Es bleibt kalt
Aktualisiert am 04.02.2012 27 Kommentare
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Die Kälte hat die Schweiz voll im Griff: Bei Temperaturen von bis zu 20 Grad unter Null im Flachland kämpften die Bahnen und die Autofahrer gegen die eisige Kälte. An mehreren Orten in der Schweiz kam es wegen Störungen der Gleisanlagen zu Verspätungen.
Die tiefen Temperaturen lassen die Weichen vereisen. Bei rund 6800 Weichen der SBB - das sind 60 Prozent aller Weichen - soll ein Heizsystem das Vereisen verhindern. Fallen die Temperaturen aber unter minus 15 Grad, können auch die Heizungen nicht mehr immer voll funktionieren, wie eine SBB-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda erklärte. Das Heizgas verflüssigt sich.
Trotz des Einsatzes von hunderten von Hilfskräften kam es zu einzelnen Weichenstörungen. Die grössten Auswirkungen hatte die Kälte auf die Strecke zwischen Lausanne und dem Genfer Flughafen, auf der wegen Weichenstörungen nur noch zwei Geleise befahrbar waren.
Die Züge von und nach Bern, Basel, Zürich und Luzern konnten deswegen bis am späten Samstagnachmittag nur von und bis Morges fahren. Von dort mussten die Passagiere auf Regionalzüge umsteigen. Es kam zu Verspätungen von bis zu einer halben Stunde. Die Zugsverspätungen auf anderen Strecken hielten sich mit 5 bis 10 Minuten in Grenzen.
Autofahrer mit Problemen
Die klirrende Kälte liess auch beim Autopannendienst des Touring Club Schweiz die Drähte heisslaufen. Am Samstag riefen bis am Nachmittag über 8000 Autofahrer und Autofahrerinnen wegen Problemen auf der Strasse an. Das ist laut TCS ein Rekord. Bis am Abend dürften es noch mehr werden. Eine vergleichbare Situation habe es letztmals vor zwölf Jahren gegeben, sagte ein Sprecher.
Zum Vergleich: Im Februar bearbeitet die TCS-Einsatzzentrale in Schönbühl BE sonst im Schnitt rund 1400 Anrufe pro Tag. Am meisten Probleme bekundeten die Autofahrer mit Batterien und eingefrorenen Türen, Schlössern sowie Handbremsen.
Lange Wartezeiten bei Autoverladen
Wegen schneebedeckter Strasse kam es auch bei den Autoverladen zu grösseren Wartezeiten. Reisende mussten sich am Samstagnachmittag etwa in Oberwald für den Autoverlad Furka der Matterhorn Gotthard Bahn Richtung Realp bis zu eineinhalb Stunden gedulden, wie der Verkehrsinformationsdienst Viasuisse mitteilte. Auf der Gegenseite betrug die Wartezeit rund 30 Minuten.
Zu ebenfalls rund eineinhalb Stunden Wartezeit kam es bei Klosters für den RhB-Autoverlad Vereina ins Unterengadin. Rund 30 Minuten betrug die Wartezeit in Kandersteg für den BLS-Autoverlad durch den Lötschberg nach Goppenstein.
Kälteste Februarnacht seit 30 Jahren
Die Störungen sind direkte Folge der Kältewelle, welche die Schweiz seit Tagen heimsucht. In der Nordwestschweiz und vom Kanton Zürich bis in den Thurgau sei an vielen Orten auf Samstag die kälteste Februarnacht seit über 30 Jahren gemessen worden, meldete SF Meteo.
In Zürich Flughafen wurden um 4 Uhr morgens -20,2 Grad gemessen. Im thurgauischen Tänikon zeigte das Thermometer gar -22,3 Grad an, im basellandschaftlichen Känerkinden -19,2 Grad. Grund für die tiefen Temperaturen seien wenig Wind und eine sternenklare Nacht, teilte MeteoNews mit.
Am kältesten war es in Schwyz und Graubünden: Meteomedia mass auf der Schwyzer Glattalp (1858 Meter über Meer) -34 Grad, und SF Meteo kam auf der Alp Buffalora am Ofenpass (1970 Meter über Meer) auf eine Temperatur von -31,3 Grad. Der offizielle Schweizer Minusrekord liegt bei -41,8 Grad am 12. Januar 1987 im neuenburgischen La Brévine.
Es bleibt kalt
Bei meist wolkenlosem Himmel und trotz viel Sonnenscheins blieben die Temperaturen auch am Samstag deutlich im Minusbereich. Über minus 5 Grad stiegen die Temperaturen selbst im Flachland auf der Alpennordseite nicht. Damit steht der Schweiz eine weitere Eisnacht bevor.
(mrs/kle/sda)
Erstellt: 04.02.2012, 06:56 Uhr
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27 Kommentare
muss schmunzeln, wenn ich denke wie unsere RhB in GR den betrieb bei minustemperaturen aufrecht erhält. und überhaupt: es ist WINTER! unsere gletscher danken es dieser kälte. da wird immer wegen der erderwärmung gejammert und wenns mal kalt ist, jammern die gleichen jammeri am meisten. Antworten
Schön, dass wir auch in unserer hochtechnisierten und abgesicherten Welt immer wieder mal merken dürfen, dass die Natur doch ihre eigenen Gesetze hat und dass sie nicht wirklich beherrschbar ist! Immerhin ist sie so rücksichtsvoll, dass sie es am Wochenende zeigt! ((-; Antworten
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