Zehn Kältetote in Italien an einem Tag
Aktualisiert am 08.02.2012 2 Kommentare
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Der Kältewelle in Italien sind am Dienstag zehn weitere Menschen zum Opfer gefallen. Die Gesamtzahl der Kälteopfer in dem Land seit Beginn des extremen Winterwetters vor einer Woche stieg damit nach Behördenangaben auf 40.
Zu den neuen Opfern gehörten zwei erfrorene Obdachlose in Monza und Ferrara sowie ein geistig gestörter Mann, der nahe Genua erfroren aufgefunden wurde. Am Gardasee wurden minus 25 Grad Celsius gemessen, selbst im Süden des Landes schneite es heftig.
In der Stadt L'Aquila in den Abruzzen, die 2009 von einem Erdbeben zerstört worden war, fürchteten die eingeschneiten Bewohner eine Lebensmittelknappheit. Zugleich meldeten sie, ausgehungerte Wölfe seien im nahe gelegenen Dorf Trasacco aufgetaucht. In Venedig lassen die Minustemperaturen sogar Teile der Hauptwasserstrasse Canal Grande gefrieren.
Kälte auch an der Adria
Wegen der extremen Kältewelle sind in Polen weitere Menschen erfroren. Nach Angaben des polnischen Innenministeriums kamen seit Montag sechs Menschen bei eisigen Temperaturen ums Leben. Eine Ministeriumssprecherin sagte am Dienstag, drei weitere Menschen seien Kohlenmonoxidvergiftungen erlegen, nachdem sie Heizungsabgase einatmeten. In der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica deckte starker Wind Dächer ab und brachte Bäume zum Umstürzen. In Teilen der Stadt fiel der Strom aus.
Krankenhäuser in der kroatischen Stadt Split an der sonst mit milden Temperaturen gesegneten Adriaküste kämpften mit einem Ansturm von Verletzten, die auf Schnee und Eis ausgerutscht waren. Die Behörden in Litauen meldeten seit Jahresbeginn 23 Kältetote. In einem Vorort der serbischen Hauptstadt Belgrad kam eine 30-jährige Frau ums Leben, als riesige Eis- und Schneemengen sie unter sich begruben.
Notstand in Griechenland
Wegen schwerer Überschwemmungen riefen die Behörden im Nordosten Griechenlands unterdessen den Notstand aus. Retter befreiten fünf Personen aus den Fluten des Flusses Evros, der nach mehreren Tagen heftigen Regens über die Ufer getreten war. Das betroffene Gebiet liegt an der Grenze zu Bulgarien und der Türkei.
Bereits in der Nacht zum Dienstag wurden mehrere Anwohner aus Dörfern in der Region in Sicherheit gebracht. Zudem wurde der Verkehr im Norden Griechenlands durch schweren Schneefall behindert. In abgelegenen Gegenden fiel der Strom aus. Bei einer Springflut auf der Insel Symi in der Ägäis kam eine 40-jährige Frau ums Leben.
Am Montag war ein Staudamm des Stausees Iwanowo am oberen Flusslauf in Bulgarien gebrochen und hatte die Ortschaft Bisser überschwemmt. Dabei kamen acht Menschen ums Leben, etwa 700 Häuser wurden überflutet.
Kadaver in den Strassen
Die Strassen des Dorfes waren von einer dicken Schlammschicht bedeckt, entwurzelte Bäume und kaputte Autos versperrten die Strassen. Angestellte des Veterinäramts sammelten Kadaver ein. Die etwa 800 Einwohner wurden mit Wasser, Essen und Medizin versorgt.
Die Behörden riefen am Dienstag einen Tag der Trauer aus. Der bulgarische Präsident Rosen Plewneliew und die EU-Kommissarin für Humanitäre Hilfe, Kristalina Georgiewa, besuchten am Dienstag den Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. (kpn/sda)
Erstellt: 08.02.2012, 06:40 Uhr
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