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Tsunami-Warnung nach Erdbeben in Chile

Knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Chile haben heftige Nachbeben das südamerikanische Land erschüttert – kurz vor der Vereidigung des neuen Präsidenten.

Wenige Minuten vor Beginn der Zeremonie für den neuen Präsidenten erfolgte das Erdbeben und verängstigte Gäste und Journalisten: Kongress in Valparaiso.

Wenige Minuten vor Beginn der Zeremonie für den neuen Präsidenten erfolgte das Erdbeben und verängstigte Gäste und Journalisten: Kongress in Valparaiso.
Bild: Reuters

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Karte: Das Epizentrum

Chile ist am Donnerstag von einem Erdbeben der Stärke 7,2 erschüttert worden. Anschliessend gab die Marine eine Tsunami-Warnung heraus. Bewohner küstennaher Orte wurden aufgefordert, sich sofort in höher gelegene Gebiete zu begeben. Das Epizentrum lag 150 Kilometer südlich von der Hauptstadt Santiago. Den Angaben zufolge bebte die Erde gegen 11.40 Uhr Ortszeit gut eine Minute lang. Zwei kürzere und schwächere Nachbeben folgten.

Die Marine gab eine Tsunami-Warnung heraus. Bewohner küstennaher Orte wurden aufgefordert, sich sofort in höher gelegene Gebiete zu begeben. Über mögliche neue Opfer oder Schäden gab es zunächst keine Angaben. Die Beben lösten in Teilen des Landes Panik aus.

Beben kurz vor Vereidigung

Trotz des Bebens wurde Piñera in der Hafenstadt Valparaíso wie geplant vereidigt. Auch dort waren die Erschütterungen zu spüren. Die versammelten Würdenträge machten einen nervösen Eindruck, als das Bauwerk erzitterte. Das Parlamentsgebäude wurde unmittelbar darauf wegen der Tsunami-Warnung geräumt.

Mit besorgten Gesichtern und nervös lachend schauten viele Menschen auf die Kronleuchter, die an der Decke des Parlamentssaales schwankten. Auch in den Fernsehstudios sahen sich die Nachrichtensprecher besorgt um, als das Bild zu wackeln begann. Im weiter südlich gelegenen Katastrophengebiet stürzten tausende Menschen ins Freie. Perus Präsident Alan García zeigte sich jedoch nervenstark: «Wir wollen ja nichts dramatisieren. Das war ein Erdstoss. So etwas haben wir in Lima dauernd», sagte er auf der Freitreppe vor dem Parlament. Anschliessend ging er in das Gebäude.

Schwierige Aufgabe

Der rechtsgerichte Milliardär Piñera folgt auf die sozialistische Präsidentin Michelle Bachelet, die laut Verfassung nicht wieder kandidieren durfte. Drängendste Aufgabe dürfte für ihn zunächst die Bewältigung der Folgen des schweren Erdbebens von Ende Februar sein.

Als erste Amtshandlung wollte Piñera in die Küstenstadt Constitución reisen, die am 27. Februar von dem Beben und dem darauffolgenden Tsunami teilweise zerstört wurde. Bei dem Erdbeben waren knapp 500 Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt sind Schätzungen zufolge rund zwei Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen.

Vier Jahre Wiederaufbau

Bachelet hatte in der vergangenen Woche erklärt, der Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten werde bis zu vier Jahre dauern. Das Beben hatte die Stärke 8,8 und war damit einer der schwersten jemals gemessenen Erdstösse. Seitdem gab es 268 Nachbeben, von denen der Erdstoss vom Donnerstag der bisher schwerste war.

Bislang wurden nach Behördenangaben 497 Tote identifiziert. Es wurde befürchtet, dass auch einige der hunderten Vermissten ums Leben gekommen sind. Insgesamt sind Schätzungen zufolge rund zwei Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen. Die bisherige Staatschefin Michelle Bachelet hatte in der vergangenen Woche erklärt, der Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten werde bis zu vier Jahre dauern.

(vin/sam/sda/)

Erstellt: 11.03.2010, 18:22 Uhr