Jacksons Leibarzt ohne Handschellen vor Gericht
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Der Kardiologe Conrad Murray wurde von Polizisten an den wartenden Journalisten und zahlreichen Fans des im Juni gestorbenen King of Pop vorbeigeschleust, trug aber keine Handschellen. Zuvor hatte es Streit darüber gegeben, ob Murray die Möglichkeit erhalten sollte, sich selbst zu stellen. Einige hartnäckige Jackson-Fans wollten aber genau dies erreichen und hatten in einer Telefonaktion die Polizei in Los Angeles gedrängt, Murray Handschellen anzulegen.
Der Kardiologe Murray steht seit dem Tod des Popstars am 25. Juni im Zentrum der Ermittlungen. Laut Autopsiebericht starb Jackson an einer Kombination verschiedener Beruhigungsmittel. Murray hat zugegeben, dem an Schlafstörungen leidenden Popstar kurz vor dessen Tod Propofol und andere Beruhigungsmittel verabreicht zu haben, um ihm zum Einschlafen zu verhelfen. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Arzt bis zu vier Jahre Haft.
Mit Propofol vergiftet
Laut Autopsiebericht wurde der Tod durch das Betäubungsmittel Propofol in Verbindung mit weiteren Beruhigungsmitteln ausgelöst. Murray hat zugegeben, dem an Schlafstörungen leidenden Popstar kurz vor dessen Tod Propofol und andere Beruhigungsmittel verabreicht zu haben, um ihm zum Einschlafen zu verhelfen.
Murray war von Jackson als Leibarzt angestellt worden, während sich der Popstar auf seine Comeback-Konzerte vorbereitete. Der Mediziner schloss für die mit 150'000 Dollar (110'000 Euro) dotierte Stelle bei Jackson seine kardiologischen Praxen in Houston und Las Vegas, um sich gänzlich auf die Betreuung Jacksons zu konzentrieren und ihn auf Reisen begleiten zu können.
Im November erklärte sein Anwalt Edward Chernoff dazu, Murray habe für die Zeit als Jacksons Arzt kein Honorar bekommen. Der Mediziner habe seit sieben Monaten kein Geld mehr verdient, und es sei fraglich, ob er weiter sein Haus behalten und seine Familie unterhalten könne.
Vorführung in Handschellen oder freiwilliges Erscheinen
Seit sich die Hinweise auf eine Anklageerhebung gegen den Arzt in der vergangenen Woche verdichteten, ging es vor allem um die Frage, ob es Murray ermöglicht wird, sich der Justiz selbst zu stellen, oder ob er von der Polizei verhaftet und in Handschellen vorgeführt wird. Seine Anwälte wollten es Murray ersparen, vor einem Millionenpublikum - einschliesslich potenzieller Geschworener für den Prozess - in Handschellen aufzutreten.
Einige hartnäckige Jackson-Fans wollten aber genau dies erreichen und hatten in einer Telefonaktion die Polizei in Los Angeles mit der Forderung bestürmt, Murray Handschellen anzulegen. Für den Fall, dass sich der Arzt freiwillig den Behörden stellen dürfte, hatten sie Proteste vor dem Gericht in Flughafennähe angekündigt.
Murray erklärte, nichts von dem, was er dem Popstar gegeben habe, hätte Jackson töten dürfen. In einem Prozess dürften Experten mit Aussagen über den Einsatz von Propofol zu Wort kommen. Unter anderem müsste geklärt werden, ob es sich um grobe Fahrlässigkeit handeln kann, wenn das Mittel in einem Privathaushalt verabreicht wird. Üblicherweise wird es in Krankenhäusern eingesetzt. Der Leiter von Murrays Anwaltsteam, Chernoff, hat erklärt, der Arzt sei für den juristischen Kampf gut gerüstet. «Wir werden eine Kautionszahlung erreichen, wir werden auf nicht schuldig plädieren, und wir werden kämpfen wie verrückt.» (tan/sda/ddp)
Erstellt: 08.02.2010, 23:22 Uhr
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