Schweiz

Affäre Hildebrand: Zürcher Kantonsrat befreundet mit dem Informanten

Aktualisiert am 08.01.2012

Der SVP-Politiker Claudio Schmid kennt den Informatiker, der mit seinem Datendiebstahl die Affäre Hildebrand ins Rollen brachte. Schmid spielt eine wichtige Rolle als Quelle für die Medien.

Wollte den Informanten vom Datendiebstahl abhalten: SVP-Kantonsrat Claudio Schmid. (Bild: Kantonaler Gewerbeverband Zürich)

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Heute tauchte ein weiterer Name in der Affäre Hildebrand auf: Claudio Schmid. Der Zürcher SVP-Kantonsrat bestätigte der «NZZ am Sonntag», er sei mit dem Informanten R.T. «seit langem befreundet». Der Informatiker bei der Bank Sarasin hatte sich denn auch zu Beginn an den Zürcher Kantonsrat gewendet. Doch Schmid habe ihm nach Rücksprache mit einem Staatsanwalt vom Diebstahl der Bankdaten abgeraten. Vergeblich.

Schmid ist für den heutigen Frontartikel der «NZZ am Sonntag» die Hauptquelle. Und er informierte höchstwahrscheinlich auch den «Sonntagsblick».

Informant fürchtet Publizität

Der Informatiker R.T., der illegale Insidergeschäfte durch den Nationalbankpräsidenten vermutete, hat sich von Claudio Schmid nicht vom Plan abbringen lassen, Philipp Hildebrand zu stürzen, erzählt Schmid der «NZZ am Sonntag». Also habe schliesslich der Thurgauer Kantonsrat und Anwalt Hermann Lei die nötigen Kontakte hergestellt. Doch das sollte diskret und nicht über die Medien geschehen.

Als der «Blick» am 23. Dezember 2011 über die Finanztransaktionen von Hildebrands Frau Kashya berichtete, fürchtete R.T. seine Aktion könnte aufgeflogen sein. Kantonsrat Claudio Schmid fädelte daraufhin ein Treffen von R.T. mit zwei Blick-Journalisten ein, berichtet die «NZZ am Sonntag». Laut Schmid wollte der Informant aus der Bank Sarasin abklären, wie viel die Journalisten schon wussten. Damals war aber noch nicht bekannt, dass der Informatiker die Affäre mit seinem Datendiebstahl ins Rollen gebracht hatte.

«Er sprach ruhig und überlegt»

Der «Sonntagsblick» berichtet heute ebenfalls über das Treffen: R.T. «sprach ruhig und überlegt – und er machte nicht den Eindruck, als wolle er die Journalisten davon überzeugen, die Story an die Öffentlichkeit zu bringe», steht dort. Und weiter: «Da er den Reportern keine konkreten Beweise vorlegte, brachte der SonntagsBlick die Geschichte nicht.»

Der «Sonntagsblick» nennt den Namen seiner Auskunftsperson, auf die sich der Bericht über die Probleme des Informanten R.T. weitgehend stützt nicht. Es muss sich dabei aber um den auch von der «NZZ am Sonntag» zitierten Claudio Schmid handeln. (rub)

Erstellt: 08.01.2012, 17:50 Uhr

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