Tötung in Riehen gibt Rätsel auf
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Der Fall ist unschön und rätselhaft. Der Fall um den am Montag in Riehen tot aufgefundenen jüngeren Mann. Klar ist inzwischen erst, dass das gegen 14 Uhr in seiner Wohnung an der Rauracherstrasse erstochen aufgefundene Opfer ein 35-jähriger Deutscher ist, der schon seit ein paar Jahren in der Schweiz lebt und arbeitet. «Die Untersuchungen der Kriminaltechnischen Abteilung und des Instituts für Rechtsmedizin», so schreibt die Staatsanwaltschaft, «ergaben, dass der Mann durch eine noch unbekannte Täterschaft erstochen worden war.» Das heisst ein wenig alles und nichts, sagt aber nur, dass der Mann umgebracht worden ist.
Fragen bleiben. Etwa, wann der Mann in seiner Wohnung gegenüber des Rauracher-Centers umgebracht wurde. Was ist mit der Tatwaffe? Welches Motiv hatte der Täter oder die Täterin? Der Fall begann so: Eine gute Bekannte des Opfers fand den blutüberströmten A.D.* am frühen Montagnachmittag tot in seiner Wohnung. Sie war gekommen, weil sie sich Sorgen gemacht hatte. A.D. war nicht zur Arbeit erschienen. Sie verständigte noch in der Wohnung die Polizei.
Zurückgezogenes Leben
Ob die Frau einen Schlüssel, was ja naheliegt, besass und in welcher Beziehung sie zum Opfer stand, darüber will Peter Gill, Sprecher der Staatsanwaltschaft, «aus ermittlungstaktischen Gründen» im Moment nichts sagen. Zurzeit ist eine noch namenlose Sonderkommission (Soko) von 20 Personen dabei, Licht in diesen blutigen Tötungsakt zu bringen. 20 Polizeikräfte in einer Soko klingt nach viel, sei aber «courant normal, wenn wir es mit einem Tötungsdelikt ohne vorläufige Täterschaft zu tun haben». Am Montagabend kam es zu einer Festnahme, «doch es ist noch nicht klar, ob die Person in direktem Zusammenhang mit der Tat steht», so Gill.
Im Moment ist die Soko dabei, im «persönlichen Umfeld des Opfer zu ermitteln». Ist auf Spurensuche nach Tatverdächtigen und Motiven, aber gestern Nachmittag, nach einer erneuten Zusammenkunft, waren immer noch mehr Fragen als Antworten. Zur Rolle des Festgenommenen gab es keine weiterführenden Erkenntnisse.
Das Opfer führte seit zehn Jahren ein zurückgezogenes Leben in Riehens Süden. Drei unmittelbare Nachbarn im Reihenhaus sagen: «Er war ruhig und unauffällig.» Von seinem Leben hätten sie kaum etwas mitbekommen. Der Abwart der Liegenschaft hat A.D. ein «paar Mal» in der Waschküche angetroffen und mit ihm geredet. «Da hat er mir erzählt, dass er sardische Wurzeln hat. Und dass seine Eltern in Mainz wohnen.»
Was die Nachbarn über A.D. wussten
Der Schock über den Tod in ihrer Mitte war in der kleinbürgerlichen Siedlung gestern Gesprächsstoff. Fast jeder schien ein bisschen etwas über A.D. gewusst zu haben, aber niemand hat ihn gekannt. Er soll, so ein weiterer Nachbar, in einer Firma in Aesch oder Laufen gearbeitet haben. Dass er geschieden war und einst mit seiner Frau in der Wohnung lebte, wussten viele. «Ich habe seine Frau einmal in der Waschküche getroffen», so eine betagte Nachbarin, «und ihr gesagt, sie müsse sich eintragen, wenn sie waschen wolle. Da hat sie geantwortet, ich sei eine Hexe.»
Sicher ist, dass er bis 2008 in der Firma Ablaufreinigung Blitz-Blank in Riehen gearbeitet hat. Inhaber Ibrahim Campinari war sein Chef. Ein anständiger Mann sei A.D. gewesen. Nur sei er in den letzten Monaten bei Blitz-Blank manchmal krank gewesen und habe öfters verschlafen.
* Name der Redaktion bekannt (Basler Zeitung)
Erstellt: 08.02.2012, 08:49 Uhr
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