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«Das schmerzt im Herzen eines SBB-Fans»

Aktualisiert am 14.01.2011 34 Kommentare

Die Tage des Lokomotiventyps Ae 6/6 sind gezählt: Die historischen Maschinen werden nach und nach aussortiert und verschrottet – sehr zum Bedauern der SBB-Nostalgiker.

1/7 Das Nostalgiker-Herz blutet: Alte und beschädigte Ae 6/6 werden auseinandergenommen.

   

Über 50 Jahre treuer Dienst

1952 glitt die erste Ae 6/6 über die Schienen. Die Lok übertraf ihre Vorgängerin punkto Leistung um Längen. Ihre 6000 PS zogen Güterzüge wie Schnellzüge mit 75 Kilometer pro Stunde bergauf. Auch bestachen sie durch Unterhalts-, Service-, und Bedienungsfreundlichkeit, galten als robust und sehr zuverlässig. Bereits 1966 fuhren 120 solcher Loks auf dem Schweizer Bahnnetz. Heute haben die übrig gebliebenen Maschinen längst Millionen von Kilometern auf dem Buckel.

Stichworte

Die Zeit für die Ae 6/6 ist gekommen. Die legendäre «Gotthard-Lokomotive», welche das Bild der SBB das letzte Jahrhundert über geprägt hat, wird ausrangiert. Die Hälfte der Lokomotiven, welche viele Bahn-Fans als die schönste Lokomotive überhaupt erachteten, wird in Emmen verschrottet. Grund: Ersatzteile sind immer schwerer zu finden. Nur 40 der legendären Loks bleiben vorübergehend in Verkehr.

«Das schmerzt im Herzen eines SBB-Fans», sagt Robert Schreiber, Bahn-Nostalgiker und Vize-Zentralpräsident der Organisation Pro Bahn. «Die Ae 6/6 hat den Gotthardverkehr revolutioniert. Dass sie jetzt verschrottet wird, ist natürlich schade.»

Neue Massstäbe

Zumal die Lock neue Massstäbe setzte: Mit 6000 PS war sie das Stärkste, was man 1952 gesehen hatte. Als erste Lokomotive liess sie zu, dass der Zugführer im Sitzen fahren konnte. «Sie galt immer als kraftvoll und zuverlässig, ein richtiger Allrounder», schwärmt Schreiber.

Dennoch kann der Fan verstehen, dass das Ende für die Ae 6/6 unabwendbar ist. «50 Jahre sind ein hohes Alter für eine Lok. Es ist klar, dass die SBB neue Lokomotiven brauchen, die à jour sind.» Die neuen Lokomotiven haben über 10'000 PS.

Dass jene Hälfte der Ae 6/6, die nicht geschrottet werden, noch lange in Betrieb bleiben, glaubt Schreiber indes nicht. «Vielleicht noch einige wenige Jahre, aber mit jedem Fahrplanwechsel werden wieder Loks aussortiert», sagt er. Insofern stellt dies nur einen kleinen Trost für die Nostalgiker dar.

Immerhin noch als Sonderzüge

Froh ist Schreiber jedoch, dass mindestens ein Typ pro Lokomotive der Stiftung SBB Historic erhalten bleiben wird. «Die Ae 6/6 wird keine Lokomotive, die es nur im Verkehrshaus zu sehen gibt. Immer wieder wird eine Ae 6/6 als Sonderzug bei Ausflügen unterwegs sein», verspricht Schreiber.

Dass der Grossteil verschrottet und rezykliert wird, sei trotzdem keine schöne Vorstellung. «Ich hätte sie mir gut im Ausland im Einsatz vorstellen können und kann mir denken, dass da sogar Anfragen kamen.» (reh)

Erstellt: 14.01.2011, 14:40 Uhr

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34 Kommentare

Andre Carrel

14.01.2011, 21:14 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Anfangs 50er jahren, als bueb wohnhaft in Andermatt, war es der muehe wert die Schoellenenschlucht hinunter (ueber's Roemer brueggli) nach Goeschenen zu gehen um (hoffentlich) eine Ae 6/6 nicht vor einem gueterzug, sondern vor einem grossen schnellzug zu bewundern. Mit dem ende der Ae 6/6 in sicht, wie weit weg is wohl meine eigene verschrottung? :) Antworten


Willy Dingeldein

14.01.2011, 15:37 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Eine wichtige Mitteilung an alle Freunde der Gotthardlokomotive Ae 6/6: In Brugg, beim Verein Mikado 1244, ist die Ae 6/6 11407 "Aargau" auch in Zukunft zu bewundern. Sie wird z.Zt. nach und nach wieder in den Ursprungszustand bei der Ablieferung zurückversetzt. Die Chromstreifen wurden schon erneuert. Es gibt noch viel zu tun... Antworten



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