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«Als der Kreuzer den Felsen rammte, lief der ‹Titanic›-Filmsong»

Von David Kilchör. Aktualisiert am 16.01.2012 5 Kommentare

Die Brüder Kevin und Yannick Sgaga aus Bäretswil ZH haben das Unglück auf der Costa Concordia überlebt.

«Die Filmbilder sind realistischer als man denkt»: Bar auf der Costa Concordia (Archivaufnahme aus dem Jahr 2006).

«Die Filmbilder sind realistischer als man denkt»: Bar auf der Costa Concordia (Archivaufnahme aus dem Jahr 2006).
Bild: Keystone

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Man hat den Film «Titanic» vor Augen, wenn man sich auszumalen versucht, wie die Tragödie der Costa Concordia wohl verlief.
Yannick Sgaga: Die Filmbilder sind realistischer als man denkt. Ich hatte sie immer wieder im Kopf. Als der Kreuzer den Felsen rammte, lief übrigens in einem Restaurant gerade Céline Dions «My heart will go on», der «Titanic»-Filmsong.

Wann haben Sie begriffen, was wirklich passiert war?
Yannick Sgaga: Das Schiff begann sich irgendwann zu neigen. Zwischendurch glich es sich wieder etwas aus. Wir dachten lange, es handle sich einfach um etwas stärkeren Wellengang.

Wie kamen Sie in ein Rettungsboot?
Kevin Sgaga: Wir sassen in einem Korridor, als das Schiff so schief lag, dass der Gang fast schon die Steigung einer Treppe hatte. Yannick nahms gelassen. Ich bekam langsam, aber sicher ein sehr mulmiges Gefühl.
Yannick Sgaga: Ich fand dann, es wäre wohl weise, die Schwimmwesten zu holen. Auf diesen stand, in welche Richtung wir uns begeben sollten, um zu «unserem» Rettungsboot zu kommen.

In den Medien ist von Rangeleien um die Plätze im Boot zu lesen.
Kevin Sgaga: Wir hatten kein Problem, einen Platz zu bekommen. Allerdings war zu jenem Zeitpunkt das Schiffspersonal verschwunden. Ich vermute, dass das Küchenpersonal half, in die Boote zu kommen. Aber die Passagiere mussten selbst schauen, wie sie sich retten.

Wie brachte man die Rettungsboote ins Wasser, als das Schiff schräg lag?
Kevin Sgaga: Das war eines der Hauptprobleme. Die Rettungsboote wurden viel zu spät heruntergelassen. Als wir drin sassen, neigte es sich massiv. Dann setzten wir uns auf die andere Seite, um die Balance zu finden, kippten aber gleich auf die andere Seite. Sofort brach Panik aus. Wir hatten Todesangst.

Wie kamt ihr an Land?
Yannick Sgaga: Das Rettungsboot hatte auch einen Steuermann. Allerdings gabs noch zwei dicke Kollisionen. Zunächst rammten wir ein anderes Rettungsboot, dann fuhren wir in einen Frachter. Wir fürchteten, dass auch das Rettungsboot ein Loch hätte. Aber irgendwann strandeten wir doch noch auf einer Insel.

Liess man euch danach gleich Richtung Schweiz weiterziehen?
Kevin Sgaga: Zunächst wurden wir mit einer Fähre aufs Festland gebracht. Dort sahen wir dann auch die Geretteten, die Toten. Das war der härteste Augenblick. Wir begriffen dort das ganze Ausmass der Katastrophe. Man sah kleine Kinder, die halb verfroren waren, Leichentücher, viele Krankenwagen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.01.2012, 07:40 Uhr

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5 Kommentare

Fred Grossen

16.01.2012, 09:38 Uhr
Melden 16 Empfehlung 0

"Als der Kreuzer den Felsen rammte, lief gerade ... der «Titanic»-Filmsong."
Jetzt geht's wieder los, mit den Mythen und Märchen. Bei der Titanic hiess es, sie spielten "Näher mein Gott zu mir". Leider war es nicht Gott, sondern ein Eisberg.
Antworten


Simon Kaiser

16.01.2012, 11:17 Uhr
Melden 6 Empfehlung 0

Wie auf der Titanic? Ok, nur strandete die CC ca. 50 Meter vom Festland entfernt, ist bis heute noch nicht gesunken, gestorben sind vielleicht auch max. 30 Personen. Wird meiner Meinung nach ein wenig überdramatisiert... Antworten



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