Panorama

Klirrende Kälte in Europa – 36 Menschen erfroren

Aktualisiert am 31.01.2012 39 Kommentare

Die Kältewelle in Osteuropa hat bislang mindestens 36 Menschen das Leben gekostet. Allein in der Ukraine erfroren 18 Menschen. Die Meteorologen rechnen nicht mit einer Wetterbesserung.

1/47 Sonnenaufgang in Basel. (9. Februar 2012)
Leserreporter: Georg Szaloky

   

Wetterdienste erwarten zum Ende der Wochen Temperaturen um minus 18 Grad. (Video: Reuters)

Schnee in Italien

Nach starken Schneefällen liegt der Nordwesten Italiens unter einer dicken weissen Decke. Weil auch in der piemontesischen Metropole Turin knapp 20 Zentimeter Schnee gefallen sind und Gefahr durch Eisglätte drohte, blieben die Turiner Schulen am Montag geschlossen, wie Medien berichteten.

Kinder bauten stattdessen auf den Plätzen der Stadt Schneemänner. Zeitweise ohne Strom waren am Wochenende etwa 9000 Menschen vor allem in Alessandria und Asti. Hunderte Techniker waren im Einsatz, um die Schäden – vor allem Leitungsbrüche durch das Gewicht des Schnees – zu beheben. (sda)

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Die Kältewelle in Osteuropa hat bislang mindestens 36 Menschen das Leben gekostet. Allein in der Ukraine erfroren 18 Menschen, die meisten der Toten sind Obdachlose. Auch in Polen, Serbien, Bulgarien, der Türkei und in Rumänien gab es bereits Kältetote.

In der Ukraine mussten fast 500 Menschen zwischen Freitag und Sonntag vergangener Woche wegen Unterkühlung und Erfrierungen medizinisch behandelt werden, wie das Katastrophenschutzministerium mitteilte. Die Regierung rief die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben. Am Tag fiel das Thermometer in der Ukraine auf minus 16 Grad, in der Nacht auf minus 23 Grad. Die Behörden stellten 1500 Notunterkünfte bereit, 17'000 Menschen hätten in diesen bereits Zuflucht gesucht. Schulen und Kindergärten wurden geschlossen.

Ältere Menschen und Obdachlose

In Polen erfroren mindestens zehn Menschen bei Temperaturen von bis zu minus 26 Grad am Montag. Eine Sprecherin des polnischen Innenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AP, vor allem ältere Menschen und Obdachlose seien unter den Todesopfern. Die Polizei suche in leerstehenden Häusern nach Obdachlosen, um sie in Notunterkünfte zu bringen. Die Stadt Warschau beschloss, mehr als 40 Heizpilze an den am stärksten frequentierten Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs aufzustellen.

In der tschechischen Hauptstadt Prag errichteten die Behörden Zelte für schätzungsweise 3000 Obdachlose. Es kam zu Behinderungen beim Zugverkehr, weil Gleise durch die eisigen Temperaturen beschädigt wurden.

Drei Menschen in Serbien erfroren

Starke Schneefälle und eisige Temperaturen kosteten in Serbien drei Menschen das Leben. Die Behörden erklärten, in Zentralserbien sei eine Frau in einem Schneesturm erfroren, ein älterer Mann sei tot im Schnee vor seinem Haus gefunden worden. Ein 81-Jähriger starb in seinem Haus in derselben Region. Weiter südlich wurde nach zwei Männern gesucht, die beide über 70 Jahre alt waren.

Die Behörden haben ältere Menschen aufgefordert, ihre Häuser angesichts von Temperaturen von minus 20 Grad in einigen Landesteilen nicht zu verlassen. Der Schneefall führte ausserdem zu Verkehrsproblemen und Stromausfällen. Starker Wind behinderte die Räumarbeiten.

Tote auch in Bulgarien

In Bulgarien erfror ein 57-jähriger Mann. In 25 der 28 Provinzen wurde der Notstand ausgerufen. In der Hauptstadt Sofia gaben die Behörden heissen Tee aus und brachten Obdachlose in Notunkterkünften unter. Wegen starker Winde wurde der Hafen Varna am Schwarzen Meer geschlossen.

Teile einer Schnellstrasse von der Türkei nach Bulgarien und Griechenland wurden wegen heftigen Schneefalls gesperrt. Fast 200 Flüge der Turkish Airlines von und nach Istanbul wurden gestrichen. Eine Sporthalle in Istanbul wurde etwa 350 Obdachlosen als Notunterkunft zur Verfügung gestellt. Die Temperatur in der türkischen Provinz Kars an der Grenze zu Armenien sank in der Nacht zum Montag auf minus 25 Grad.

In Rumänien erfroren vier Menschen. Häftlinge wurden von den Behörden zum Schneeschaufeln vor einem Tierheim abkommandiert.

Die Meteorologen rechnen nicht mit einer Wetterbesserung. «Wir bekommen ein bisschen 'echten' Winter diese Woche», sagte die kroatische Meteorologin Zoran Vakula.

Wetterwechsel auch in der Schweiz

Mit den warmen Temperaturen ist es auch in der Schweiz vorbei. Mit dem Monatswechsel sagen die Meteorologen auch einen Wetterwechsel voraus.

«Nun stellt sich die Wetterlage grundlegend um», teilt Meteonews mit. Ein riesiges Kältehoch über Russland wird ab Wochenmitte eiskalte, aber trockene Luft in die Schweiz schicken. Am Donnerstag soll es höchstens minus fünf Grad werden, die Meteorologen rechnen mit mehreren Eistagen in Folge.

Besonders warm anziehen müssen sich vor allem die Wintersportler in den Bergen. Am kommenden Wochenende werden auf 2000 Metern Höhe um die minus 20 Grad erwartet. Im Oberengadin könnten die Temperaturen sogar bis 30 Grad unter null sinken, schreibt Meteomedia. (kpn/mrs/sda)

Erstellt: 31.01.2012, 09:05 Uhr

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39 Kommentare

Frank Zuffnik

30.01.2012, 10:11 Uhr
Melden 77 Empfehlung

Einmal mehr kommt aus Russland von den Kolumnisten nichts gutes. Jetzt hatt ich mich schon gefreut, weil die Klimaverwaermung mir manches Scheibenkratzen im Januar erspart hat, aber damit ist jetzt scheinbar Schluss, einfach weil die linke Neidgesellschaft nun extra bei ihren Genossen ein Kaeltehoch bestellt hat, damits nicht zu angenehm wird. Darum: Iniatitive fuer ganzjahrigen Sommer ist noetig! Antworten


Doris Doebeli

30.01.2012, 13:02 Uhr
Melden 73 Empfehlung

Juhui, endlich kann ich mal den Tiefkühler enteisen und den Inhalt auf dem Balkon zwischenlagern. Wie lange musste ich auf diesen Moment warten... :-)) Antworten



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