Schweiz

Bei der Post stauen sich die Pakete

Von Stefan Schnyder. Aktualisiert am 03.02.2011 37 Kommentare

Die Schweizerische Post ist mit der Verzollung von Paketen im Verzug, die vom Ausland aus in die Schweiz geschickt werden. Das sorgt bei Kunden für grossen Ärger.

Mit einer zusätzlichen Schicht, sollen die Pakete abgefertigt werden: Pöstler bei der Arbeit.

Mit einer zusätzlichen Schicht, sollen die Pakete abgefertigt werden: Pöstler bei der Arbeit.
Bild: Keystone

Ein heiratswilliger Postkunde aus dem Kanton Bern ärgert sich. Für die Anfang März geplante Hochzeit hat er im Internet Einladungs- und Dankeskarten bestellt. Eigentlich rechtzeitig: Das Paket mit den Karten hat Amsterdam am 20. Januar verlassen und am 21. Januar die Grenzstelle im Postverarbeitungscenter in Urdorf ZH erreicht.

Doch bis am Donnerstag ist das Paket nicht beim Postkunden eingetroffen. Auch Nachfragen beim Kundendienst fruchteten nichts. Man konnte ihm nur mitteilen, dass der «Zoll mit dem Verarbeiten der Pakete» nicht nachkomme.

Um 10'000 Pakete in Verzug

Eine Nachfrage bei der Medienstelle der Post zeigt, dass es tatsächlich Probleme gibt: «Die Menge an Paketen, die in die Schweiz verschickt worden ist, lag im Januar beinahe auf dem Niveau des Weihnachtsmonats Dezember», erklärt Post-Sprecher Oliver Flüeler. Das sei aussergewöhnlich. Als Folge davon sei die Verzollungsstelle in Urdorf mit rund 10'000 Paketen im Rückstand, so Flüeler weiter. «Die Post hat nun reagiert und eine zusätzliche Schicht eingeführt», erklärt er. Er hofft, dass es bis in zwei Wochen keinen Pendenzenberg mehr geben werde.

Ein weiterer Grund für die Verzögerung könnte laut Flüeler auch sein, dass die Prozesse in Urdorf noch nicht alle optimal aufeinander abgestimmt seien. Die Post hatte im vergangenen Jahr entschieden, die Zollverarbeitung in Basel und Zürich zu schliessen und diese Arbeit in Urdorf zu konzentrieren. Dies nachdem die Deutsche Post beschlossen hatte, Pakete, die in die Schweiz geschickt werden, künftig nicht mehr über die Schweizersiche Post sondern über ihre Tochterfirma DHL hierzulande zu verteilen. Im Rahmen dieser Neuorganisation gingen 70 Stellen verloren.

Einladungen erneut gedruckt

Warum das Paket des heiratswilligen Postkunden immer noch nicht angekommen ist, kann sich Flüeler nicht erklären. Der Kunde hat sich nun selbst organisiert: «Glücklicherweise hat sich die Herstellerfirma bereit erklärt, die Einladungskarten kostenlos nochmals zu drucken», sagt er. Nun sind die Karten unterwegs in die Schweiz. Per Briefpost. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.02.2011, 17:04 Uhr

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37 Kommentare

Alois Krieger

03.02.2011, 17:44 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Jedes Packet mit mehr als 5 Franken MWSt muss extra abgefertigt werden. Das kostet dann zwischen 18 (Post) und etwa 40 Franken (bei UPS, Fedex etc.). Und der Zoll nimmt weniger Zollgebühren ein als er kostet! Wir haben den Zoll nur noch für die Beamten und die Bauern. Zahlen wir denen doch lieber ein paar Jahre Arbeitslosengeld und schaffen den Zoll ab! Antworten


Reinhold Birgmann

03.02.2011, 19:49 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Dieser Quälerei mit dem Zoll ist absolut nervtötend. Selbst Pakete nach Moskau (!) die erst durch die Wodka-Post müssen, sind schneller. Es wird doch so gerne über alles abgestimmt. Wie wäre es damit: Zollfreiheit für alle Pakete <5kg aus Europa. Ein Problem weniger. Die Nachbarstaaten keinen gar keinen Zoll und dort ist deswegen keiner gestorben - auch wenn wir die gerne schlecht reden... Antworten



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