Panorama
Erdbeben im Iran – Suche nach Überlebenden eingestellt
Tausende mussten nach dem Beben die Nacht im Freien verbringen. (Video: Reuters )
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Nach den schweren Erdbeben im Iran haben die Rettungskräfte am Sonntag die Suche nach Überlebenden eingestellt. Das staatliche Fernsehen meldete am frühen Nachmittag den Abbruch der Bemühungen. Für die Obdachlosen seien bereits Hunderttausende Zelte errichtet worden, hiess es weiter. Etliche Länder haben ihre Hilfe angeboten, darunter Deutschland und die USA. Der iranische Innenminister Mohammed Najjar bestätigte die Hilfsangebote am Sonntag, lehnte sie jedoch ab.
Zwei Beben im Nordwesten des Iran haben mindestens 227 Menschen das Leben gekostet. Zuvor hatten die Behörden die Zahl der Toten auf mindestens 250 beziffert. Mehr als 1300 Menschen wurden dabei am Samstag nach jüngsten Angaben des Staatsfernsehens verletzt. Der stellvertretende Innenminister Hassan Kaddami hatte laut einem Bericht auf der Internetseite der iranischen Nachrichtenagentur Fars zuvor von mehr als 1800 Verletzten gesprochen. Tausende Menschen mussten die Nacht im Freien verbringen. Zugleich gab es zahlreiche Nachbeben.
Das erste Beben der Stärke 6,4 ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte um 16.53 Uhr (Ortszeit) nordöstlich der Millionenstadt Tabriz. Laut Fernsehbericht lag das Epizentrum zwischen den Städten Ahar und Haris, rund 500 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Teheran. Elf Minuten später folgte das zweite Erdbeben mit einer Stärke von 6,3. Den Angaben zufolge lag das Epizentrum dabei lediglich 48 Kilometer nordöstlich von Tabriz.
Ganze Dörfer dem Erdboden gleichgemacht
Von den Erschütterungen betroffen waren die Städte Ahar, Haris und Varzaqan in der Provinz Ost-Aserbaidschan. Mindestens sechs Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht, 60 weitere zu 50 bis 80 Prozent zerstört. Mindestens zehn Nachbeben wurden in der Region in der Nähe des Kaspischen Meeres registriert. Chalil Saei, Leiter des örtlichen Krisenstabs, rief die Menschen dazu auf, ihre Häuser zu verlassen und die Nacht in Parks und auf offenen Plätzen zu verbringen.
Rettungskräfte hatten die Nacht über Verschüttete aus Trümmern befreit und waren zu entfernt gelegenen Ortschaften vorgestossen. Im Fernsehen waren Aufnahmen von Menschen zu sehen, die auf Tragen in Krankenhäuser gebracht wurden, während andere dort bereits behandelt wurden.
Der Iran liegt in einem seismisch sehr aktiven Gebiet: Im Durchschnitt gibt es in dem Land ein leichtes Erdbeben pro Tag. Bei einem heftigen Beben 2003 in der im Südosten gelegenen Stadt Bam kamen rund 26'000 Menschen ums Leben. (kpn/kle/sda)
Erstellt: 12.08.2012, 13:24 Uhr
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