Bärenforscher: Gummischrot und Bärenspray hätten Finn vertrieben

Von Tobias Habegger. Aktualisiert am 24.11.2009 34 Kommentare

Hätte Finn mit Gummischrot vom Eindringling vertrieben werden können? Der Berner Bärenforscher David Bittner zum Einsatz der Polizei im Berner Bärenpark.

Der Berner Bärenforscher David Bittner.

Der Berner Bärenforscher David Bittner. (Bild: Walter Pfäffli)

Finn liegt im Stall: Das weissliche Plastik ist eine der Medikamenten-Gewehrspritzen.

Finn liegt im Stall: Das weissliche Plastik ist eine der Medikamenten-Gewehrspritzen.

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David Bittner ist einer von wenigen Menschen, die sich mitten unter die Braunbären in Alaska wagen. Bei seinen Aufenthalten in der Wildnis kommen die Bären dem 32-jährigen Berner derart nah, dass er sie berühren könnte – was er aus Respekt zu den Tieren unterlässt.

David Bittner hat selber schon gefährliche Situationen erlebt, in denen jemand, der ein Gewehr mitführen würde, abgedrückt hätte. «Doch ich suche andere Lösungen, um die Gefahr zu entschärfen.»

«Es gibt Alternativen»

Aus Verbundenheit zu den Bären wünscht sich der 32-jährige Doktor der Biologie, dass die Bärenpark-Verantwortlichen aus dem Vorfall vom Wochenende die richtigen Schlüsse ziehen. «Leider war die Schusswaffe das einzige Mittel, das in der nötigen Zeit zur Verfügung stand.» Er wolle niemanden kritisieren. Im Nachhinein sei man immer schlauer. «Ich selber hätte es ja auch nie für möglich gehalten, dass jemand da runtersteigt.»

Für die Zukunft sieht Bärenforscher Bittner im Einsatz von Gummischrot oder Bärenspray eine Alternative zur Schusswaffe. «Mit diesen Mitteln lassen sich Bären effektiv vergrämen. Dafür gibts viele Beispiele.»

«Man könnte einen Teil des Personals mit Bärenspray ausrüsten, damit diese ins Gehege rein können.» Zudem sollten Gummischrotwaffen einsatzbereit sein oder auch Elektroschocker. «Scharf auf den Bären zu schiessen, sollte in solchen Situationen nicht die einzig mögliche Lösung sein.»

Wie Tierparkdirektor Bernd Schildger betont auch David Bittner: «Ein Betäubungsschuss wäre in solchen Situationen bestimmt ganz falsch. Denn es braucht mehrere Minuten, bis die Betäubung Wirkung zeigt, und der Bär könnte sich in dieser Zeit rasend verhalten.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 24.11.2009, 08:50 Uhr

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34 Kommentare

Beat Keller

24.11.2009, 09:34 Uhr
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Tragisch ist dieser Zwischenfall für alle: Mann, Bär und Tierparkverwaltung. Aber woher nehmen alle BärenkennerInnen der Schweiz nun das Recht hinterher am Vorgehen herumzunörgeln. Vielleicht hätte Schot eine Wirkung gezeigt. Und falls nicht? Es wäre interessant, die entsprechenden Kommentare zu lesen. Zu hinterfragen ist allerdings, ob es in der heutigen Zeit noch einen "Bärengraben" braucht. Antworten


Ulrich Raumer

24.11.2009, 09:41 Uhr
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Ich glaube nicht, dass man mit so einem Fall rechnen musste. Es wurden bei diesem Unfall schnell die nötigen Massnahmen getroffen die mit den verfügbaren Mitteln möglich waren. Ich erwarte, dass die Leitung des Bärenparks daraus lernt und die adäquatere Mittel zur Verfügung stellt und vielleicht auch die Sicherheit nochmals überprüft. Ich wünsche auf jeden Fall Meister Petz gute Besserung. Antworten



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