Panorama

Moralwächter der Nation auf Abwegen

Aktualisiert am 08.02.2012

Drei indische Minister sollen sich während einer Parlamentssitzung Pornoclips auf ihren Handys angesehen haben. Was sie nicht wussten: Sie wurden dabei gefilmt. Nun zogen die Politiker die Konsequenzen.

Rücktritt nach angeblichem Konsum von Pornoclips: Minister in einem indischen Landesparlament.

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In Indien sorgen derzeit heimlich mitgeschnittene Videoaufnahmen für einen Politskandal. Auf den Bildern soll zu sehen sein, wie sich drei Minister während einer Sitzung heimlich anrüchige Handyfilmchen zu Gemüte führen.

Pikant: Die drei Politiker aus dem südindischen Bundesstaat Karnataka gehören der hindu-nationalistischen BJP an. Die Partei stellt sich selber immer wieder als Moralwächterin der Nation dar. Auf Druck von Aussen sind die Minister nun zurückgetreten: «Um unserer Partei Unannehmlichkeiten zu ersparen».

Gleichzeitig weisen sie die Vorwürfe vehement zurück. Als Rechtfertigung dient eine etwas gar abenteuerlich anmutende Erklärung: Der Filmausschnitt habe gezeigt, wie eine Frau nach einer Techno-Party von vier Männern vergewaltigt worden sei. Damit hätten sie sich auf eine Parlamentsdiskussion über die negativen Auswirkungen solcher Partys vorbereiten wollen, erklären die Politiker.

(mrs)

Erstellt: 08.02.2012, 23:12 Uhr


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