Schweiz

Noch strenger gegen italienische Steuersünder

Aktualisiert am 16.10.2009

Mehr Kameras, noch schärfere Kontrollen: Italiens Behörden intensivieren an der Grenze zur Schweiz die Jagd auf Steuersünder, die Geld in das Tessin bringen.

Überwachung an der Grenze: Italienische Finanzpolizisten mit Kamera am 2. Oktober in Ponte Chiasso.

Überwachung an der Grenze: Italienische Finanzpolizisten mit Kamera am 2. Oktober in Ponte Chiasso.
Bild: Keystone

Wurde bisher nur der Grenzübergang in Ponte Chiasso mit speziellen Infrarotkameras überwacht, so dehnte Italien diese Massnahme nun am Freitag auf alle Grenzübergänge Richtung Tessin aus. Selbst am kleinen, im Normalfall unbesetzten Übergang in Drezzo in der Nähe von Chiasso steht nun ein «Autovelox fiscale» genanntes Fahrzeug. Mit dieser Massnahme will die italienische Finanzpolizei illegalen Geldtransporteuren auf die Schliche kommen.

In diesem Jahr sei bisher gegen 264 Personen interveniert worden, erklärten die Behörden. Diese würden im Ausland, also in der Schweiz, Vermögenswerte von insgesamt über 180 Millionen Euro besitzen. Derzeit werde abgeklärt, ob die betroffenen Personen ihre Geschäfte aus Sicht des italienischen Fiskus korrekt abgewickelt hätten, teilte die «Guardia di Finanza» von Como am Freitag mit.

Scharfe Kritik aus dem Tessin

Die intensiven Kontrollen an der Grenze stehen im Zusammenhang mit der umstrittenen Steueramnestie, welche die Regierung Berlusconi vor kurzem erlassen hat. Sie ermöglicht es den Italienern, ihr im Ausland verstecktes Geld bei einer Busse von nur fünf Prozent in die Heimat zurück zu führen. Schätzungen gehen davon aus, dass allein aus dem Tessin rund 40 Milliarden Franken abgezogen werden könnten.

Im Tessin wurden die Grenzkontrollen der Italiener als illegaler Einschüchterungsversuch kritisiert. Die Infrarot-Kameras registrieren rund um die Uhr die Nummernschilder von sämtlichen Italienern, die in die Schweiz einreisen. Ein zentraler Computer wertet die Daten aus. Bei Personen, die von der «Guardia di Finanza» der Steuerhinterziehung oder anderer Finanzdelikte verdächtigt werden, löst der Computer automatisch Alarm aus.

Daten nach 15 Tagen gelöscht

Um nicht gegen das Gesetz zum Schutz der Privatsphäre zu verstossen, so informierte die Finanzpolizei weiter, werden die Daten nach spätestens 15 Tagen wieder gelöscht. Zudem wird an den Grenzübergängen mit Hinweisschildern auf die rigigen Überwachungsmethoden aufmerksam gemacht. (raa/sda)

Erstellt: 16.10.2009, 18:05 Uhr

0

Kommentar schreiben







 Ausland





Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

Noch keine Kommentare

Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre


Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!