«Das waren illegale Arbeiten»
Aktualisiert am 27.01.2012 7 Kommentare
Der Grund für die Einstürze ist noch nicht bekannt. (Video: Reuters)
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In den Trümmern von drei eingestürzten Häusern in der brasilianischen Millionenstadt Rio de Janeiro haben Rettungskräfte am Donnerstag mit Spürhunden noch immer 16 Vermisste gesucht. Bürgermeister Eduardo Paes erklärte, möglicherweise hätten Bauschäden ein etwa 20 Stockwerke hohes Haus einstürzten lassen. Dieses habe zwei weitere Gebäude mit sich gerissen.
«Wir haben Hoffnung, noch Menschen lebend zu finden», sagte Feuerwehrsprecher Moises Torres. Sechs Tote konnten bisher geborgen werden, mindestens sechs Verletzte wurden medizinisch behandelt. Das nahe der Unglücksstelle gelegene historische Stadttheater und das Nationalmuseum der Schönen Künste wurden offenbar nicht beschädigt. Auf Fernsehbildern waren weit verstreute Trümmer zu sehen, die Autos und Motorräder bedeckten.
Zu den Überlebenden gehörte Marcelo Moreira, der in einem eingestürzten Gebäude mit acht Stockwerken als Hausmeister arbeitete. Der Pförtner des Gebäudes, Rosalvo Alves, erklärte, er habe die Nacht bei seinem Freund im Krankenhaus verbracht. «Er ist verletzt, unsere Jobs sind weg, alles ist weg», sagte Alves. Er habe seit 38 Jahren in dem Haus gearbeitet und nie Probleme bemerkt.
Banges Warten der Angehörigen
Angehörige und Freunde der Vermissten versammelten sich in einem Verwaltungsgebäude in der Nähe und warteten auf Nachricht. Francisco Adir wartete auf Informationen über einen Freund, der in dem grössten der drei Gebäude einen Computerkurs belegt hatte. «Wir glauben, dass er am Leben ist», sagte Adir. «Um 03.00 Uhr morgens hat er es geschafft, seine Freundin anzurufen.» Dann sei die Verbindung abgebrochen.
Ein Mitarbeiter der Bauaufsicht, Luiz Consenza, sagte dem Fernsehsender Globo, ein Überlebender des Einsturzes sei ein Handwerker, der im eingestürzten Hochhaus gearbeitet habe. Illegale Bauprojekte könnten zu dem Einsturz geführt haben. Im 16. Stock des Hochhauses seien an zwei Stellen Handwerksarbeiten ausgeführt worden. «Das waren illegale Arbeiten», sagte Consenza. «Sie waren nicht angekündigt.»
Starker Gasgeruch an Unglücksstelle
Nach dem Unglück lag über dem Gebiet starker Gasgeruch. Bürgermeister Paes sagte aber, es bestünden Zweifel daran, ob ein Gasleck das Unglück verursacht habe. «Offenbar gab es keine Explosion. Der Einsturz ist durch Gebäudeschäden verursacht worden,» sagte er. «Ich glaube nicht, dass es ein Gasleck gab.»
Augenzeugen sagten, sie hätten unmittelbar vor dem Einsturz einen explosionsartigen Knall gehört. Die Polizei riegelte das Gebiet ab, der Strom in der Strasse wurde vorsorglich abgeschaltet. (kpn/bru/rub/dapd)
Erstellt: 26.01.2012, 11:56 Uhr
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