«Ich habe diese Frau gekränkt»
Aktualisiert am 31.07.2010 15 Kommentare
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In einem «Spiegel»-Interview äusserte der 52-jährige Schweizer sich selbstkritisch darüber, wie er sich gegenüber der 36-jährigen Freundin benommen hat, die ihn später wegen Vergewaltigung anzeigte. «Diese Beziehung lief länger, als ich es hätte zulassen sollen. Dadurch habe ich diese Frau in einer Weise gekränkt, die ich in der Nachschau nur bedauern kann.»
Zur öffentlichen Diskussion über sein Privatleben sagte Kachelmann: «Ich habe in meinem Leben ganz sicher nicht alles richtig gemacht. Und ich habe auch nicht in jeder Phase meines Lebens monogam gelebt. Aber deswegen habe ich keine Straftat begangen.» Kachelmann wiederholte: «Ich bin unschuldig. Ich habe keinen Fehler gemacht, jedenfalls keinen von irgendwelcher juristischer Relevanz.» Erotische Vorlieben diskutiere er nicht öffentlich. «Alles was geschah, geschah einvernehmlich», sagte er.
Über sein Leben in der Untersuchungshaft sagte Kachelmann: «Ich war dort Hilfsreiniger.» Zu seinen Aufgaben habe es gehört, Putzmittel und Post zu verteilen. «Ausserdem musste ich die Klos putzen.» Wettervorhersagen aus der Zelle habe er nicht gemacht, obwohl ihn seine Mithäftlinge darum gebeten hätten: «Klar hätte ich am Himmel ein paar Dinge ablesen können. Aber ich hatte keine Lust.» Wetter sei die Leidenschaft seines Lebens gewesen, «daraus wurde ich nun rausgerissen».
Neue Ermittlungen wegen Körperverletzung
Jörg Kachelmann droht offenbar noch ein weiteres Verfahren. Der unter Vergewaltigungsverdacht stehende 52-jährige Schweizer soll eine Frau im Jahr 2001 in ihrer Wohnung nackt an der Armatur der Dusche festgebunden und sie mit einem etwa 50 Zentimeter langen Rohrstock auf den Po geschlagen haben. Das berichtet das deutsche Magazin «Focus». Die Frau habe drei Tage nach Kachelmanns Festnahme an das Amtsgericht Mannheim geschrieben, dass sie eine Affäre mit Kachelmann durchlebt habe und bestätigen könne, dass er «ab und zu wirklich nicht zurechnungsfähig» sei.
Unterdessen forderte Kachelmann nach einem Bericht des Portals der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» von der «Bild»-Zeitung und der «Bild am Sonntag» wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte Schmerzensgeld in Millionenhöhe. «Bild» hatte unter anderem von angeblich bizarren sexuellen Vorlieben Kachelmanns berichtet.
Vier Monate in U-Haft
Der 52-jährige Schweizer war am Donnerstag nach rund viermonatiger Untersuchungshaft wieder auf freien Fuss gekommen. Das Oberlandesgericht Karlsruhe ordnete die Haftentlassung an, weil «kein dringender Tatverdacht» bestehe, dass Kachelmann seine Ex-Freundin Anfang Februar vergewaltigt habe. Es stehe vielmehr «Aussage gegen Aussage». Kachelmann war im Gefängnis in Mannheim inhaftiert gewesen.
Laut «Focus» soll nun ein fachpsychiatrisches Gutachten die Aussagetüchtigkeit des mutmasslichen Opfers für den anstehenden Prozess überprüfen. Damit sei der Leiter des Instituts für Forensische Psychiatrie der Freien Universität in Berlin, Hans Ludwig Kröber, beauftragt worden.
Zudem will die 5. Grosse Strafkammer am Landgericht Mannheim Kachelmann selbst psychiatrisch begutachten lassen. Im Gespräch dafür sei der Neurologe, Psychiater und Psychotherapeut in Heidelberg, Hartmut Pleines. (bru/AFP/dapd/)
Erstellt: 31.07.2010, 18:46 Uhr
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15 Kommentare
@Peter Waldner: Die Ex von Kachelmann kam mit Schnittverletzungen und Hämatomen zur Polizei und hat dort Strafanzeige wegen Vergewaltigung, Morddrohung und Körperverletzung gegen ihn gestellt. Da würde jeder, ob Promi oder nicht, in die gleiche Situation kommen. Da Flucht- u. Verdunklungsgefahr ( CH liefert keine CH-Staatsbürger an D aus) zu diesem Zeitpunkt bestand, kam er in U-Haft. Antworten
Am prominenten Fall wird wieder deutlich: Bei Anklagen wegen sexueller Gewalt besteht ein massives Dilemma. Vielleicht tut man einem Opfer unrecht, indem man ihm nicht glaubt. Vielleicht tut man einem Unschuldigen unrecht, weil man der Falschen glaubt. Die Wahrheitsfindung ist höchst schwierig, da die Vorgänge privat sind. Einfache Lösungen gibts nicht - grösste Sorgfalt ist angebracht. Antworten
Vor über 2 Jahren hatte ich Anzeige in Deutschland eines leicht nachzuweisenden "betrügerischen Konkurses" gemacht - und nichts passiert. Kommt eine Frau, die nach 9 Jahren (!) behauptet, ein Prominenter habe mit ihr ein weitverbreitetes Sexspielchen gemacht - da wird sofort ermittelt. Für die Justiz gilt offenbar auch: Wenn's in den Medien kommt, ist's eine gute Straftat - alles Andere ist banal. Antworten
Hier machen sich einige Leute um einen Prominenten herum berühmt. Kachelmann wird selbstverständlich frei gesprochen, in dubio pro reo. Selber sass ich einen geschlagenen Monat lang im Bezirksgefängnis Zürich in U-Haft, weil ich einen mir angedienten Autoradio beim Trödlerladen los werden wollte. Dieser war scheinbar geklaut, was ich nicht wusste. Ich verlor dabei Job und Wohnung. Shit happens. Antworten
Die Vorkommentatoren sehen es ganz offensichtlich als nationales Problem an, wenn ein Schweizer Staatsbürger mal wieder vermutlich in Deutschland straffällig geworden ist. Tatsache ist, dass es eine eindeutige Aussage einer Zeugin gibt und das eine Gericht darin einen "dringenden Tatverdacht" sieht, das andere Gericht die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung eher anzweifelt. Antworten
Bei aller Wahrscheinlichkeit von Kachelmann's Exzessen finde ich es eines Rechtsstaates nicht würdig, jemanden wegen einer nicht bewiesenen Anklage 4 Monate einzukerkern. Wenn schon, dann müsste so etwas innert Wochenfrist geklärt werden.Aber die selbstherrliche Justiz darf sich natürlich alle Gemeinheiten Bürgern gegenüber erlauben. Sie hat halt immer recht, wie die Diktatoren. Eine Schande! Antworten
Drei Tage nach der Verhaftung Kachelmanns meldete sich diese Frau. 100 Tage später beginnt die Staatsanwaltschaft angeblich mit der neuen Untersuchung. Etwas ist faull: Wenn etwas dran ist an der Rohrstockgeschichte: Wieso wartet man so lange? Oder ist nichts an der Geschichte und man muss einfach Kachelmann um jeden Preis belasten, um das Gesicht zu wahren? Antworten
Auch Selbstkritik -ob sie nun ehrlich gemeint ist oder nicht- kann den Ruf und die Karriere von Herrn Kachelmann nicht retten. Es geht schon lange nicht mehr um diese angebliche Vergewaltigung, die wahrscheinlich nie stattgefunden hat. Es geht um seinen Lebenswandel, darum wie er mit Frauen umgeht, um Rücksichtslosigkeit, Betrug und Gewalt. Antworten
Irgendwie erinnert mich das Vorgehen der Mannheimer Staatsanwaltschaft an die "Heldentaten" vergangener Zeiten. (Hexenverbrennungen und dergleichen) Mich würde nicht wundern, wenn die Mannheimer/innen auf Grund weiterer gefälschter e-mails plötzlich auch noch versuchten, den armen Kachelmann als "gemeingefährlich" zwangsweise in die nächstgelegene Klapsmühle zu stecken. Es eckelt mich an! Antworten
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Ruth Glanzmann
Ganz egal ob prominent oder nicht. Jede Kachelmann-Freundin wurde betrogen, jede gedemütigt und verletzt, wenn auch nicht sexuell, das ist z. Zt. noch offen. Es ist jedoch sehr, sehr unwahrscheinlich, dass eine Frau solche Tagesnotizen erfindet. Herr Kachelmann ist offensichtlich krank, möglicherweise nur einige seiner Persönlichkeitsanteile, doch die sind extrem zerstörerisch. RGD Antworten