Schweiz

«Dann müssen wir ernsthaft mit ihm reden»

Von Matthias Chapman. Aktualisiert am 13.12.2011 89 Kommentare

Alfred Heer, SVP-Nationalrat und Präsident der kantonalzürcherischen Partei, bezweifelt, dass Bruno Zuppiger die nächsten vier Jahre Parlamentarier bleibt.

1/4 Die Stimmung ist angespannt: SVP-Exponenten bei der gestrigen Budgetdebatte im Nationalrat.
Bild: Keystone

   

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Macht seine Haltung vom Resultat der Staatsanwaltschaft abhängig: Alfred Heer. (Bild: Keystone )

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«Ich warte ab, was von der Staatsanwaltschaft kommt», sagt Alfred Heer auf die Frage, ob die SVP Bruno Zuppiger aus dem Amt drängen wolle. Zwar habe sein Parteikollege die Erbschaftssache zivilrechtlich beglichen. Trotzdem sei es möglich, dass strafrechtlich etwas hängen bleibe. «Und das fällt dann auf die Partei zurück», so Heer.

Der Präsident der kantonalzürcherischen SVP macht den Druck von der Parteibasis für ein allfälliges Eingreifen geltend. «Unsere Wählerschaft würde von uns erwarten, dass wir handeln.» Er habe E-Mails von Leuten erhalten, die sich «irritiert» zeigten über das Vorgefallene. Handeln heisst für Heer vorerst einmal: «Dann müssen wir ernsthaft mit ihm reden.» Was wiederum nicht viel anderes bedeuten kann, als dass man den gestürzten Bundesratskandidaten aus dem Nationalratsamt drängen möchte.

Zuppigers Brief an die Parlamentarier

Das aber will Zuppiger nicht, wie er gestern in einem Brief (siehe Bildstrecke) an alle Parlamentarier erklärte. Er werde nicht zurücktreten. Er wolle die vierjährige Amtszeit als Nationalrat zu Ende führen. «Ich bin von meinen Wählern weit über die Parteigrenzen hinaus als Nationalrat bestätigt worden.» Für Heer allerdings ist die Sache nicht so klar: «Es wird sich weisen, ob er die vier Jahre im Parlament zu Ende führen kann. Zuppiger war gestern Abend wieder im Nationalratssaal aufgetaucht, nachdem er am Montag tagsüber noch gefehlt hatte.

Im selben Brief schrieb Zuppiger auch: «Ich entschuldige mich bei Ihnen in aller Form.» Er habe nie die Absicht gehabt, etwas zu verheimlichen. Den Vorfall mit der zu spät verteilten Erbschaft habe er der Partei vor der Nomination offengelegt, so weit es das Stillhalteabkommen erlaubt habe.

Partei spricht von «Schaden»

Genau dieser Brief aber stösst nicht nur bei Heer sauer auf. «Bruno Zuppiger muss selber wissen, was und wie er kommuniziert», sagte SVP-Nationalrätin Nathalie Rickli gestern Abend zu «10vor10». Die Partei habe im Moment aber einen grossen Schaden, sagte die Zürcher Parlamentarierin. Und: «Mit dem Schreiben ist der Schaden sicher nicht kleiner geworden.» Heer zum Brief: «Damit hat er sich keinen Gefallen getan.»

Der Druck innerhalb der Partei auf Zuppiger ist gross. Schon Fraktionschef Caspar Baader hatte in der Pressekonferenz vom letzten Donnerstag im Zusammenhang mit dem Fall Zuppiger von «einem Schaden für die Partei» gesprochen. Und Blocher sagte am Samstag an der Delegiertenversammlung in der Westschweiz unmissverständlich: «So etwas macht man einfach nicht.» Mitgefühl zeigte am Wochenende Bahnbauer und Fraktionskollege Peter Spuhler: «Ich bin mit Bruno Zuppiger eng befreundet, und das bleibt auch so.»

Vorerst soll Ruhe einkehren

Vor Weihnachten wolle er jetzt keinen Wirbel mehr, sagt Heer. Vorerst soll nochmals Ruhe einkehren. Und als wollte er die Sache vom Tisch wischen: «Diese Angelegenheit ist nicht Hauptthema bei uns.» Sollte Zuppiger dennoch im nächsten Jahr aus dem Amt scheiden, wäre Gregor Rutz (siehe «Artikel zum Thema», links) sein designierter Nachfolger. Er belegte bei den eidgenössischen Wahlen den ersten Ersatzplatz. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.12.2011, 12:48 Uhr

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89 Kommentare

Roland Furrer

13.12.2011, 13:01 Uhr
Melden 192 Empfehlung

Lustig, wie Herr Blocher Zuppigers verhalten kommentiert. Bitte gleich mit abtreten, sie haben sich ins Sachen BAZ definitiv als Lügner und Mauschler qualifiziert. Um Herr Blocher zu zitieren: " So etwas macht man einfach nicht." Antworten


Peter Singer

13.12.2011, 13:05 Uhr
Melden 148 Empfehlung

So wie Zuppinger wie eine heisse Kartoffel von der SVP fallen gelassen wird, wird es eines Tages dem treuen Buurezmörgeler-Volch gehen. Allerding mit später Einsicht. Bei den Drahtzieher gilt dann die Devise "die letzten beissen die Hunde", und machen sich rechtzeitig aus dem Staube ... Antworten




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