Airbus-Absturz: Erste Leichen geborgen, viele Franzosen unter Opfern

Aktualisiert am 30.06.2009

In der Nacht war eine A310 beim Anflug auf die Komoren-Inseln ins Meer gestürzt. Der Funkkontakt zwischen Tower und Maschine brach fünf Minuten vor der geplanten Landung ab.

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Bahia Bakari unterwegs ins Spital von Moroni. Die 14-Jährige hat den Absturz überlebt.
Bild: Reuters

   

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Komoren

Zweite Airbus-Katastrophe binnen eines Monats: Vor der Küste der Komoren ist am frühen Dienstagmorgen ein jemenitisches Passagierflugzeug mit 153 Menschen an Bord ins Meer gestürzt, darunter 66 Franzosen. Drei Leichen seien geborgen worden, teilte eine Sprecherin der komorischen Polizei mit.

Böiger Wind

Der Airbus A310-300 war von der jemenitischen Hauptstadt Sanaa Richtung Moroni auf der Hauptinsel Grande Comore unterwegs. Er stürzte bei böigem Wind in den indischen Ozean. Rund 110 Kilometer vor der Küste der Insel Grande Comore wurden ein Treibstoffteppich und Trümmer auf dem Wasser entdeckt.

Die meisten Passagiere waren komorischer Abstammung und wollten aus Paris und Marseille über den Jemen zum Urlaub in die Heimat. 66 Passagiere seien französischer Nationalität, sagte Aussenminister Bernard Kouchner. Der Funkkontakt mit der Maschine sei fünf Minuten vor der geplanten Landung abgebrochen, sagte der Direktor des Flughafens von Moroni, Hadji Mohamed Ali, dem Sender France Info. Die elfköpfige Besatzung der Fluggesellschaft Yemenia Air war jemenitisch, sagte Mohammed Abdul Kader, Vizechef der jemenitischen Flugaufsichtsbehörde.

Maschine seit 1990 im Dienst

Die Komoren liegen rund 2900 Kilometer südlich des Jemens im Indischen Ozean zwischen der Südostküste Afrikas und Madagaskar. Airbus nannte als Unglückszeitpunkt 1.50 Uhr (Ortszeit). Bei der Maschine habe es sich um einen A310-300 gehandelt, der seit 1990 in Dienst stand und seit 1999 von Yemenia Air betrieben wurde. Die Maschine habe 51'900 Flugstunden absolviert. Einzelheiten zur möglichen Absturzursache gab es zunächst nicht.

Die französische Marine entsandte zwei Schiffe in die Region, eine Transall mit medizinischem und psychologischem Personal wurde ebenfalls auf die Komoren geschickt. Auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle und in Marseille wurden Krisenzentren eingerichtet. Aus der französischen Hafenstadt stammten die meisten Passagiere. Die Komoren liegen rund 2900 Kilometer südlich des Jemens im Indischen Ozean.

Kleine Flotte mit Airbus- und Boeing-Maschinen

Laut einem Uno-Mitarbeiter, der am Flughafen Dienst leistet, hat der Tower vom landenden Flugzeug die Meldung bekommen, dass die Maschine jetzt «reinkomme». Plötzlich sei der Kontakt abgebrochen.

Yemen Airways gehört den Staaten Jemen (51 Prozent) und Saudiarabien (49 Prozent). Gemäss Angaben auf der Website fliegt die Airline die Komoren regelmässig an. Die Flotte von Yemenia besteht aus zwei Airbus 330-200, vier Airbus 310-300 und vier Boeing 737-800.

Erinnerung an Flugzeug-Entführung von 1996

Der Unfall erinnert an 1996, als eine entführte Boeing 767 der Ethiopian Airlines vor den Komoren ins Meer stürzte. 125 der 175 Menschen an Bord kamen damals ums Leben. Erst am 1. Juni 2009 war ein Airbus auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris in den Atlantik gestürzt. (cpm/ap/sda)

Erstellt: 30.06.2009, 11:50 Uhr

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