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Ein Gesteinsspalte hielt die Bergung auf

Aktualisiert am 02.09.2010

In Chile mussten die Arbeiten zur Rettung der 33 eingeschlossenen Bergleute unterbrochen werden. In der Tiefe bemühen sich die Männer derweil um ein geregeltes Leben.

1/47 Zur Rettungsaktion ist auch Chiles Präsident Sebastian Pinera (in der roten Jacke) angereist.
Bild: Reuters

   

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(Video: Reuters )

Die Bohrung eines Rettungsschachts für die 33 in einem chilenischen Bergwerk eingeschlossenen Kumpel ist am Mittwoch (Ortszeit) vorübergehend unterbrochen worden. Wegen einer Gesteinsspalte mussten die Schachtwände mit Zement befestigt werden. Die Bohrung konnte aber wenig später fortgesetzt werden. Zu der Rettungskammer, die in 700 Meter Tiefe liegt, wird seit Montag ein neuer Schacht gebohrt, über den die eingeschlossenen Kumpel zurück ans Tageslicht gelangen sollen.

Ein riesiger Bagger hat sich bisher auf eine Tiefe von 30 Metern vorgekämpft. An diesem Donnerstag soll zudem ein zweiter Bohrer bei der Mine San José in der Atacama-Wüste eintreffen. Er soll einen zweiten Rettungsschacht bohren, durch den man nach Hoffnung der Rettungsexperten eventuell schon früher zu den Verschütteten vordringen könnte. Ursprünglich war die Rede davon gewesen, dass eine Bergung bis Weihnachten möglich sei.

Warme Mahlzeit mit Dessert

Am Mittwoch erhielten die 33 verschütteten Bergarbeiter ihre erste warme Mahlzeit. Die Rettungskräfte liessen ihnen Hackfleisch mit Reis und zum Dessert Kiwis hinunter. Um für die Kumpel so etwas wie Alltag unter Tage zu schaffen, wollen die Helfer nach Angaben von Gesundheitsminister Jaime Mañalich mit Hilfe von Lampen Tag- und Nachtverhältnisse simulieren.

Damit die Bergarbeiter wieder ein Gefühl für Tag und Nacht bekommen, sollen auf Anraten von vier Nasa-Experten vor Ort Energiegeräte und Lampen in die Gold- und Kupfermine am Rande von Copiapo in der Atacama-Wüste im Norden Chiles hinuntergelassen werden, wie Gesundheitsminister Mañalich ankündigte.

Ein geregelter Tagesablauf

Für die eingeschlossenen Kumpel beginnt jeder Tag früh um 7.30 Uhr. Nach dem Frühstück mit Sandwiches und Joghurt räumen sie auf, bevor sie über die Gegensprechanlage medizinisch beraten oder von ihrem Anführer Luis Urzua auf den neuesten Stand der Rettungsarbeiten gebracht werden. Nach dem Mittagessen stehen Gruppendiskussionen an. Dann ist Zeit für die Post. Abendessen gibt es um 20 Uhr; Schlafenszeit ist zwischen 22 und 23 Uhr.

Gebete und Sport sind auf dem Tagesplan ebenfalls vorgesehen. Vor allem mit Entspannungs- und Kräftigungsübungen müssten sich die Bergarbeiter auf ihre Rettung vorbereiten, sagte der leitende Psychologe Alberto Iturra der Nachrichtenagentur AFP. Sie sollen einzeln in einer Gondel über einen derzeit in Arbeit befindlichen Rettungsschacht wieder ans Tageslicht gebracht werden. Diese Fahrt dauert bis zu zwei Stunden pro Person.

Impfungen gegen Seuchen

Die Behörden begannen inzwischen damit, die eingeschlossenen Männer gegen Tetanus, Diphterie, Grippe und Lungenentzündung zu impfen, um Krankheiten zu verhindern. Einem Krankenbericht zufolge haben fünf von ihnen Verdauungsbeschwerden; einige leiden unter Schlaflosigkeit. Da sich auch Pilzinfektionen in der heiss-feuchten Rettungskammer breit machten, stiegen die Bergarbeiter 300 Meter tiefer in die Grube hinab. (raa/dapd)

Erstellt: 02.09.2010, 06:30 Uhr

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