Ermittlungen gegen Berlusconi-Callgirl Patrizia D'Addario
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Mit Messern Bewaffneter vor Berlusconis Haus in Rom
Ein vermutlich geistig verwirrter Serbe ist mit vier Messern in der Tasche vor dem Eingang der römischen Residenz des italienischen Premiers Silvio Berlusconi festgenommen worden. Der Mann hatte ausserdem fünf Steine, Schrauben und ein Gedicht in der Tasche. Er habe Berlusconi ebendieses Gedicht überreichen wollen, berichtete die Mailänder Tageszeitung «Il Giornale» am Freitag. Der Mann soll gemäss der Zeitung obdachlos sein und in einem gestohlenen Auto am Rande Roms leben.
Die Sicherheitsvorkehrungen rund um Berlusconis Residenz wurden verschärft. Eine Haltestelle vor dem prunkvollen Palazzo Grazioli im Zentrum von Rom wurde schon vor einigen Tagen für den Busverkehr gesperrt. Die Behörden sprachen von Sicherheitsgründen. Berlusconi war am 13. Dezember in Mailand von einem Verwirrten mit einer Alabaster-Miniatur des Mailänder Doms angegriffen und verletzt worden.
Das italienische Callgirl Patrizia D'Addario, das wegen einer bezahlten Nacht mit Regierungschef Silvio Berlusconi bekanntgeworden ist, gerät erneut ins Rampenlicht. Laut Medien ermittelt nun die Staatsanwaltschaft der Hafenstadt Bari gegen sie.
Das Wochenmagazin «Panorama» berichtete am Freitag, der 42-jährigen Süditalienerin, die am Montag ihre erste Single vorgestellt hat, werde Beteiligung an einer Verschwörung vorgeworfen. D'Addario sei an einem Komplott beteiligt gewesen, um Berlusconi politisch zu schaden.
Die Staatsanwaltschaft von Bari gehe davon aus, dass eine kriminelle Vereinigung aufgebaut worden sei, um Berlusconi international in Verruf zu bringen, berichtete das regierungsfreundliche Magazin.
1,5 Millionen in Doha deponiert
Ermittelt werde auch im Zusammenhang mit einigen internationalen Reisen D'Addarios nach dem Skandal rund um ihre Beziehung zu Berlusconi. Die Ermittler vermuten angeblich, dass Oppositionspolitiker im Hintergrund D'Addario manipuliert hätten, um Berlusconi im Ausland zu verleumden. Laut «Panorama» habe D'Addario beträchtliche Geldsummen, insgesamt 1,5 Millionen Euro, auf einem Bankkonto in Doha deponiert.
Die Staatsanwaltschaft Bari dementierte die Ermittlungen, doch die Informationen wurden von der Chefredaktion «Panorama» dennoch wiederholt. Die Affäre rund um Partys und Prostitution, die Berlusconi in den vergangenen Monaten stark unter Druck gesetzt hat, wurde von D'Addario ausgelöst.
Diese hatte im Juni 2009 in einem Interview und später auch vor Ermittlern berichtet, dass sie 2008 gemeinsam mit dem mit Berlusconi befreundeten Unternehmer Gianpaolo Tarantini zu zwei Partys in Berlusconis Privatresidenz Palazzo Grazioli in Rom eingeladen worden sei. Dafür seien ihr 2000 Euro versprochen worden. (tan/sda)
Erstellt: 29.01.2010, 12:40 Uhr
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