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Mann wirft Schuh nach Breivik

Aktualisiert am 11.05.2012

Ein Teil der Zuhörer hat laut Berichten applaudiert, als ein Gerichtszuschauer Anders Behring Breivik heute mit einem Schuh bewarf. Der Prozess wurde daraufhin unterbrochen.

Seit April vor Gericht: Anders Behring Breivik mit seinem Anwalt Geir Lippestad. (9. Mai 2012)

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Bild: AFP

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Die Anschläge in Norwegen: Chronologie einer Tragödie

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Der Bombenanschlag auf das Regierungsviertel in Oslo und das Blutbad in einem politischen Jugendlager auf der Insel Utöya traumatisieren ein ganzes Land.

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Beim Prozess zu den Anschlägen in Norwegen hat am Freitag der Bruder eines Opfers in Richtung des Attentäters Anders Behring Breivik geworfen und diesen beschimpft. «Du bist ein Mörder, fahr zur Hölle!», rief der Mann mehrmals, wie eine Journalistin der Presseagentur AP am Freitag aus dem Gerichtssaal berichtete. Ein Teil der Zuhörer applaudierte. Der Vorfall führte zu einer Unterbrechung des Prozesses.

Breivik sei ruhig geblieben und habe gelächelt, als Sicherheitsleute den Angreifer aus dem Gerichtssaal führten. Einige Zuschauer hätten geklatscht und «Bravo» gerufen, sagte die Journalistin. Andere hätten geweint. Die Verhandlung wurde daraufhin kurzzeitig unterbrochen. Beim Prozesstag am Freitag erläuterten Forensiker die Ergebnisse der Obduktionen einiger Opfer der Anschläge.

Erster Gefühlsausbruch eines Zuschauers

Nach der zehnminütigen Pause habe Breivik gesagt: «Wenn jemand etwas auf mich werfen will, kann er das tun, wenn ich hereinkomme oder herausgehe.» Polizeichef Rune Björsvik nannte den Angriff eine «spontane und emotionale Reaktion». Der Wurf mit dem Schuh habe kein Sicherheitsrisiko dargestellt.

Es war der erste Gefühlsausbruch eines Zuschauers im Prozess gegen Breivik. Das Werfen von Schuhen gilt in vielen Ländern aus Ausdruck tiefster Verachtung. Ein Angriff mit einem Schuh auf den damaligen US-Präsident George W. Bush bei einer Pressekonferenz in Bagdad hatte 2008 ein weltweites Medienecho ausgelöst.

Breivik hatte am 22. Juli 2011 zunächst im Osloer Regierungsviertel mit einer Autobombe acht Menschen getötet, bevor er in einem Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei auf Utöya 69 Menschen tötete. Der 33-Jährige ist geständig, plädierte aber auf nicht schuldig. Seinen Angaben zufolge waren die blutigen Anschläge «grausam, aber notwendig», um Norwegen vor einer angeblich drohenden «muslimischen Invasion» zu retten. (fko/heb/AFP)

Erstellt: 11.05.2012, 11:54 Uhr

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