Billige Arbeitskräfte: Maurer stopft mit 2500 Soldaten Personallücken

Erstmals legt das VBS die Karten auf den Tisch: Verteidigungsminister Ueli Maurer beschäftigt 2500 WK-Soldaten für Arbeiten in der Verwaltung und spart so Personal. Kritiker sprechen von einem «Missbrauch».

WK-Soldaten als billige Arbeitskräfte: Bundesrat Ueli Maurer.

WK-Soldaten als billige Arbeitskräfte: Bundesrat Ueli Maurer.
Bild: Keystone

Die Militärverwaltung hat in den vergangenen Jahren Tausende von Stellen abgebaut. Auch Maurer will den Personalbestand weiter reduzieren. Die Löcher stopft er mit WK-Soldaten. Das weiss man erst, seit Nationalrat Kurt Flury(FDP) eine Anfrage startete.

Das VBS hat jetzt erstmals bekannt gegeben, wie viele WK-Soldaten Maurer tatsächlich in der Verwaltung beschäftigt: insgesamt 2500. Sie wurden an 41'956 Dienstagen in der Militärverwaltung für Aufgaben eingesetzt, die von zivilen Person hätten erledigt werden können. Hätte er dafür normales Personal einstellen müssen, wären ihm zusätzliche Lohnkosten von 16,5 Millionen Franken entstanden. Allein im VBS-Generalsekretariat in Bern waren 2008 364 WK-Soldaten an 5478 Dienstagen beschäftigt.

Militärverwaltung hätte ohne WK-Soldaten ein Problem

Wie viel Personalkosten Maurer damit tatsächlich spart, könne man aber nicht berechnen, behauptet das VBS. Die WK-Soldaten bräuchten beispielsweise für die Erledigung von Aufgaben länger, als Angestellte, weil sie nicht deren Erfahrung und Kenntnisse haben. Die Soldaten müssten auch intensiv betreut werden. «Der Sparbetrag wäre wohl tiefer als die Differenz zwischen den Personalkosten und den Kosten für die eingesetzten Angehörigen der Armee», präzisiert das Verteidigungsdepartement in seiner Antwort auf Anfrage des Solothurner FDP-Politikers.

Kurt Flury, im Militär bekleidet er den Rang eines Oberst, findet es problematisch, wenn Kampftruppen im VBS administrative Arbeiten erledigen. Flury bezeichnet dies als Missbrauch und verlangte deshalb vom VBS eine transparente und effektive Kostenrechnung. (DerBund.ch/Newsnetz)

Erstellt: 25.08.2009, 13:33 Uhr



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