Susan Boyle leidet unter ihrem Ruhm
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In einem halben Jahr wurde aus der arbeitslosen, schlecht gekleideten und leicht übergewichtigen Hausfrau Susan Boyle aus Schottland ein Weltstar. Sie ging zwar nicht als Siegerin aus der Castingshow «Britain's got Talent» hervor, die sie bekannt gemacht hatte. Trotzdem erreichte Boyles Debütalbum Platz eins in den schwierigen Musikmärkten England und USA. Ausserdem war «I dreamed a Dream» das weltweit meistverkaufte Album der internationalen Jahresendcharts 2009.
Ein unglaubliches Märchen, auch in der heutigen Zeit der Instant-Stars. Im Gegensatz zu den meisten anderen Castingshow-Sternchen hält sich Boyle auch ein Jahr nach ihrer Eroberung von Millionen Herzen auf beachtlicher Flughöhe. So war die 48-Jährige letzte Woche Stargast am renommierten Musikfestival von San Remo. Neben Superstars wie Mariah Carey, Jon Bon Jovi, Robbie Williams, Kylie Minogue oder Rod Stewart nahm sie eine Charity-Single für die Opfer des Erdbebens in Haiti auf. Und Musikgrössen wie Lady Gaga oder Jay-Z stehen Schlange, um mit ihr arbeiten zu dürfen.
Susan Boyle wird verehrt, eben weil sie kein perfektes Äusseres zur Schau trägt, immer noch im gleichen kleinen Häuschen in Blackburn, Schottland, lebt und auch sonst keine grössenwahnsinnigen Attitüden an den Tag legt. Das Gegenteil ist der Fall: Statt mit grenzenloser Selbstüberschätzung, die viele ihrer Schicksalsgenossen zu Fall brachte, kämpft Boyle offenbar mit schwerwiegenden Selbstwert-Problemen.
Erste Anzeichen einer drohenden Krise
Indizien für Boyles schwaches Nervenkostüm gab es viele. So war Boyle letzten Mai als haushohe Favoritin beim Finale von «Britain's got Talent» angetreten. Als sie «nur» Zweite wurde, hatte sie einen Nervenzusammenbruch und musste in eine Klinik.
Vor einer Woche brach sie am Flughafen London-Heathrow bewusstlos zusammen. Bei dem Zusammenbruch handelt es sich nicht um den ersten Zwischenfall an einem Flughafen, in den Boyle involviert ist.
Vor mehreren Monaten war ein Mann in Boyles Garten entdeckt worden, der die Sängerin durch die Fenster beobachtet hatte. Vor rund einem Monat überraschte Boyle beim Nachhausekommen Diebe in ihrem Daheim. Seither kann sie nicht mehr schlafen, wie ihr Bruder Gerry Boyle der «Daily Mail» sagt. «Obwohl ihr Haus rund um die Uhr von Security bewacht wird, verbringt sie während der Nacht Stunden damit, hinter dem Vorhang versteckt aus ihrem Haus zu spähen», so Gerry Boyle.
Keiner da, um die neuen Freuden zu teilen
Der Bruder befürchtet, dass alles zu viel werden könnte für Susan Boyle. Als Hauptproblem sieht Gerry Boyle den Fakt, dass seine Schwester immer noch keinen Mann an ihrer Seite hat. Die bekennende Jungfrau sehnt sich nach Liebe. «Susan weiss, sie kann jederzeit erster Klasse irgendwo hin fliegen, in den besten Restaurants essen und den nobelsten Hotels schlafen. Aber das alles bedeutet ihr nichts, wenn sie es nicht mit jemandem teilen kann.»
Boyle befürchtet, ihr Ruhm könne für eine Beziehung erst recht hinderlich sein: «Susan glaubt, dass alle sie für eine Art Freak halten wegen ihres Aussehens und ihres Auftretens. Und dass dies die Männerwelt abstösst», so Gerry Boyle weiter. Ausserdem glaube Susan Boyle, dass ihr Geld und ihr Ruhm mögliche Kandidaten einschüchtern könnten. Dass seine Schwester von sich aus auf einen Mann zugehen würde, glaubt Gerry Boyle nicht. Sie habe viel zu wenig Selbstvertrauen. Witze über ihr Aussehen und Übernamen wie der «haarige Engel» würden ihr Übriges tun, da diese sie tief verletzten und verunsicherten.
Die Erfüllung des grossen Traums reicht nicht fürs Glück
«Susan liegt die Welt zu Füssen, wenn es um Geld und Ruhm geht. Aber zurzeit kann sie sich nicht darüber freuen. Was sie sich mehr als alles wünscht, ist Liebe. Wer tut das nicht?», so Gerry Boyle.
Susan Boyle träumte jahrelang einen Traum, den von der grossen Musikkarriere. Sie hat es geschafft, diesen Traum leben zu können. Nun wird sie unsanft von der harten Realität des Showbusiness geweckt. Sie flüchtet sich in einen neuen Traum, den der grossen Liebe. Ob es ihr gelingt, auch diesen Traum zu verwirklichen - und dann glücklich zu werden? (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.02.2010, 16:19 Uhr
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