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Schrill, Surrealistisch, Schiaparelli
Von Olivia Müller. Aktualisiert am 23.06.2012 1 Kommentar
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Anna Wintour trägt Chanel. Dieses Jahr aber trug die Gastgeberin der alljährlich stattfindenden Met Balls: Prada. Und dies kam nicht von ungefähr: «Schiaparelli and Prada: Impossible Conversations», so heisst die Ausstellung der Saison im Metropolitan Museum of Art. Auf der Robe der mächtigsten Frau im Modebusiness war denn auch ein güldener Lobster appliziert. Ein Motiv, das Elsa Schiaparelli häufig zu verwenden pflegte.
Dalí und die Mode
Der ursprünglich aus Rom stammenden Schneiderin Schiaparelli selig, ist denn auch die kommende Ausstellung des Costume Institute gewidmet. Weniger bekannt denn ihre Landsgenossin Miuccia Prada, gelang es der 1973 verstorbenen Designerin Ende der 1920er-Jahre in Paris ein kleines Fashionimperium zu etablieren. Sie brachte den Dadaismus und Surrealismus in die Mode ein – Salvador Dalí war ein guter Freund –, erfand das sogenannte Dianadekolleté, der asymmetrisch geschnittene Ausschnitt, der eine Schulter völlig entblösst, und machte unter anderem den Turban salonfähig.
«Sie mögen vieles gemeinsam haben, allen voran glaubten sie daran, mit Modekonventionen zu brechen», liess Wintour über die beiden Italienerinnen verlauten. Auch die Chefredaktorin selbst brach mit ihrer Tradition und erschien für einmal nicht in Chanel. Die Frisur sass jedoch in gewohnt steifer Manier (ist es eine Perücke oder nicht?), die Füsse steckten comme il faut in silbernen Riemchen-Sandalen (man trägt zum Ball keine Pumps!), um die Schultern schmiegte sich ein sündhaft teures Cape (ist es Nerz?). Begleitet von ihrer 25-jährigen Tochter Bee lächelte «der Teufel» milde in jede Kamera.
Exklusives Stelldichein
Die ausladenden Treppen mit rotem Teppich, gesäumt von Presse und Paparazzi, schritten sie gestern empor: Die Crème de la Crème der Modeszene, eskortiert von den Stars und Sternchen Hollywoods. Gwyneth Paltrow, Beyoncé und auch die wenig stilsichere Jessica Biel generierten gehörig Presse.
Es gibt zahlreiche Anlässe, die den Profilierungsneurosen der Primadonnen Genüge tun. Der Garantie auf den ganz grossen Auftritt bietet lediglich: Die Costume Institute Gala. Das exquisit-elitäre Stelldichein steht auch nicht geladenen Gästen offen: Ab 10'000 Dollar bis zu einer Viertelmillion für einen Tisch ist man dabei.
Die alte Avantgarde bleibt angesagt
Schiaparellis schärfste Konkurrentin war im Übrigen: Coco Chanel. Anders als Chanel überlebte die Marke Schiaparellis nicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg liefen die Geschäfte schlecht, 1952 wurde das Atelier geschlossen. 60 Jahre später erwiesen ihr eine Modepäpstin und ihre geladene Gästeschar die Ehre. Surrealistisch, schrill und vor allem: pink! Prompt proklamieren die Erben Schiaparellis ein Revival des Brands.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.05.2012, 10:54 Uhr
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