«BDP will den Atomausstieg beschleunigen»
Von Simon Thönen. Aktualisiert am 21.03.2011 38 Kommentare
Urs Gasche
Der Verwaltungsratspräsident der Berner Kraftwerke BKW ist Präsident der BDP Bern.
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Weshalb ist die BDP plötzlich für den Ausstieg aus der Atomkraft?
Die BDP war schon immer, lange vor der Katastrophe in Japan, für den Ausstieg. Jetzt hat man gesagt, dass wir vor dem Hintergrund der Ereignisse in Japan für eine klare Beschleunigung des Atomausstiegs sind – aber nur wenn es Alternativen gibt. Wir erwarten, dass man jetzt in einem gesellschaftlichen Dialog einen Konsens findet, dass Alternativen realisiert werden können. Wir erwarten, dass die links-grüne Seite unser Entgegenkommen honoriert, indem sie wenigstens die Opposition gegen alle anderen Formen der Energieproduktion aufgibt. Im Klartext: Für die BDP steht ein Ausbau der Wasserkraft im Vordergrund.
Auch die BKW werde einen Ausstieg diskutieren, sagten Sie der «SonntagsZeitung». Wie sähe der aus?
Die BKW wird diverse Optionen prüfen. Ich selber erachte dabei den Ausbau der Wasserkraft als vordringlich.
Offenbar wollten BKW und Axpodie Gesuche für neue AKW inMühleberg und Beznau zurück-ziehen. Doch Alpiq stellte sich quer.
Dies stimmt so nicht. Die drei Partner sind zum Schluss gekommen, dass sich vor dem Hintergrund der Sistierung der Gesuche durch Bundesrätin Leuthard – die wir unterstützten – die Frage eines Rückzugs zurzeit nicht mehr stellt. Allen drei Partnern geht es um dies: Falls man in der Analyse der Ereignisse in Japan zum Ergebnis kommt, dass man keine neuen Kernkraftwerke mehr bauen kann oder auch bestehende Werke ausser Betrieb setzen muss, so ist es selbstverständlich, dass man dies macht. Aber wir sind klar dagegen, dass man aus der Hysterie heraus Entscheidungen trifft, ohne die sachlichen Grundlagen dafür zu haben.
Im Moment steht das bestehende AKW Mühleberg im Vordergrund. Sie haben gesagt, Sie befürchteten, dass Mühleberg als «Bauernopfer» abgeschaltet werden könnte.
Richtig. Ausgehend von der Aussage, die der Chef der Nuklearaufsicht Ensi, Hans Wanner, im Fernsehen machte, und der Diskussion in der «Arena», wurde die Aufmerksamkeit sehr stark auf Mühleberg fokussiert. Da stehen natürlich gewisse Interessen der Opposition und möglicherweise auch der Konkurrenz dahinter, und da sagte ich, dass Mühleberg ein Bauernopfer werden könnte.
Am Donnerstag sagte die BKW, es drängten sich keine Sofortmassnahmen in Mühleberg auf. Am Freitag verfügte das Ensi Sofortmassnahmen. Waren Sie zu optimistisch?
Ich habe die Verfügung noch nicht im Detail studiert und nicht mit Fachleuten besprochen. Mein erster Eindruck ist: Rasch umzusetzen sind Notfallmassnahmen. Für die BKW stimmt unsere Einschätzung nach wie vor: Wir haben in Japan nichts festgestellt, was auf eine bisher nicht entdeckte prinzipielle Schwäche unserer Anlage hindeuten würde.
Georges Piller vom Ensi sagt: Wenn ein Werk nicht beweisen kann, dass es Beben und Hochwasser überstehe, müsse es «am 1. April oderin den folgenden Tagen» abgestellt werden. Die Folgen für Mühleberg?
Das wird man sehen, wenn es so weit ist.
Man hatte das Erdbebenrisiko inder Schweiz schon vor Japan unterschätzt. Das Ensi ordnete Verbesserungen an, die in Mühleberg noch nicht alle realisiert sind. Kann die BKW die Beherrschung dieserRisiken in kurzer Zeit nachweisen?
Das kann ich Ihnen nicht beantworten. Ich gehe davon aus, dass die Arbeiten laufen und vorankommen.
Absehbar ist, dass Nachrüstungen auf Mühleberg zukommen. Stellt sich die Frage, ob die BKW diese Investitionen noch tätigen oder ob sie jetzt abschalten will?
Natürlich stellt sich diese Frage. Das dürfen Sie aber nicht so interpretieren, dass ich Mühleberg abschalten will, weil Geld für die Investitionen fehlen würde. Bei jeder Massnahme prüfen wir drei Fragen: Ist es plausibel, dass man dies von uns verlangt? Ist es machbar, dies in der gesetzten Frist umzusetzen? Und ist es wirtschaftlich und finanziell vernünftig, dies in der gesetzten Frist umzusetzen?
Wenn sich zeigt, dass die Massnahmen nicht wirtschaftlich umsetzbar sind, dann stellt sich die Frage, ob Mühleberg abgeschaltet wird?
Das kann man nur im Zusammenhang mit den Alternativen beantworten. Sollen wir unsere Lieferverträge nicht erfüllen? Oder kaufen wir Strom zu? Und zu welchen Bedingungen? Ich kann das Ergebnis nicht im Voraus beantworten. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 20.03.2011, 22:36 Uhr
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38 Kommentare
Die BDP will bei den nächsten Wahlen punkten.
Mit was auch immer ! So eine verlogene Partei werde ich bestimmt nicht wählen. Und wer ist eigentlich Hans Grunder ? Von dem habe ich noch nie etwas gehört. Erst seit es die BDP gibt drängt er sich in den Vordergrund. Wenn man dem einmal richtig zuhört wird man grün und blau vor Ärger.........
Antworten
das finde ich super ---- vor allem wenn ihr nach den nächsten wahlen so weitermacht, oder sogar akitiv werdet ---- ich meine aktiv nicht radioaktiv ---- setzt euch für ein baugesetz das alternative energieerzeugung am / im eigenen gebäude ein ----- 1 -10 % ab einer bausumme von 1 mio. oder ersatzabgaben für alternative energieerzeugung auf bauernhöfen -- (zusatzeinkommen für landwirte) Antworten
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