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«Die Reise war reine Bauernfängerei»
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«Auf dieser Reise ging es darum, uns Zeug zu verkaufen», erzählt René C. von seinem Spitalbett im südtürkischen Antalya aus der welschen Tageszeitung «Le Matin». Der 50-jährige IV-Rentner aus Murten FR ist einer von 20 Schweizern, die gestern an Bord eines Reisecars in der Türkei verunglückt sind. Bei dem Unfall kam bisher eine Person ums Leben.
«Die Reise hatten wir im vergangenen September sogenannt gewonnen», so C., der mit seiner Frau, der gemeinsamen Tochter und einer Freundin den einwöchigen Urlaub angetreten hatte. Das Unternehmen, laut dem Bericht eine «obskure Agentur aus der Deutschschweiz», garantierte einen Gewinn im Wert von 500 Franken. «Es war reine Bauernfängerei», sagt René C. «Am Ende musste jeder 1000 Franken berappen.»
Teppichhändler und heisse Quellen
Den Hergang der Unglücksfahrt beschreibt C. folgendermassen: «Wir fuhren an ein Treffen mit Händlern, die uns Teppiche verkaufen wollten.» Nach einem Zwischenstopp bei den heissen Quellen von Pamukkale, die bei Touristen sehr beliebt sind, sollte es weitergehen zu Herstellern von traditionellem Handwerk.
Die Autobahn sei gegen 16 Uhr leer gewesen – weder vor noch hinter dem Car der Schweizer seien Autos zu sehen gewesen: «Der Bus fuhr normal. Plötzlich begann er hin und her zu schwanken.» Schliesslich kippte der Car: «Es gab einen Höllenkrach. Autofahrer kamen uns zu Hilfe, und Krankenwagen waren schnell zur Stelle», erzählt C. Niemand sei in Panik ausgebrochen.
René C., seine Frau und deren Freundin seien leicht verletzt. Die 15-jährige Tochter kam mit dem Schrecken davon. «Die meisten im Bus waren angeschnallt», erinnert er sich. Trotz allem wollen René C. und seine Familie nun ihre Ferien in der Südtürkei noch zu Ende bringen.
Erstellt: 11.04.2012, 11:33 Uhr
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