Panorama

Flutkatastrophe verschärft Hungersnot in Nordkorea

Aktualisiert am 05.08.2012

Schwere Regenfälle führten in Nordkorea zu Überschwemmungen. 170 Menschen starben, Tausende sind obdachlos. Die Menschen in den betroffenen Gebieten brauchen dringend frisches Trinkwasser.

Verschmutztes Wasser zerstört Trinkwasserquellen: Anwohner stehen in Songchon auf einer Strasse, vor ihnen das Flutwasser. (24. Juli 2012)

Verschmutztes Wasser zerstört Trinkwasserquellen: Anwohner stehen in Songchon auf einer Strasse, vor ihnen das Flutwasser. (24. Juli 2012)
Bild: Rotes Kreuz/Reuters

Flutkatastrophe in Nordkorea. (4. August 2012) (Video: Reuters )

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Nach verheerenden Überschwemmungen in Nordkorea ist die Zahl der Toten nach offiziellen Angaben auf fast 170 gestiegen. Wie die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA gestern berichtete, stieg die Zahl der Toten auf mindestens 169, rund 400 weitere Menschen würden aber noch vermisst. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) kündigte unterdessen eine erste Hilfslieferung für die Opfer der Flutkatastrophe an.

Vor der Nennung der neuen Opferzahl hatten die Behörden in Pyongyang von 119 Toten und 84'000 Obdachlosen gesprochen. Laut KCNA stieg die Zahl der Menschen, die durch verheerende Regenfälle und Fluten von Ende Juni bis Ende Juli ihr Zuhause verloren, nun auf 212'200. Mehr als 8600 Häuser wurden demnach zerstört und 43'770 weitere überflutet. Auch über 1400 Schulen, Krankenhäuser und Fabriken stürzten ein. Mehr als 65'000 Hektar Ackerland wurden überschwemmt oder weggespült.

Verheerende Hungersnot

Wie das WFP am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte, sollen den Flutopfern zunächst für einen Zeitraum von zwei Wochen Tagesrationen von jeweils 400 Gramm Mais geschickt werden. Eine UN-Mission habe in dieser Woche die Überschwemmungsgebiete besucht und vor allem Zerstörungen der Mais-, Reis- und Sojabohnenfelder festgestellt, erklärte die UN-Behörde.

Sofortige Nahrungsmittelhilfen sind nach Angaben der WFP vor allem in Städten der Provinzen Süd-Pyongan und Kangwon nötig. Zudem benötigten rund 50'000 Familien dringend sauberes Trinkwasser oder Reinigungstabletten, um die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern. Mit dem Hochwasser war verschmutztes Wasser aus provisorischen Toiletten in Brunnen eingedrungen. Die Fluten zerstörten zudem Trinkwasserquellen und Pumpanlagen.

Die Unwetter hatten die ohnehin schwierige Nahrungsversorgung in Nordkorea weiter verschärft. Schon vor den Fluten waren in dem autoritär regierten und international isolierten Land nach UN-Schätzungen rund drei Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Nordkorea kämpft seit einer verheerenden Hungersnot mit hunderttausenden Toten in den 90er Jahren mit Engpässen.

(kle/AFP)

Erstellt: 05.08.2012, 11:03 Uhr

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