Schwere Nachbeben in Chile
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Die Erdstösse erreichten nach Angaben der amerikanischen Erdbebenwarte Stärken von bis zu 6,6 und waren damit die schwersten seit dem verheerenden 8,8-Erdbeben vom vergangenen Samstag. Einige bereits beschädigte Gebäude stürzten ganz ein. Berichte über neue Opfer gab es zunächst nicht. Die Marine betonte, es bestünde keine Gefahr neuer Tsunamis.
Die zahlreichen Nachbeben – allein elf seit Freitag kurz nach Mitternacht – sind nach Angaben von Experten normal. Die traumatisierten Menschen versetzen sie jedoch immer wieder in Angst und Schrecken; zudem behindern die Hilfe für Millionen Bedürftige.
Zusagen der Vereinten Nationen
Die Vereinten Nationen stellen für die Erdbebenopfer in Chile zehn Millionen Dollar bereit. Das kündigte Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon kurz nach seiner Ankunft in der Hauptstadt Santiago de Chile am Freitag an. Ban wurde von der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet empfangen. Die Vereinten Nationen wollten Chile Nothilfe, technische und finanzielle Hilfe zum Wiederaufbau leisten, sagte Bachelet.
Ban will am Samstag in die am schwersten von dem Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami betroffenen Küstengebiete um Concepción und Talcahuano fahren.
Möglicherweise weniger Todesopfer
Zum Gedenken an die Opfer ordnete die chilenische Regierung eine dreitägige Staatstrauer an. Sie soll am Sonntag um Mitternacht beginnen. Präsidentin Bachelet rief die Bürger auf, als Zeichen der Solidarität mit den Opfern an jedem Haus eine chilenische Flagge aufzuhängen.
Die Behörden teilten zudem mit, nach dem Erdbeben vom vergangenen Wochenende seien bislang 279 Tote identifiziert worden. Unklar sei, wie viele Menschen insgesamt gestorben seien. Es gebe noch unidentifizierte Leichen, aber frühere Opferzahlen seien wahrscheinlich ungenau gewesen. Zuvor war von 802 Toten die Rede gewesen.
Die Regierung in der Kritik
Die fehlerhaften Angaben zu den Todeszahlen löste neue Kritik an der Regierung aus. Sie war schon zuvor wegen der fatalen Tsunami- Entwarnung am Tag des Erdbebens sowie des späten Einsatzes von Truppen gegen Plünderer im Katastrophengebiet und des späten Eintreffens von Hilfsgütern für die Millionen Hilfsbedürftigen angegriffen worden.
Die Schäden allein an der Infrastruktur werden auf etwa 30 Milliarden Dollar geschätzt. (raa/sda)
Erstellt: 05.03.2010, 22:34 Uhr















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