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«Ja, es stimmt. Ich liebe Kapitän Schettino»

Aktualisiert am 02.02.2012 18 Kommentare

Eine 25-jährige Moldauerin war mit Kapitän Francesco Schettino auf der Kommandobrücke, als die Costa Concordia einen Felsen rammte. Die Ermittler haben die Geliebte des Kapitäns sechs Stunden lang befragt.

1/3 «Ich war sein Gast auf dem Schiff», sagt Domnica Tschemortan, die eine Affäre mit Costa-Kapitän Francesco Schettino zugegeben hat.

   

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Costa Concordia – die Chronologie

Costa Concordia – die Chronologie
Am 13. Januar 2012 kenterte vor der italienischen Insel Giglio das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia gekentert. 32 Menschen starben.

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Drei Wochen nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia vor der Insel Giglio hat die 25-jährige Domnica Tschemortan in einer Einvernahme geschildert, was sie in den dramatischen Stunden erlebt hatte. Sie sei mit Kapitän Francesco Schettino zusammen gewesen, auf der Kommandobrücke des Schiffs, als das Unglück passierte. «Ja, es stimmt. Ich liebe Kapitän Schettino. Ich war sein Gast auf dem Schiff», sagte die aus Moldau stammende Frau gemäss einem Bericht der Zeitung «La Stampa».

In früheren Interviews hatte die blonde Tänzerin die Affäre mit Schettino bestritten und erklärt, der 52 Jahre alte Schettino sei ein guter Familienvater. Über ihr Verhältnis zu Schettino wurde die 25-Jährige befragt, weil die Taucher in der Kabine des Costa-Kapitäns persönliche Gegenstände der jungen Frau gefunden hatten. Zudem hatte es Gerüchte gegeben, dass eine Frau auf der Kommandobrücke gewesen sei.

Oberstaatsanwaltschaft: Schettino-Geliebte trotzdem eine wichtige Zeugin

«Er hat sich verhalten wie ein Held», sagte sie über Schettino. Er habe mit seinem Verhalten Hunderte, wenn nicht gar Tausende Menschenleben gerettet. Zudem berichtete sie, dass sich alle Besatzungsmitglieder an Bord des Schiffs professionell verhalten hätten. Die Frau sagte weiter, sie habe für die Costa-Reederei auf anderen Schiffen gearbeitet und an Bord der Concordia ihren 25. Geburtstag feiern wollen.

Aufgrund der Nähe zu Schettino, der bisher als Hauptschuldiger der Havarie gilt, erstaunt es wenig, dass sich Domnica Tschemortan positiv über ihren Gastgeber äusserte. Dennoch: Ihre Aussagen wurden vom Oberstaatsanwalt der toskanischen Stadt Grosseto, Francesco Verusio, als besonders wichtig bezeichnet, wie italienische Medien berichten. «Es gibt viele Zeugen, jeder hat seinen Standpunkt», sagte Verusio. «Wir wollen herausfinden, was sich wirklich an Bord des Schiffes abgespielt hat.»

Schettino selber steht derzeit in seinem Haus an der Amalfi-Küste unter Hausarrest. Ihm und seinem ersten Offizier Ciro Ambrosio werden unter anderem vielfache fahrlässige Tötung und das vorzeitige Verlassen des Schiffs vorgeworfen. Die Costa Concordia war auf Grund gelaufen, nachdem der Kapitän sie zu schnell und zu dicht an der Küste entlang gesteuert hatte. Ausserdem sei die Evakuierung chaotisch verlaufen.

Das Abpumpen des Öls im Schiff verzögert sich

Nachdem die Suche nach Vermissten im Wrack der Costa Concordia definitiv eingestellt worden ist, gibt es offensichtlich Probleme bei den Vorbereitungen für das Abpumpen des Öls, das sich im Schiff befindet. Wegen rauer See und starken Windes seien die Arbeiten unterbrochen worden, berichten italienische Medien.

Bei dem Unglück in der Nacht auf den 14. Januar kamen mindestens 32 der über 4200 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben. Bisher wurden 17 Tote aus dem havarierten Schiff geborgen. Weitere 16 Personen werden noch vermisst.

Französische Justiz eröffnet Ermittlungen

Laut Medienberichten hat die französische Justiz heute Vorermittlungen zur Havarie der Costa Concordia eingeleitet. Die französischen Überlebenden sollen angehört werden, um die Umstände des Unglücks und den Ablauf der Rettungsarbeiten herauszufinden, wie die Staatsanwaltschaft in Paris mitteilte. Aus Frankreich waren 462 Passagiere an Bord des Kreuzfahrtschiffs. Vier Franzosen starben, zwei werden noch vermisst. Die Klagen von Überlebenden und Angehörigen in verschiedenen französischen Städten waren alle der Staatsanwaltschaft in Paris zugeordnet worden.

Hängig ist bereits eine Strafanzeige von 19 deutschen Passagieren gegen den Kapitän des Kreuzfahrtschiffs und weitere verantwortliche Offiziere der Costa Concordia. Die klagenden Opfer erlitten gemäss eigenen Angaben Brüche, Prellungen und Schürfungen, manche leiden auch an traumatischen Störungen.

Artikel mit Material der Nachrichtenagenturen sda, dapd und afp. (vin)

Erstellt: 02.02.2012, 15:30 Uhr

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18 Kommentare

Jan Enderli

02.02.2012, 16:36 Uhr
Melden 85 Empfehlung 0

Hunderte, Tausende Menschenleben gerettet???? Soll das ein Witz sein? Wenn er dieses absolut hirnrissige, waghalsige Manöver nicht durchgezogen hätte, wäre überhaupt niemand zu Schaden gekommen. So sieht es aus. Antworten


Paulo Rossi

02.02.2012, 16:40 Uhr
Melden 81 Empfehlung 0

Silvio machts vor und der Rest zieht mit. Manchmal kann ich über meine Landsleute nur den Kopf schütteln, in letzter Zeit leider immer häufiger. Das Schäferstündchen dürfte vielleicht noch ein teures Nachspiel haben. Antworten



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