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Ohne Festakt aufgegleist
Von Bruno Kaufmann. Aktualisiert am 03.05.2012 9 Kommentare
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Nach dem schweren Unglück einer Flirt-Testkomposition in Südnorwegen von Mitte Februar haben die Norwegischen Staatsbahnen (NSB) am Mittwoch den fahrplanmässigen Betrieb mit den Zügen des Schweizer Herstellers Stadler aufgenommen. «Ein Tag der Freude und Zuversicht», kommentierte NSB-Sprecher Åge-Christopher die Abfahrt der ersten Zugkomposition ab dem Osloer Hauptbahnhof um 14.11 Uhr.
Der symbolträchtige Schritt im grössten Neuanschaffungsgeschäft der NSB fand ohne jeglichen Festakt oder öffentliche Aufmerksamkeit statt. Dabei investiert Norwegen fast eine Milliarde Franken in die neuen Züge aus der Schweiz.
Unfall wegen Telefon
Am 15. Februar – wenige Tage vor der ursprünglich geplanten Aufnahme des fahrplanmässigen Verkehrs mit den neuen Zügen aus der Schweiz – war eine FlirtKomposition südlich von Oslo entgleist und in eine Felswand gerast. Während der Zug einem Schrotthaufen glich, überlebten die fünf Personen an Bord das Unglück mit leichten bis mittelschweren Verletzungen. Die Untersuchungen einer norwegischen Havariekommission haben unterdessen ergeben, dass der Flirt wegen eines Fehlers des norwegischen Lokomotivführers entgleiste. Dieser hatte sich durch ein Telefongespräch ablenken lassen und liess den Zug in hoher Geschwindigkeit in eine Kurve fahren. Technische Mängel an dem Trassee oder dem Zug wurden bislang keine festgestellt.
Deshalb hat die staatliche Kontrollbehörde für den Schienenverkehr erst jetzt die ersten der 50 angeschafften Flirtkompositionen für den Regelbetrieb freigegeben. Sie sollen vor allem auf den stark belasteten Pendlerstrecken rund um die Hauptstadt Oslo eingesetzt werden. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 03.05.2012, 07:12 Uhr
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