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Terrorverdächtige weisen Anschuldigungen zurück

Aktualisiert am 13.04.2012 5 Kommentare

Sie hätten zwar über Terroranschläge gesprochen, aber keinen auf die dänische Zeitung «Jyllands-Posten» geplant, sagten die Angeklagten beim Prozessauftakt. Das Blatt hatte die Mohammed-Karikaturen veröffentlicht.

Prozessauftakt in Kopenhagen: Das Fahrzeug mit den Terrorverdächtigen bei der Ankunft am Gericht. (13. April 2012)

Prozessauftakt in Kopenhagen: Das Fahrzeug mit den Terrorverdächtigen bei der Ankunft am Gericht. (13. April 2012)
Bild: AFP

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In Dänemark hat heute ein Prozess gegen vier Männer begonnen, die wegen Mohammed-Karikaturen einen Anschlag auf die Zeitung «Jyllands-Posten» geplant haben sollen. Die drei Schweden und ein Tunesier wiesen die Anschuldigungen zurück und plädierten über ihre Anwälte auf «nicht schuldig».

Anschlagsziel soll laut Staatsanwaltschaft eine Veranstaltung der Zeitung gewesen sein. Den vier Männern im Alter von 29 bis 44 Jahren wird «versuchter Terrorismus» vorgeworfen, worauf bis zu 14 Jahre Haft stehen.

«So viele Menschen wie möglich töten»

Laut Staatsanwaltschaft wollten sie bei einem Angriff auf das Kopenhagener Büro von «Jyllands-Posten» im Dezember 2010 so viele Menschen wie möglich töten. Ein Staatsanwalt präzisierte heute, das Attentat habe auf eine Feier der Zeitung verübt werden sollen, bei der auch der dänische Kronprinz Frederik anwesend gewesen sei.

Die Polizei konnte den Anschlag vereiteln, nachdem sie Telefongespräche der Männer abgehört hatte. Drei Verdächtige wurden in einer Wohnung in einem Vorort von Kopenhagen festgenommen, wo unter anderem eine Maschinenpistole mit scharfer Munition gefunden wurde. Der vierte Verdächtige wurde in der schwedischen Hauptstadt Stockholm gefasst.

Angeblich nur davon gesprochen

Die Verdächtigen sagten heute, zwar über Terroranschläge im Allgemeinen gesprochen, aber keinen geplant zu haben. Die drei Männer mit schwedischem Pass stammen aus Tunesien, dem Libanon und Marokko.

«Jyllands-Posten» hatte im Jahr 2005 als erste Zeitung mehrere Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlicht, die in der muslimischen Welt für viel Empörung sorgten. Die umstrittenen Zeichnungen zeigen den Propheten unter anderem mit einem Turban in Form einer Bombe mit glimmender Zündschnur auf dem Kopf. Einer Einschätzung des dänischen Geheimdiensts vom Januar zufolge ist die Zeitung weiterhin hochgradig anschlagsgefährdet.

Mehrjährige Strafen in Oslo

Ende Januar waren in der norwegischen Hauptstadt Oslo zwei Terrorverdächtige zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden, weil sie einen Anschlag auf die «Jyllands-Posten» und den Karikaturisten Kurt Westergaard geplant hatten. Dieser kam um Haaresbreite unbeschadet davon.

Ein als Drahtzieher geltender Norweger uigurischer Herkunft erhielt sieben Jahre Haft, sein Komplize, ein irakischer Kurde, dreieinhalb Jahre. In dem dänischen Prozess äusserte sich die Staatsanwaltschaft bislang nicht zu Strafforderungen.

Verbindungen nach Pakistan

Laut Ermittlern sollen Verbindungen der Verdächtigen nach Pakistan bestehen. Weitere Details sollen im Lauf des bis mindestens Ende Juni dauernden Prozesses genannt werden.

Von einem der Männer ist bekannt, dass er bereits zweimal festgenommen wurde – im Jahr 2007 von äthiopischen Truppen in Somalia und zwei Jahre später in Pakistan, wo er sich mit seiner Familie und einem Schweden, der zwei Jahre im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba verbracht hatte, aufhielt. (rbi/sda)

Erstellt: 13.04.2012, 18:17 Uhr

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5 Kommentare

Anastasia-Margarita Vaska

13.04.2012, 20:01 Uhr
Melden 20 Empfehlung 0

Diese verhinderten islamistischen Märtyrer tun mir so leid. Europa ist so böse und lässt sie keine Terroranschläge auf Zeitungen durchführen... Antworten


urs bilger

13.04.2012, 18:43 Uhr
Melden 16 Empfehlung 0

...wo unter anderem eine Maschinenpistole mit scharfer Munition gefunden wurde...
tja, dieser satz ist eigentlich überflüssig. sollte jemand wirklich vorhaben, so etwas zu veranstalten, würde er käumlich platzpatronen verwenden.
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