Panorama

Luzerner streiten über Faschisten-Konzert

Aktualisiert am 15.09.2009

Die Luzerner Kantonsregierung will ein Konzert des kroatischen Sängers Thompson in Kriens nicht verbieten. Parlamentarier laufen Sturm.

Bekannt für hetzerische Texte: Thompson.

Bekannt für hetzerische Texte: Thompson.

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Der kroatische Sänger Marko Perkovic alias Thompson soll am 3. Oktober im «Froschkönig» in Kriens LU auftreten. Perkovic ist für seine hetzerischen Texte und seine Verherrlichung der kroatischen Faschisten (Ustascha) bekannt.

Lathan Suntharalingam (SP) forderte in einer dringlichen Anfrage den Kantonsrat auf, klar Stellung zu diesem «unsäglichen» Konzert zu beziehen. Sonst mache er sich mitschuldig. Rolf Born (FDP) blies ins gleiche Hort. Er verurteile es, wenn unter dem Deckmantel der Kultur rechtsextreme Positionen verbreitet würden. Er verurteile auch den Veranstalter, der seine Verantwortung nicht wahrnehme. Auch mögliche Demonstranten gegen Perkovic müssten sich aber ihrer Verantwortung bewusst sein.

Suntharalingam wollte, dass die Regierung das Konzert mittels der Polizei-Generalklausel verbietet. Es könne nicht sein, dass der Staat einen Auftritt eines ausländischen Faschisten nicht verhindern könne. Auch Daniela Kiener (SP) fand, dass das Konzert nicht geduldet werden müsse, nur weil es in einem privaten Lokal stattfinde.

Mit Veranstalter im Gespräch

Regierungsrätin Yvonne Schärli wies Vorwürfe zurück, der Kanton und der Gemeinderat von Kriens seien untätig. Mit dem Veranstalter sei sehr früh das Gespräch gesucht worden. Normalerweise führten solche Gespräche zum Ziel. Sie hoffe, der «Froschkönig» habe die Grösse, nach all den Diskussionen das umstrittene Konzert abzusagen.

Der Anwendung der Generalklausel und einem Verbot des Konzertes erteilte Schärli Suntharalingam eine Absage. Die Regierung sei bei dieser Massnahme sehr zurückhaltend und wolle keine Praxisänderung. Die Polizei werde aber inner- und ausserhalb des Lokales anwesend sein.

Beim Bund angefragt

Gemäss Schärli hatte sich die Kantonspolizei auch beim Bund erkundigt, ob gegen den rechtsextremen Musiker nicht eine Einreisesperre verhängt werden könnte. Offenbar war eine solche aber nicht möglich. (cpm/sda)

Erstellt: 15.09.2009, 11:45 Uhr

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