béglé ist nicht eine Frage seines nicht über allen Zweifeln erhabenen Verhaltens, das Züge aufweist, die zu weit gehen. Grundlage ist, dass er kein Teamplayer ist und nicht versteht mit seinen Kollegen zu sinnvollen Lösungen zu gelangen. Das lässt tief blicken auf das Verhalten seines Chefs. Gewisse BR machen statt CH vorwiegend Parteipolitik. Das kommt sehr schlecht. Antworten




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