Schweiz
Blocher verliert an Rückhalt
Die Frage lautete: Soll dieser Politker eine wichtige politische Rolle spielen.
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Beschwerde vorbereitet
SVP-Patron Christoph Blocher will offenbar gegen die Hausdurchsuchung in seiner Firma und in seiner Villa vorgehen. Man bereite eine Beschwerde gegen die Aktion vom vergangenen Dienstag vor, heisst es laut der «SonntagsZeitung» aus seinem Umfeld.
Begründung ist die fehlende Bewilligung durch den Nationalratspräsidenten für das Vorgehen der Justiz. Der SVP-Vize beruft sich auf seine Immunität als Parlamentarier. Laut Strafprozessordnung gilt ab erfolgter Hausdurchsuchung eine zehntätige Beschwerdefrist. Der Entscheid läge dann beim Zürcher Obergericht. Derzeit würden solche Schritte geprüft, bestätigt Blochers Anwalt Walter Hagger auf Anfrage der «SonntagsZeitung».
Umfrage
Eine Umfrage der «SonntagsZeitung» zeigt: 63 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass der SVP-Nationalrat Christoph Blocher für seine Partei zum Problem werden könnte. Teilen Sie diese Meinung?
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Doris Leuthard bleibt die populärste Politikerin der Schweiz. Dies zumindest ergab eine Umfrage von «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» bei 1009 Stimmberechtigten. Ebenfalls laut dieser Umfrage käme die SVP als nach wie vor stärkste Partei auf einen Wähleranteil von 23,7 Prozent.
Das sind 2,9 Prozent weniger als bei den Wahlen im vergangenen Herbst. Für die SP ergab die Umfrage einen Anteil von 19,9 Prozent, ein Plus von 1,2 Prozent. Für die FDP wurde ein Wert von 15,8 Prozent ausgewiesen, 0,7 Prozentpunkte mehr als am 23. Oktober 2011. Die CVP käme auf 12,1 Prozent, 0,2 Prozent weniger als bei den letzten Wahlen.
Für die Grünen ergab die Befragung einen Wähleranteil von 8,2 Prozent, 0,2 Prozent weniger als bei den Wahlen. Die Grünliberalen kämen, wäre heute Wahltag, auf 7,5 Prozent, die BDP auf 7 Prozent. Beide Parteien konnten im Oktober je 5,4 Prozent der Wähler auf sich vereinen.
Schneider-Ammann klettert nach oben
An der Spitze der Hitparade bei den einzelnen Politikern und Politikerinnen ergab die Umfrage gegenüber der letzten Befragung rangmässig keine Veränderung. Doris Leuthard führt die Liste vor Simonetta Sommaruga und Didier Burkhalter an. Neo-Bundesrat Alain Berset konnte auf Kosten von Eveline Widmer-Schlumpf Platz vier erobern.
Auf Platz sechs folgt mit SP-Chef Christian Levrat der erste Nicht-Bundesrat auf dieser Liste. Johann Schneider-Ammann stiess einen Platz nach vorne und ist auf Platz sieben zu finden, vor CVP- Präsident Christophe Darbellay, der drei Ränge verlor.
Neunter, und wie Berset neu auf der Liste, ist der designierte FDP-Präsident Philipp Müller. Ueli Maurer als letzter Vertreter des Bundesrates steht neu auf Platz zehn, einen Platz besser als bei der letzten Umfrage. Die Standardabweichung liegt gemäss dem Umfrageinstitut Isopublic bei 3,1 Prozent.
Blocher verliert an Rückhalt
Nach der Affäre Hildebrand und den aktuellen Untersuchungen scheint Christoph Blocher hingegen seiner Partei immer mehr zu schaden. 63 Prozent der Befragten sind der Meinung, Blocher sei ein Problem für die SVP, 36,2 Prozent sehen ihn in jedem Fall als Hypothek. 26,8 Prozent für den Fall, dass ihm ein Straftatbestand nachgewiesen werden kann. 71,5 Prozent glauben, dass Blocher nicht mehr in der Parteileitung der SVP bleiben soll.
Massiv Rückhalt verliert Blocher auch bei den eigenen Wählern . Knapp die Hälfte fürchtet, Blocher werde zur Hypothek und solle nicht mehr in der Parteileitung mitmachen. Rund 44 Prozent der SVP-Anhänger wollen, dass Blocher keine wichtige politische Rolle mehr spielt. In früheren Umfragen genoss Blocher jeweils die Zustimmung von bis zu 90 Prozent der SVP-Anhänger. Damit schadet Blocher der SVP.
Würde heute gewählt, käme die SVP noch auf 23,7 Prozent Wähleranteil. Das sind fast 3 Prozentpunkte weniger als in den Wahlen vom Oktober 2011, wo die SVP bereits massive Einbussen erlitten hatte.
(wid/kle)
Erstellt: 24.03.2012, 23:25 Uhr
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