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Die Indiskretionen des Secret Service

Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 26.04.2012 4 Kommentare

Die Eliteeinheit soll US-Präsidenten beschützen und dabei einen Code des absoluten Schweigens befolgen. Jetzt ist der Secret Service selber ins Gerede gekommen.

1/7 Eliteeinheit im Fokus der Öffentlichkeit: Mitglieder des Secret Service auf der Air Force Base in Colorado. (25. April 2012)
Bild: AFP

   

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Sexskandal im Secret Service

Sexskandal im Secret Service
Ein Skandal erschüttert den für den Schutz des US-Präsidenten zuständigen Secret Service. Mitglieder sollen in Kolumbien mit Prostituierten Trinkgelage gefeiert haben.

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Der Skandal – oder ist es eher ein Skandälchen? – zieht immer weitere Kreise: Mindestens zwölf Agenten des Secret Service, die Präsident Obamas Teilnahme am Hemispheren-Gipfel im kolumbianischen Cartagena vorbereiten sollten, vergnügten sich mit einheimischen Prostituierten, etliche wurden deswegen bereits entlassen, andere gingen freiwillig.

Als Prätorianergarde des Präsidenten fungiert die Eliteeinheit, notfalls mit ihrem Leben sollen ihre Mitglieder den Mann im Weissen Haus beschützen. Nur ein Prozent der jährlich rund 16’000 Bewerber nimmt der Dienst auf - nicht einmal die Harvard Universität siebt derart aus.

«Cartagena war ein Einzelfall»

Ein Teil der Aufregung über die Sexnacht zu Cartagena mag amerikanischer Prüderie entspringen, auch Paranoia und Irrwitz treiben den Skandal. So will der republikanische Senator Charles Grassley (Iowa) nicht ausschliessen, dass es sich bei den Girls in Cartagena womöglich um «Spione» gehandelt habe. Die Russen seien ja dafür bekannt, dass sie Prostituierte einsetzten, so Grassley. Präsident Obama wiederum nahm den Secret Service in Schutz: «Diese Kerle sind unglaublich gut», Cartagena mithin ein Einzelfall gewesen, sagte Obama.

Nicht wirklich: Schon in der Vergangenheit sind die Personenschützer durch wilde Partys und Saufgelage aufgefallen, so etwa bei einem Besuch von Ex-Präsident Bill Clinton 2009 in Buenos Aires. Nicht nur sollen die 3’500 Agenten, darunter 400 Frauen, niemals ins Gerede kommen und ihren Dienst stets gut gekleidet, mit Funk-Knopf im Ohr und Kanone im Schulterhalfter anstandslos verrichten. Sie sollen zudem absolutes Stillschweigen bewahren über alles, was sie beim Schutz des Präsidenten und seiner Familie sehen und hören.

Beschützte misstrauen den Beschützern

So ist es Vorschrift seit 1902, als der von Präsident Lincoln 1865 ursprünglich gegen Geldfälscher gegründete Dienst nach der Ermordung von Präsident William McKinley erstmals mit dem Personenschutz beauftragt wurde. Seitdem geistern die Mitglieder des Secret Service als Helden durch die amerikanische Kultur, so etwa in Clint Eastwoods Streifen «In The Line Of Fire». Tatsächlich hat der Dienst Helden zu verzeichen: Wer könnte vergessen, wie Agent Clint Hill auf das Auto aufsprang, um den sterbenden John F. Kennedy 1963 in Dallas doch noch zu schützen? Oder wie Agent Tim McCarthy sich 1981 in die Schussbahn warf, um Ronald Reagan zu retten?

Neben derlei Heldentaten aber gilt es vor allem, den Mund zu halten, damit ja nichts über die Beschützten an die Medien dringt. Nicht immer aber vertrauen die Beschützen der Diskretion der Beschützer: Als 1993 Berichte über die stürmische Ehe der Clintons erschienen – Hillary sollte Bill unter anderem eine Lampe an den Kopf geworfen haben – , verdächtigte die First Lady den Secret Service als Quelle. 1998 leisteten die Personenschützer dann heftigen Widerstand gegen ihre Einvernahme durch den Sonderankläger Kenneth Starr, der von ihnen Pikantes über Bills Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky erfahren wollte.

Indiskretionen allenthalben

Mit der Omerta aber war es zu diesem Zeitpunkt schon vorbei: 1997 hatten gleich vier Ex-Agenten gegenüber Star-Reporter Seymour Hersh über John F. Kennedys enthemmte Libido ausgepackt – zum Horror ihrer Kollegen. Die Indiskretion der Beschützer schlug sich in einem so sensationellen wie skandalösen Buch Hershs über einen ausser Rand und Band geratenen Präsidenten nieder, der sich mit Prostituierten vergnügte und eine Affäre nach der anderen hatte.

Zwar erfuhr man seitdem von Ex-Agenten gelegentlich Details aus präsidialen Privatleben – Richard Nixons Ehefrau Pat war eine Alkoholikerin, Betty Ford gleichfalls - , ansonsten aber hielt die Mauer des Schweigens nach ihrem Bröckeln in den neunziger Jahren. Ausser dass jetzt die Beschützer selbst für Schlagzeilen sorgen: Auf Dienstreisen gehe es schon mal hoch her, steckten Ex-Agenten der Washington Post. So besehen war Cartagena wahrscheinlich kein Einzelfall. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.04.2012, 06:42 Uhr

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4 Kommentare

John Wild

26.04.2012, 07:44 Uhr
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würde ich mein leben tag täglich für jemanden anders riskieren und hätte dan mal frei....glaubt mir ich würde auch die sau raus lassen..nur muss man halt die eigene taktik gebrauchen so das es geheim bleibt oder nur ein gerücht bleibt das man abtun kann.....ob die rusen jetz so spione einsetzen o nich ist doch egal...oder redet man mit Prostituierten plötzlich über politik o. top secret stuff ?? Antworten


Andreas Lauterbach

26.04.2012, 11:09 Uhr
Melden 7 Empfehlung 0

Man müsste eigentlich meinen, die Amis hätten andere Sorgen und Probleme, wie beispielsweise das Schuldenschlamassel und Arbeitslosigkeit. Aber wenn man dermassen überfordert ist mit dem Lösen dieser Probleme, beschäftigt man sich eben lieber mit anderem wie die Wähler mit Romneys Haarschnitt, Obama mit dem ugandischen Kony und die Zeitungen mit dem Excort-Skandal des Secret Service. Lachhaft! Antworten



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