Panorama

In Brasilien fällt der Strom aus

Aktualisiert am 26.10.2012

Erneut hat ein Stromausfall grosse Teile Brasiliens lahmgelegt. Kritiker werfen der Regierung vor, nicht genug in die Infrastruktur zu investieren.

Immer wieder kommt es in Brasilien zu Stromausfällen: Sao Paulo während eines Blackouts. (Archivbild)

Immer wieder kommt es in Brasilien zu Stromausfällen: Sao Paulo während eines Blackouts. (Archivbild)
Bild: Keystone

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Zum dritten Mal in wenigen Wochen ist in grossen Teilen Brasiliens der Strom ausgefallen. Diesmal waren neun Bundesstaaten im Nordosten des grössten südamerikanischen Landes betroffen.

Der Blackout begann am Freitag um kurz nach Mitternacht (Ortszeit). Erst vier Stunden später war die Stromversorgung zu 70 Prozent wieder hergestellt, wie die zuständige Behörde mitteilte.

Bis zu 53 Millionen der 194 Millionen Einwohner Brasiliens sassen im Dunkeln oder konnten wegen fehlender Elektrizität nicht arbeiten. Ganze Industriezweige mussten eine Zwangspause von bis zu vier Stunden einlegen.

«Das ist einer modernen Industrieproduktion nicht würdig», kommentierte Jose de F. Mascarenhas, der Chef des Industrieverbandes im besonders betroffenen Bundesstaat Bahia, den Stromausfall. Es handle sich um eine Katastrophe, die sich dauernd wiederhole.

Die in Bahia federführende petrochemische Industrie werde tagelang nicht produzieren können. Die Regierung warte die Stromnetze nicht in ausreichendem Masse.

Ursache unklar

Die Ursache für den Zwischenfall war zunächst noch unklar, möglicherweise führte ein Kurzschluss zu einem Brand in einer Generatorenstation. Es war der dritte Blackout seit Ende des vergangenen Monats.

Am 22. September war ebenfalls der Nordosten von einem Stromausfall betroffen und am 3. Oktober traf es dann mehrere südliche Bundesstaaten. Brasiliens amtierender Energieminister Márcio Zimmermann sagte: «Solche Episoden sind nicht normal, schon gar nicht ein solches Zusammentreffen.»

Um den wachsenden Strombedarf zu befriedigen, plant die Regierung bis 2020 den Bau von 48 neuen Wasserkraftwerken. Kritiker werfen dem Land mit der grössten Volkswirtschaft Lateinamerikas vor, nicht genug in die Infrastruktur zu investieren.

(ses/sda)

Erstellt: 26.10.2012, 22:57 Uhr

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