Schweiz

UBS-Kronzeuge Birkenfeld hilft auch Kanada

Aktualisiert am 27.09.2009

Kanada droht mit Klagen gegen die UBS: Die kanadischen Steuerbehörden erhalten Informationen von Bradley Birkenfeld – wie zuvor schon die USA.

Nach den USA jetzt Kanada: Der UBS droht neues Ungemach.

Nach den USA jetzt Kanada: Der UBS droht neues Ungemach.
Bild: Keystone

Toronto Gut einen Monat, nachdem die UBS den Frieden mit den amerikanischen Steuerbehörden gefunden hat, reisst der Canada Revenue Agency (CRA) der Geduldsfaden, wie der «Sonntag» heute berichtet. «Wir sind daran, mit der UBS zu diskutieren, damit wir Kooperation erhalten, doch, wenn wir, die kanadische Regierung, nicht erhalten, was wir fordern, werden wir andere Wege gehen. Und das kann bedeuten, wir nehmen den Rechtsweg», sagt Caitlin Workman, Sprecherin der CRA.

Was die Kanadier wütend macht, ist die Tatsache, dass bei der UBS dieselben Banker, die in Amerika illegal auf Kundensuche gingen, auch den kanadischen Markt bearbeiteten. Offenbar mit denselben Methoden. Trotzdem verweigert die UBS den Kanadiern die Einsicht in Bankkonten nach dem Muster des Steuervergleichs mit den USA.

Kanadier lassen nicht locker

«Die UBS will zu diesen Anschuldigungen keine Stellung nehmen», sagt UBS-Pressesprecher Dominique Gerster. Doch die Kanadier lassen nicht locker. Dies umso mehr, so schreiben kanadische Medien, weil Kanada nun auf denselben Whistleblower zählen könne, der die UBS schon in den USA verraten hat: Bradley Birkenfeld. «Er kooperiert auch mit Untersuchungsbehörden in anderen Ländern», sagt sein Anwalt David Meier. Die Bemühungen, von der UBS direkt Konten zu erhalten, mögen zwar bisher gescheitert sein. Aber langsam melden sich die kanadischen Steuersünder freiwillig bei den Behörden. Der Grund: die «Kapitulation» der UBS vor den amerikanischen Steuerbehörden.

Insgesamt 57 Kanadier, die zusammen gut 7 Millionen Franken unversteuerter Vermögen in der Schweiz gebunkert haben, haben sich bisher gestellt. 20 Fälle sind mittlerweile abgeschlossen. Ihnen drohen Bussen und Steuernachzahlungen in Millionenhöhe. Dies zeigte sich vor Jahresfrist. Damals erhielten die Kanadier dank einem Datenklau in Deutschland Informationen über 100 Konten in Liechtenstein. In dieser Angelegenheit sind bisher Rechnungen in der Höhe von 3 Millionen Dollar für Nachsteuern verschickt worden. (bru)

Erstellt: 27.09.2009, 12:21 Uhr

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