Panorama

Christian Lüscher
Reporter


«Er stellt uns Schweizer als Memmen dar»

Aktualisiert am 15.05.2012 35 Kommentare

Selbst CNN berichtete über die Aktion «Wasserland», jetzt ist sie nach wenigen Metern gescheitert. Die Super-Blamage für Schweiz Tourismus? Bekannte Werber urteilen – auch mit einem Augenzwinkern.

1/7 Start im Tomasee: Ernst Bromeis in seiner eisigen Badewanne. (2. Mai 2012)
PHOTOPRESS/Schweiz Tourismus/Andrea Badrutt

   

«Wir wollen die beste Armee der Welt, scheitern aber an einem Wasserabenteuer», sagt Werber Frank Baumann.

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Gross war das Medieninteresse am Mann, der von der Rheinquelle in den Bergen bis zur Mündung im Meer schwimmen wollte. Die Idee sorgte weit über die Landesgrenzen für Schlagzeilen. Sogar CNN und andere namhafte ausländische TV-Sender berichteten über Ernst Bromeis und sein ehrgeiziges Unterfangen. Nun ist Schluss, wie heute bekannt wurde. Bromeis gibt auf. Das Projekt wird abgebrochen. Sein Sponsor Schweiz Tourismus begründet den Abbruch damit, dass ein Weitermachen undenkbar sei, die Gesundheit des Extremschwimmers lasse eine Fortsetzung nicht mehr zu.

Ein PR-Desaster für Schweiz Tourismus? Immerhin steckte die Organisation 48,5 Millionen Franken ins Sommermarketing, um das «Wasserland Schweiz» zu bewerben. Werbeprofis reagieren unterschiedlich auf Bromeis Aufgeben. Wie Werber Frank Baumann gegenüber DerBund.ch/Newsnet sagt, sei die Nachricht für Schweiz Tourismus eine PR-Katastrophe. Mit viel Aufwand habe man Bromeis vor den Medien inszeniert. Die Botschaft, die im Ausland nun haften bleibe, sei wohl, dass die Schweiz zwar viel Wasser habe, aber eine Nation von Nichtschwimmern sei. «Bromeis stellt uns Schweizer als Memmen, als Weicheier dar. Wir wollen die beste Armee der Welt, scheitern aber an einem Wasserabenteuer», sagt Baumann mit einem Augenzwinkern.

Nur mit Neoprenanzug

Marketing-Professor Cary Steinmann sieht es anders. Von einem PR-Desaster will er nicht reden. «Es liegt in der Natur der Sache, dass solche Projekte scheitern können», erklärt Steinmann. Wichtig sei, dass Schweiz Tourismus nun offen informiere und den Medien nicht eine billige Ausrede serviere. Steinmann denkt nicht, dass der Abbruch zu einem Imageschaden im Ausland führen wird.

Ähnlich sieht es Kreativchef Peter Brönnimann von der Werbeagentur SFLB, die Schweiz Tourismus auf der Kundenliste hat. Brönnimann erachtet das Scheitern von Bromeis keineswegs als schlimm. «Ich gehe das ganze Jahr im Zürichsee schwimmen. Das Wasser ist in diesem Frühling deutlich kälter als im Vorjahr. Jeder, der keinen Respekt vor Bromeis Leistung hat, soll eine Viertelstunde bei 12 Grad schwimmen gehen. Dann wird er nicht nur eiskalt, sondern auch grössten Respekt vor Bromeis' Leistung haben.»  (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.05.2012, 17:15 Uhr

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35 Kommentare

will williamson

15.05.2012, 19:03 Uhr
Melden 122 Empfehlung 0

Man könnte doch das Projekt etwas modifizieren, indem Bromeis beim Schwimmen etappenweise mit Nathalie Rickli abwechselt. Damit könnte sie den Schaden, den sie dem Tourismus angeblich verursacht hat, wieder gutmachen. Antworten


Urs Zimmermann

15.05.2012, 19:07 Uhr
Melden 112 Empfehlung 1

wenn jemand seine grenzen kennt, ist er doch nicht automatisch eine memme... oder ? Antworten



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