Schweiz
«Alles schön der Reihe nach»
Interview: Mirko Plüss. Aktualisiert am 27.04.2012 12 Kommentare
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Die Nationalrätin und Berner Gemeinderätin Regula Rytz wurde am vergangenen Samstag zur Co-Präsidentin der Grünen Partei Schweiz gewählt. Sie wird sich die Parteileitung mit der Waadtländerin Adèle Thorens teilen.
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Frau Rytz, was halten Sie von den Plänen einzelner Umweltverbände, eine Gewässerschutz-Initiative zu lancieren?
Meines Wissens handelt es sich dabei erst um eine Idee, von einer konkreten Initiative kann keine Rede sein.
Normalerweise äussert man aber nicht eine halbfertige Idee gegenüber den Medien, wie dies Pro Natura getan hat.
Das müssen Sie mit Pro Natura besprechen.
Ist die Ankündigung ein Druckmittel in der laufenden Energiedebatte?
Sicher. Hinter dieser Diskussion steht das berechtigte Anliegen, dass man bei der Energiewende den Naturschutz und den auch touristisch wertvollen Landschaftsschutz nicht vergessen darf.
Nochmals, was halten Sie von der Initiative, falls sie dereinst lanciert werden sollte?
Alles schön der Reihe nach. Momentan liegen von Doris Leuthard erst die Eckpunkte zur Zukunft der Energieversorgung in der Schweiz vor. Eine detaillierte Gesetzesvorlage wird folgen. Darum sollte sich die momentane Diskussion drehen. Wir von den Grünen hoffen, dass danach so wenig Widersprüche wie möglich bleiben, was die Energiewende anbelangt. Allfällige Initiativen wären das allerletzte Mittel, falls die Debatte blockiert würde, ein Sicherheitsnetz sozusagen.
Ist mit Widerstand der Grünen zu rechnen, falls die Debatte nicht in Ihrem Sinn verläuft?
Nein, wir suchen die Konfrontation nicht. Wir wollen den Atomausstieg sicher nicht blockieren, er soll nur möglichst grün sein. Aber es beunruhigt mich, zu sehen, wie bereits wieder Teile der Bürgerlichen und die Economie Suisse den Atomausstieg öffentlich infrage stellen. Ich bin sicher, dass die Bevölkerung hinter dem Atomausstieg steht. Damit es sich die Mitteparteien nicht wieder anders überlegen, haben die Grünen im letzten Jahr eine Atomausstiegsinitiative lanciert. Wir stehen kurz vor dem Abschluss der Unterschriftensammlung.
Ist in der Energiepolitik nicht ein eigentliches Initiativchaos entstanden?
Nein. Neben der Atomausstiegsinitiative haben die Grünen im letzten Jahr auch die Initiative für eine grüne Wirtschaft lanciert. Bei dieser geht es um den sparsamen Umgang mit Ressourcen generell. In der Energiepolitik werden wir uns nun auf die Strategie 2015 des Bundes konzentrieren und unsere Lösungen einbringen, zum Beispiel für einen stärkeren Ausbau der Solarenergie. Alle anderen Themen und Ideen kommen erst wieder auf den Tisch, wenn wir hier nicht weiterkommen sollten.
Die Umweltverbände werden in den Medien oft in einem Satz mit den Grünen genannt. Nervt Sie das?
Die Umweltverbände spielen in der Schweiz eine sehr wichtige Rolle im Bereich Natur- und Landschaftsschutz. Wir haben einen grossen gemeinsamen Nenner.
Wie ist die Zusammenarbeit mit den Verbänden?
Wir arbeiten sehr gut mit ihnen zusammen. Parteien und Verbände sind wichtige Stützen unserer Demokratie. Auch ich bin als Mitglied bei Greenpeace in einem Umweltverband engagiert.
Nochmals zum Einstiegsthema: Ist es nicht ein unlösbarer Widerspruch der Grünen, dass sie die Landschaft schützen wollen und gleichzeitig platzintensive Alternativenergien fordern?
Die wenigen kontroversen Projekte werden von unseren Gegnern und den Medien gerne ins Zentrum der Debatte gerückt. Die ganz grosse Mehrheit der geplanten Projekte ist aber vollkommen unbestritten – auch im Bereich der Wasserkraft. Es ist jetzt wichtig, diese so rasch wie möglich umzusetzen. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.04.2012, 16:26 Uhr
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12 Kommentare
Die Grünen werden schon in wenigen Jahren Europaweit - aber auch in der Schweiz - in der Bedeutungslosigkeit versinken oder von den Piraten geentert..;-) - zu "altbacken" ist das Programm, genauso wie die meisten Vertreter der Grünen! Die Jungen wollen frischen Wind spüren - der sie am Schluss auch vorwärts bringt - es leben die Piraten..;-)! Antworten
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