Schweiz

Auch in Zukunft Extrawürste für Superreiche

Der Bundesrat will die Pauschalbesteuerung nicht abschaffen. Mit einer Erhöhung der Mindestansätze will er aber für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung sorgen. Ein Gesetzesentwurf wurde ausgearbeitet.

Die Vorschläge des Bundesrat erfolgen dabei in Übereinstimmung mit der Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren (FDK). Die FDK schlug Mindestlimiten vor, nachdem das Zürcher Stimmvolk im Februar 2009 die Aufwand- oder Pauschalbesteuerung verboten hatte.

Konkret soll der besteuerte Aufwand für die direkte Bundessteuer und die kantonalen Steuern mindestens das Siebenfache der Wohnkosten (heute: das Fünffache) beziehungsweise das Dreifache des Pensionspreises (heute: das Doppelte) betragen.

Sieben- statt fünffache Wohnkosten

Zudem soll bei der direkten Bundessteuer ein minimales steuerbares Einkommen von 400'000 Franken gelten. Auch die Kantone sollen einen Mindestbetrag für das anzurechnende steuerbare Einkommen festlegen müssen. Dessen Höhe liegt aber im freien Ermessen der Kantone. Berücksichtigen müssen die Kantone bei der Pauschalbesteuerung künftig auch die Vermögenssteuer.

Treten die neuen Mindestansätze in Kraft und verlässt keiner der 4500 Pauschalbesteuerten die Schweiz, so dürfen Bund und Kantone mit zusätzlichen Steuermillionen rechnen. Gemäss Berechnungen der Eidgenössischen Steuerverwaltung würden die Erträge der Eidgenossenschaft aus der direkten Bundessteuer um 124 Millionen Franken auf 255 Millionen Franken ansteigen (Zahlenbasis 2007).

Trotz der vorgeschlagenen Verschärfung der Bemesssungsregeln bleibe die Aufwandbesteuerung ein Instrument zur Stärkung der Standortattraktivität, schreibt der Bundesrat. Arbeitsplätze, welche mit dieser Besteuerungsform verbunden seien, dürften weitgehend erhalten bleiben.

Verhältnismässiger und transparenter

Gleichzeitig führten die neuen Regeln dazu, dass die Aufwandbesteuerung nicht zu einer unangemessenen Besserstellung der betreffenden Personen führe. Die Besteuerung werde verhältnismässiger und transparenter. Eine Abschaffung der Pauschalbesteuerung lehnt der Bundesrat indes aus volkswirtschaftlichen Gründen ab.

Die Pauschalbesteuerung ist äusserst umstritten. Seit der Volksabstimmung im Kanton Zürich sind in mehreren Kantonen Vorstösse mit dem gleichen Ziel eingereicht worden. So in der Waadt, in Baselland, in Ausserrhoden, Luzern, Bern und St. Gallen.

Im Kanton Thurgau wurde eine Initiative zur Abschaffung eingereicht, in der Waadt ist ein Volksbegehren nur knapp nicht zustande gekommen.

Aufgeschreckt durch diese Unmutsbekundungen, sprachen sich die kantonalen Finanzdirektoren im Januar dafür aus, die Bedingungen zu verschärfen. Diese Vorschläge will der Bundesrat nun in einem Gesetz verankern. Die Vernehmlassung zum Entwurf dauert bis am 17. Dezember. (bru/sda/)

Erstellt: 08.09.2010, 16:35 Uhr

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28 Kommentare

Peter Pfrunder

09.09.2010, 13:12 Uhr
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Walter Schmid ist beizupflichten,wenn er feststellt, dass ja das Parlament die Steuergesetze macht und die meisten Parlamentarier ja selbst zu den Besserverdienenden gehören.Sie werdensich sicher nicht selber höher belasten,und wenn schon nur mit Schlupflöchern.Die Pauschalsteuer ist abzuschaffen,da die CH die Reichen nicht mehr verhätscheln muss.Allerdings werden dann einige Reiche abwandern! Antworten


Daniel Jaggi

09.09.2010, 12:49 Uhr
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Tatsache ist, dass es uns Schweizern finanziell gut geht, wie keiner Nation auf der Welt! Die Vermögenden Bürger tragen massgeblich zu diesem Wohlstand bei! Wir sind mit den bisherigen Besteuerungen gut, ja sehr gut gefahren, und sollten daran nichts ändern! Neid ist ein schlechter Ratgeber. Antworten


hans maag

09.09.2010, 12:49 Uhr
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Abschaffen der Pauschalbesteuerung für reiche Ausländer bedeutet weniger Steuereinnahmen, da sich diese anderswo niederlassen. Dies gibt höhere Steuern für Normalverdienende. Zudem fällt der Lebensaufwand dieser Leute weg, was Jobs in der Schweiz kostet. Antworten


Klaus Bruggisser

09.09.2010, 12:23 Uhr
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Die Argumentation, die (nicht mehr) Pauschalbesteuerten würden unser Land verlassen zieht nicht. Wohin denn? Hier sind die Steuern immer noch tiefer als in jedem europäischen Land und Nigeria, Somalia, Nepal etc weren wohl keine Alternative sein. Dass ausgerechnet die SVP Pauschalbesteuerung vehement unterstützt zeigt wie VOLKSnah diese Partei ist, die Wähler haben es aber immer noch nicht gemerkt Antworten


Daniel Müller

09.09.2010, 10:54 Uhr
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Abgesehen vom volkswirtschaftlichen Nutzen den die Pauschalbesteuerten durch ihren Lebensunterhalt bringen, ist es auch richtig Umverteilung und "Solidarität" unter Umständen zu begrenzen. Nicht immer ist Reichtum "unverdient" und oft ist Armut auch Folge von völlig falscher Lebensplanung und -führung. Antworten


Lea Kretschmer

09.09.2010, 09:38 Uhr
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Nun gut, der Bundesrat empfiehlt und die Wähler/innen nicken und sind mit dem bürgerlichen Parlament, da sie ja selber Bürger sind, zufrieden. Warum nur habe ich kein Mitleid mit diesen Menschen? Antworten


Ruedi Lais

09.09.2010, 09:05 Uhr
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@Meier: Doch, auch SozialhilfebezügerInnen bezahlen Steuern. @Schmid: Doch, es ist Aufgabe der Reichen, unseren Sozialstaat zu finanzieren. Allein die oblig. Schulzeit von 2 Kindern kostet ca. 300'000 Fr. - welche Familie Durchschnittsverdiener könnte sich noch Kinder leisten, wenn die Reichen nur noch für sich selber bezahlen müssten? Ohne massive Umverteilung herrschen Armut und Gewalt. Antworten


marie berner

09.09.2010, 08:50 Uhr
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martin amrein, falsch gedacht. Jeder muss steuern bezahlen. es geht doch nicht, dass superreiche ihre steuern in form von immobilienkäufen, autokäufen und sonstigem konsum bezahlen können. ja, das würde ich sonst auch gerne. Antworten


Hans Peter Heusser

09.09.2010, 08:43 Uhr
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Und weiter geht's mit der Abschaffung des "normalen Arbeiters". Privilegien für die sehr Reichen sind nicht nur ungerecht sondern beinhalten eine Zeitbombe. Wir tun uns keinen Gefallen, denn die Reichen werden die Ersten sein die sich verabschieden wenn es in der Schweiz mal nicht mehr so läuft. Antworten


Marcelle O'Palle

09.09.2010, 08:04 Uhr
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Die Pauschalbesteuerung gehört doch abgeschaft. Wollen wir eine faire und transparente Steuerpolitik in der Schweiz, so muss auch die entsprechende Grundlage dafür geschaffen werden und die Trennung der Pauschalbesteuerung angestrebt werden. Liebe kantonale Finanzdirektoren, eine "Verschärfung" der Bedingungen ist weiterhin nicht die vom Schweizervolk angestrebte Lösung. Antworten


Werner Brügger

09.09.2010, 07:20 Uhr
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Die Folgen sind massiv überteuerte Bodenpreise an exponierten Lagen, wie Goldküste, Engadin, Zug, Wollerau, Gstaad etc.. Der Mittelstand kann sich keine Mietwohnung, bzw. Wohneigentum mehr leisten. Die Gemeinden verlieren ihre Vereine, die Beizen ihre Kunden. Man schafft Oasen für Reiche und Hochqualifizierte. In Zukunft will man Reiche und elitäre Hochqualifizierte , nicht Schweizer. Antworten


reto baumann

09.09.2010, 07:15 Uhr
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Ich finde die Pauschalbesteuerung auch gut! - Nur muss sie für jedermann eingeführt werden; für die Reichen und Superreichen sowie auch für den Otto-Normalbürger! - Daher fordere ich: gleiches Recht für ALLE! Antworten


Marc Bourgeois

09.09.2010, 00:54 Uhr
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@ Werner Holliger: Der von Ihnen zitierte Verfassungsgrundsatz hilft hier kaum weiter. Er lässt eine Ungleichbehandlung schweizerischer versus ausländischer Reicher wohl nicht zu. So konsequent zu Ende gedacht würde er aber auch bedeuten, dass JEDER (absolut) gleich viel Steuern bezahlen müsste... Die einzigen wirklich Benachtteiligten sind die CH-Superreichen. Ist aber nicht mein Problem. Antworten


Anselm-Gilbert Karlen

08.09.2010, 23:55 Uhr
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Auch hier hat der Bundesrat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. In absehbarer Zukunft werden wir sehr schmerzhaft wieder reagieren und zurückkrebsen müssen. Was den " steinreichen Schweizer " dazu sagen, die immerhin hier geboren und für das Land etwas geleistet haben? Auch sie müssen sich als Bürger zweiter Klasse vorkommen. Und erst die vielen Schweizer, die jeden Rappen versteuern? Antworten


Martin Amrein

08.09.2010, 20:52 Uhr
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Wieso wird in diesen Artikeln eigentlich nie die andere Seite dargestellt. Kurze Rechnung für einen dieser Fälle: 6 gutbezahlte Vollzeitstellen, monatlicher Konsum von ca. 50'000, Bauvorhaben im Millionenhöhe, Spenden, etc. Resultat: Arbeitsplätze und MwSt. Ohne Pauschale wird auch er umgehend die Koffer packen und ist weg und damit auch dutzende Arbeitsplätze, inkl. meinem. Antworten


Markus Meier

08.09.2010, 20:28 Uhr
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:-) Oh die armen Pauschalbesteuerten. In dem Falle müssten Ledige auch massiv weniger bezahlen als Familien! Denn diese brauchen keine Kindergärten, Krippen, Schulen! Sie brauchen weniger Strassen, weniger Infrastruktur, etc Oder geht es da auch um das Solidaritätsprinzip? Der "Starke" hilft dem "Schwachen"? Gleiche Steueren für alle (denn sie fahren immer noch billger damit!) Antworten


Dieter Wundrig

08.09.2010, 19:51 Uhr
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Und was sagt das Stimmvolk dazu? Die Faust im Sack ist wohl einfacher zu machen, da muss man sich nicht mit Initiativen und Abstimmungen beschäftigen. Und alles bleibt wie es ist! Antworten


Giovanni Baptista

08.09.2010, 19:19 Uhr
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@ lucius mayer - Einer meiner Freunde mit Schweizer Pass hat vor dem Verkauf seines Unternehmens an einen kanadischen Konzern für einige hundert Millionen USD seine Schriften bei der Gemeinde abgeholt und lebt nun ohne festen Wohnsitz weniger als 180 Tage in seiner Villa in der Schweiz, auf einer Farm in Südafrika und befindet sich sonst auf Reisen. Ist doch auch eine Lösung? Antworten


alfred bleuler

08.09.2010, 18:38 Uhr
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ich verstehe diese vorzugsbehandlung nicht --- die nutzen unsere infrastrukturen genau so wie hinz und kunz oder schweizer mit höchsteinkommen. --- demzufolge sollen sie auch normal besteurt werden. ---- auch wenn sie normal besteuert werden, bezahlen sie ja weniger als in ihren herkunftsländern. ---- und wenn es ihnen nicht passt, steht es ihnen frei zu gehen. ---- wir brauchen keine parasiten Antworten


Fred Büchi

08.09.2010, 18:19 Uhr
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Einem solchen Staat schulde ich definitiv nichts mehr, nachdem ich sehr viel für ihn geleistet habe. Antworten


Werner Holliger

08.09.2010, 18:09 Uhr
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Wie lautet Artikel 8, Abs. 1 unserer Bundesverfassung auch schon wieder: "Jeder Mensch ist vor dem Gesetz gleich." Die Kreateure solcher Vorlagen, welche sich sonst bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die Legalität berufen, scheinen hier ziemlich blind zu sein... Antworten


Tamara Leupi

08.09.2010, 18:07 Uhr
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Man muss nur reich und evtl. noch mächtig sein und schon kauft man sich Politiker, Recht und Gesetz. So einfach geht das. Natürlich gibt das niemand offen zu, aber es scheint so zu funktionieren. Antworten


Markus Meier

08.09.2010, 18:02 Uhr
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Pauschalbesteuerung ist Gerecht, da jeder so nach seinem Gusto was für die Staatskasse spendet. Ohne Pauschalbesteuerung würden die Besteuerten verarmen. Sozialhilfebezüger zahlen ja auch keine Steuern! Somit ist Pauschalbesteuerung gerecht und eine Beteuerung nach Einkommen und Vermögen ungerecht. Antworten


Simon Schmid

08.09.2010, 17:54 Uhr
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Die Reichen zahlen immer noch soviel Steuern wie hunderte Klein- und Mittelverdiener. Wenn einer 300'000.- Steuern zahlt, dann reicht das doch, egal wie viel er hat. Ich verdiene 91'000/Jahr und bin happy damit. Zahle auch genug Steuern. Aber es ist auch nicht die Aufgabe der Reichen den Sozialstaat zu finanzieren, von dem sie meist selbst kaum Gebrauch machen. Ihr seid doch einfach neidisch! Antworten


Ernst Strickler

08.09.2010, 17:34 Uhr
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Die "Bürgerlichen" werden schon dafür sorgen, dass Pauschalbesteuerung "VOLKSFÄHIG" wird. Mit üblichen Argumenten: Sonst könnten ja die „Nestbeschmutzer“ den Ausfall bezahlen usw, dass wirkt doch immer. Gleichzeitig outen wir uns natürlich so als Geldhure! Da muss jetzt eine Top-PR-Agentur her, um den „Gemeinsamen-Nenner“. zu findet. Typs gibt’s auch in „Der Besuch der Alten Dame“ F. Dürrenmatt. Antworten


Edwin Hitz

08.09.2010, 17:22 Uhr
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Dieser alte Zopf der Reichen gehört endlich durch entsprehchende Initiativen der linken Parteien abgeschafft und Einkommen ab 150000 Franken steuertechnisch Zentral verwaltet. So lassen sich sehr hohe Verwaltungskosten einsparen. Wie Herr Schmid meint : Keiner sägt am eigenen Einkommen Antworten


Walter Schmid

08.09.2010, 16:51 Uhr
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Wer erhöht sich schon selber die Steuern? In Bundesbern sitzen ja keine Durchschnittsbürger, sondern Besserverdienende. Antworten


lucius mayer

08.09.2010, 16:51 Uhr
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Die Pauschalbesteuerung reicher Ausländer ist mit der Rechtsstaatlichkeit unvereinbar und gehört deshalb ersatzlos abgeschafft. Sie entsprngt überdies einer unterwürfigen Bücklingsmentalität, die jedem freien Schwerzer widerlich ist. Wo bleibt eine entsprechende Volksinitiative auf Bundesebene? Antworten



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