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Cern-Mitarbeiter wegen Terrorismus verurteilt

Aktualisiert am 05.05.2012 2 Kommentare

Der 35-Jährige soll mit einem Al-Kaida-Vertreter Pläne für Attentate in Europa ausgeheckt haben. Er wurde gestern in Paris zu fünf Jahren Haft verurteilt.

«Eine empörende Ungerechtigkeit»: Der Anwalt des Angeklagten und sein Bruder (rechts) äussern sich nach der Verhandlung zum Urteil.

«Eine empörende Ungerechtigkeit»: Der Anwalt des Angeklagten und sein Bruder (rechts) äussern sich nach der Verhandlung zum Urteil.
Bild: AFP

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Der französisch-algerische Doppelbürger wurde für schuldig befunden, mit einem mutmasslichen Vertreter des nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegers per E-Mail Attentatspläne erörtert zu haben. Der Astrophysiker ist seit zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft verlangt. Der Mann sei ein technischer Berater für Attentate gewesen, zeigte sich die Anklage überzeugt.

Anwalt forderte Freilassung

Die Verteidigung des Wissenschafters forderte dessen Freilassung. Er habe nie seinen Arbeitsplatz verlassen und seinen islamistischen Gesprächspartner nie persönlich getroffen. Das Urteil sei von einer «empörenden Ungerechtigkeit». Er könne derzeit nicht sagen, ob sein Mandant Berufung einlegen wolle, sagte der Verteidiger.

Im Zentrum des Prozesses standen rund 35 E-Mails, die zwischen dem ehemaligen Cern-Mitarbeiter und einem mutmasslichen Al-Kaida-Kontaktmann verschickt worden sein sollen.

Darin war die Rede von möglichen Anschlagszielen in Frankreich und Europa, unter anderem die Luftwaffenbasis Cran-Gévrier im Osten Frankreichs. In Cran-Gévrier werden Soldaten für den Afghanistan-Einsatz ausgebildet.

Eine «turbulente Zeit» durchlebt

Während des Prozesses begründete der Angeklagte den Inhalt der belastenden Mails mit seiner damals schlechten körperlichen und geistigen Verfassung. Er war wegen eines Bandscheibenvorfalls krank geschrieben.

Er bestreite nicht, dass er eine turbulente Zeit durchlebt habe. Er habe gebüsst dafür, sagte er Ende März vor Gericht. Er warf den Untersuchungsbehörden unehrliche und ungenaue Methoden vor. Der Mann war am 8. Oktober 2009 im ostfranzösischen Vienne bei seinen Eltern festgenommen worden. (fko/sda)

Erstellt: 04.05.2012, 17:26 Uhr

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2 Kommentare

Karin Waser

05.05.2012, 11:00 Uhr
Melden 8 Empfehlung 0

Ungereimtheit: Er habe nie seinen Arbeitsplatz verlassen, sagt der Anwalt. Er war wegen eines Bandscheibenvorfalls krank geschrieben, sagt der Angeklagte.
.
Er habe seinen islamistischen Gesprächspartner nie persönlich getroffen. Er begründete die Mails mit seiner damals schlechten körperlichen und geistigen Verfassung.-> ist Terrorismus i.O. wenn man die Leute nicht selber trifft oder krank ist?
Antworten


Sandro Guthaus

05.05.2012, 12:11 Uhr
Melden 7 Empfehlung 0

Ein Computer-Programmierer (er erstellte MC-Simulationen von Magnetfeldern) wird als Nuklearexperte betitelt und wegen ein paar Mails publikumswirksam verhaftet und verurteilt... Wenn jeder Teilchenphysiker nur wegen seines Berufs ein potentieller Terrorist ist und Kontakte mit seinem Heimatland für eine Verhaftung ausreichen, ist es mit der Rechtsstaatlichkeit nicht sehr weit her. Es bleibt zu hoffen, dass der Revisionsprozess weniger von Toulouse und Präsidentschaftswahlen beeinträchtigt werden. Antworten



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