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Polizistenstreik gefährdet Karneval von Rio

Aktualisiert am 10.02.2012 6 Kommentare

In Rio de Janeiro sind die Polizeibeamten in den Streik getreten. Damit wollen sie für bessere Löhne kämpfen. Mit dem Arbeitsausstand der Ordnungshüter steht nun der weltberühmte Karneval auf der Kippe.

Kamen teilweise auch verkleidet: Polizeibeamte auf den Strassen von Rio. (9. Februar 2012)

Kamen teilweise auch verkleidet: Polizeibeamte auf den Strassen von Rio. (9. Februar 2012)
Bild: Keystone

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Polizisten im brasilianischen Bundesstaat Rio haben am Donnerstagabend eine Woche vor Beginn des weltberühmten Karnevals in Rio de Janeiro einen Streik beschlossen. Damit wollen sie trotz der bereits versprochenen Lohnerhöhung für mehr Geld kämpfen.

Die am Donnerstag vom Parlament genehmigte Lohnerhöhung beträgt nämlich nur die Hälfte der von den Polizisten geforderten Steigerung. In kaum einem brasilianischen Bundesstaat werden Polizisten schlechter bezahlt.

Mit dem Arbeitsboykott der Gesetzeshüter steht auch der geregelte Ablauf des am 17. Februar beginnenden Karnevals auf der Kippe. Jedes Jahr kommen rund 800'000 Touristen in die Metropole, die allein schon sechs Millionen Einwohner zählt. Soldaten sollen nun während des Streiks an der Copacabana für Ordnung sorgen.

Streik von Salvador da Bahia beendet

Zuvor hatten während Tagen schon in Salvador da Bahia Polizisten gestreikt und das Parlamentsgebäude besetzt. Am Donnerstag gaben die 200 streikenden Beamten ihre Besetzung des Regionalparlaments in der brasilianischen Millionenstadt auf. Wie ein Sprecher des Bundesstaats Bahia mitteilte, wurde das Parlament am Morgen nach neun Tagen friedlich geräumt.

Zwei Streikführer wurden festgenommen, unter ihnen Marco Prisco, ein politischer Rivale des Gouverneurs von Bahia, und Jaques Wagner von der linksgerichteten Arbeitspartei (PT).

Kriminalität schnellte nach oben

Die insgesamt etwa 10'000 an dem Streik Beteiligten hatten höhere Gehälter, bessere Arbeitsbedingungen sowie keine Strafen wegen ihrer Beteiligung an dem Ausstand gefordert. Die Regierung in Brasilia hatte 3500 Soldaten und Elitepolizisten nach Salvador entsandt. Die Küstenmetropole ist die Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Bahia und einer der Austragungsorte der Fussball-WM 2014.

Durch den Streik der Militärpolizisten schnellte die Kriminalitätsrate nach oben. Nach Angaben der Behörden des Bundesstaats wurden seit Beginn des Streiks in Salvador und Umgebung mindestens 120 Morde verübt. Die Tourismusbranche fürchtete wenige Tage vor dem Karneval negative Auswirkungen auf den Fremdenverkehr. (kpn/sda)

Erstellt: 10.02.2012, 07:38 Uhr

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6 Kommentare

Philippe Latscha

10.02.2012, 09:09 Uhr
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Ich kann den Streik nach höheren Löhnen nur unterstützen. Polizisten in Brasilien werden so schlecht bezahlt - und riskieren täglich ihr Leben - dass sogar die Bevölkerung sie nicht mehr ernst nimmt. Ihnen wird die Motivation genommen, bei gefährlichen Situationen einzugreifen. Viele fragen sich wofür, wenn sie noch nicht einmal in der Lage sind, ihre eigenen Familien zu unterstützen. Verständlich Antworten


marco stefan

10.02.2012, 09:07 Uhr
Melden 1 Empfehlung

die 2 grossanlässe in den nächsten jahren in brasilien lassen grüssen- Antworten




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