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Geisterschiff vor kanadischer Küste entdeckt

Aktualisiert am 25.03.2012 14 Kommentare

Mehr als ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben mit Tsunami in Japan ist ein seit damals vermisster Fischtrawler gesichtet worden. Er treibt auf der anderen Seite des Pazifiks, vor der westkanadischen Küste.

Trieb mehr als ein Jahr unbemannt auf dem Meer: Das japanische Fischerboot vor der Küste Kanadas.

Trieb mehr als ein Jahr unbemannt auf dem Meer: Das japanische Fischerboot vor der Küste Kanadas.
Bild: Keystone

Über ein Jahr lang auf hoher See: Ein unbemanntes japanisches Fischerboot wurde vor der kanadischen Küste entdeckt. (Video: Reuters)

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Die Zeitung «Vancouver Sun» und der US-Nachrichtensender CNN berichteten am Samstag übereinstimmend, dass das Geisterschiff von Seeaufklärern der kanadischen Streitkräfte 120 Meilen (gut 220 Kilometer) vor der Küste der Provinz British Columbia entdeckt wurde. Das Schiff wird seit dem Tsunami vom 11. März vergangenen Jahres vermisst.

Es muss in den gut zwölf Monaten allein über den grössten Ozean der Erde gedriftet sein. Auf den fast 8000 Kilometern wäre es dann mit etwa einem Kilometer in der Stunde unterwegs gewesen und hätte unbemannt Stürme und Wellen überstanden.

Der 45 Meter lange Trawler ist in einem erbärmlichen Zustand, aber schwimmfähig. Das Schiff liegt sogar normal in der See, Wasser ist also offenbar nicht eingedrungen. «Es treibt seit einem Jahr über den Pazifik, deshalb sieht es ziemlich mitgenommen aus», zitiert die «Vancouver Sun» Jeff Olsson vom Rettungszentrum in der Stadt Victoria.

Riesiger Trümmerteppich

Noch sei nicht entschieden, ob der Kahn geborgen wird. Wenn er weiter treibt, kann er aber noch zur Gefahr für die Schifffahrt oder auch die Umwelt werden. Es sei eindeutig identifiziert. «Aber das Geisterschiff ist praktisch wertlos. Keiner will mit ihm etwas zu tun haben, weil die Schlepperkosten viel zu hoch wären.»

Der Trawler ist der erste grosse Überrest des gewaltigen Tsunamis vor einem Jahr, der an der Westküste Nordamerikas angeschwemmt wird.

Schon seit Wochen treibt aber ein riesiger Teppich aus Trümmerteilen vor der Region. Er ist so gross wie Deutschland und Dänemark zusammen. Dabei wurden Holz mit japanischem Exportstempel oder Bojen gefunden, die an einer japanischen Austernfarm befestigt waren. Einiges wurde angeschwemmt, das meiste treibt jedoch vor der Küste.

(wid/sda)

Erstellt: 24.03.2012, 18:03 Uhr

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14 Kommentare

urs bilger

24.03.2012, 18:50 Uhr
Melden 49 Empfehlung 0

einfach nur erbärmlich, dass niemand für die schleppkosten aufkommen will. das wäre ein würdiges monument zur erinnerung an die unsägliche katastrophe !! hätte ich das geld, würde ich das sofort finanzieren. Antworten


Ella Lurino

25.03.2012, 09:54 Uhr
Melden 29 Empfehlung 0

Dasselbe wäre nicht mit jedem Kapitän an Bord gelungen. Antworten



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