Panorama

«Ordinär und pathetisch»

Aktualisiert am 18.11.2011 7 Kommentare

Der italienische Starfotograf Oliviero Toscani hat die umstrittene Werbekampagne seines früheren Arbeitgebers Benetton scharf kritisiert. Der Kuss zwischen dem Papst und einem Imam ist «idiotisch».

1/10 Ästhetisiertes Prekariat: Benetton sucht in seiner neuen Kampagne den Arbeitslosen des Jahres.

   

Das Ziel der neuen Benetton-Werbung sei gut, die Umsetzung schlecht: Fotograf Oliviero Toscani.

Artikel zum Thema

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Die Werbung sei «ordinär und pathetisch», erklärte der Fotograf Oliviero Toscani heute in der Zeitung «La Repubblica». Die Fotos seien nicht kreativ und wirkten «wie die Werke von Anfängern an einer Kunsthochschule».

Nach heftigem Protest des Vatikans hatte das italienische Modeunternehmen das Foto mit dem Papst und dem Imam am Mittwochabend zurückgezogen. Das Werbeplakat, das seit Mittwoch in Benetton-Läden in aller Welt hing, zeigte Papst Benedikt XVI., den Kopf leicht zurückgeneigt, wie er seine Lippen auf die des ägyptischen Imams Ahmed al-Tajjeb presst. Ein weiteres – nicht zurückgezogenes – Bild der Kampagne unter dem Titel UNHATE («Nicht-Hass») zeigt Küsse zwischen US-Präsident Barack Obama und seinem chinesischen Kollegen Hu Jintao sowie Venezuelas Staatschef Hugo Chávez. Auch das Weisse Haus hatte verärgert auf die Kampagne reagiert.

Zwar verfolge Benetton mit der Kampagne gegen den Hass in der Welt ein gutes Ziel, die verwendeten Mittel seien aber «idiotisch», sagte Toscani, der selbst mit schockierenden Bildern für die Modekette für Aufsehen gesorgt hatte. Unter anderem zeigte er einen Aids-Sterbenden sowie Todeskandidaten in den USA und fotografierte für eine Kampagne gegen Anorexie das völlig abgemagerte französische Model Isabelle Caro, das inzwischen gestorben ist. Für die Empörung des Vatikans und des Weissen Hauses über die jüngste Kampagne zeigte der Fotograf hingegen Verständnis. Es sei normal, dass sich Menschen aufregten, wenn sie sich verletzt fühlten. (bru/AFP)

Erstellt: 18.11.2011, 14:41 Uhr

7

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

7 Kommentare

Rita Vögeli

18.11.2011, 20:26 Uhr
Melden 2 Empfehlung 0

schlechten Geschmack kann man nicht entschuldigen, und guten Geschmack offensichtlich nicht lernen.
- diese Benetton Reklame ist schon beinahe ein Wunsch bankrott zu gehen..- werde NIE mehr Produkte dieser Firma kaufen- es ist ja nicht das erste mal dass sie so etwas produzieren.
Für mich heisst schlechte Reklame gleich schlechte Geschäftsführung und schlechte Ware.
Antworten


Stefan Flüeler

19.11.2011, 11:21 Uhr
Melden 2 Empfehlung 0

Eine Weile lang funktionierte solche hyper-nervige Werbung gut; möglichst grell, möglichst schrill, möglichst daneben, möglichst auffällig. In letzter Zeit wird sie jedoch immer weniger beachtet. Ich denke, Benetton reitet einen toten Gaul und die Welle ist bald endgültig vorbei. Zunehmend beginnen auch die so beworbenen Produkte + Unternehmen zu nerven. Der Hype ist zur Negativ-Werbung geworden. Antworten



Panorama

Populär auf Facebook Privatsphäre


Benegast

Benegast® die erste ganzheitliche Marke für alle Verdauungsprobleme.

Genusswelt

Entdecken Sie Weine, Spirituosen, Zigarren und vieles mehr!

Alles für Abonnenten und Abonnentinnen

Laden Sie sich Ihr ePaper auf Ihren Computer und blättern Sie gratis und ab 5 Uhr früh in Ihrem "Bund".

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.