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Die Söhne von Telman Ismailow waren zwei der vier Raser, die am Unfall von vergangener Woche am Genfersee beteiligt waren. Alekper und Sarkhan Ismailow sassen am Steuer von zwei Luxusautos, eines Bugatti Veyron und eines Mercedes SLR McLaren. Dies berichtet die Zeitung «The Moscow Times» auf ihrer Webseite. Es war aber ein anderer Raser, der mit einem Lamborghini Murcielago unterwegs gewesen war, der in das Auto eines 70-jährigen deutschen Rentners prallte. Der Lamborghini-Fahrer heisse Babayew und sei 22 Jahre alt, berichtete die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass. Ein vierter Raser trage den Namen Mironow. Die Genfer Polizei wollte keine Angaben über die Identität der Raser machen. Es handle sich um russische Staatsbürger im Alter von 20 bis 24 Jahren, hiess es lediglich.
Babayew und Mironow könnten die Söhne von russischen Politikern oder hochrangigen Mitgliedern der Kreml-Administration sein, wird in den Medien spekuliert. Sergei Mironow, Sprecher des russischen Föderationsrats, sagte, dass sich sein Sohn letzte Woche in Moskau aufgehalten habe. Allerdings, so die «Moscow Times», ist Mironow ein relativ häufiger Name in Russland.
Extravagante Partys von Telman Ismailow
Kaum Zweifel bestehen, dass Alekper und Sarkhan Ismailow am Raserrennen beteiligt waren. Sie sind die Söhne von Telman Ismailow, einer der bekanntesten Geschäftsleute Russlands. Der 53-jährige Unternehmer, der aus Aserbaidschan stammt, ist bekannt für seine extravaganten Partys und sein Leben als Jetsetter. Anlässlich der Eröffnung seines Luxushotels Marden Palace an der türkischen Mittelmeerküste kam eine illustre Gästeschar, darunter Paris Hilton, Richard Gere und Sharon Stone. Für Privatauftritte von Topstars wie Jennifer Lopez, Mariah Carey oder auch Tom Jones gab der schillernde Geschäftsmann Millionen von Dollar aus.
Die beiden Söhne von Ismailow haben inzwischen die Schweiz verlassen. Nach der polizeilichen Befragung liessen sie sich am Sonntag mit einem Privatjet von Telman Ismailow nach Istanbul fliegen, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin» berichtet. Ihre genaue Rolle beim Raserunfall vom Genfersee ist unklar - und wird dies wohl auch bleiben. Möglicherweise haben sie dem Lamborghini-Fahrer geholfen, aus dem Wrack zu steigen. Die gemieteten Autos - ein Bugatti, ein Mercedes McLaren und ein Porsche Cayenne - wurden der Vermietagentur zurückgegeben. Nur der Lamborghini-Fahrer Babayew war mit seinem eigenen Auto unterwegs. Der 22-jährige Babayew, der als Unfallverursacher gilt, war alkoholisiert. Gemäss Polizeiangaben betrug der Blutalkoholgehalt 1,11 Promille. Laut «Le Matin» war Babayew, dessen offizieller Wohnsitz Genf ist, vor drei Jahren wegen eines Verkehrsdelikts zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 15 Tagen verurteilt worden.
Genfer Polizei in der Kritik
Inzwischen ist Kritik an der Polizei laut geworden. So beklagt sich der Staatsanwalt Daniel Zappelli darüber, den Polizeirapport noch nicht bekommen zu haben. Eine via Medien geäusserte Kritik lautet, dass die Raser eine Vorzugsbehandlung genossen hätten, weil ihre Väter reiche und einflussreiche Leute seien. Die Genfer Polizeiführung will deshalb das Vorgehen der Beamten bei diesem Verkehrsunfall genauer unter die Lupe nehmen. Gemäss ersten Erkenntnissen hätten die Polizeibeamten eine Fehlbeurteilung in Bezug auf das Ausmass des Ereignisses vorgenommen, heisst es. Der beim Raserunfall verletzte Deutsche befindet sich laut Polizei weiterhin in Spitalpflege. (vin)
Erstellt: 25.11.2009, 10:07 Uhr
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