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«Ich will, dass die Schweiz auf ihre Miss stolz sein kann»
Von Yasmin Ablondi, Jonathan Spirig. Aktualisiert am 29.09.2011 8 Kommentare
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Alina Buchschacher, haben Sie nach den ersten vier Tagen als Miss Schweiz noch Energie?
Alina Buchschacher: Natürlich waren die letzten Tage anstrengend. Studenlange Fotoshootings können sehr ermüdend sein. Ich denke aber, dass ich mich schnell an die neue Situation gewöhnt habe.
Haben Ihnen die vielen Shootings und der Medienmarathon aber auch Spass gemacht, oder war es einfach nur anstrengend?
Ich habe wirklich fast ausnahmslos positive Eindrücke sammeln können. Ich habe innert kürzester Zeit viele interessante Menschen kennengelernt und viel erlebt. Es ist sicherlich ein einzigartiges Erlebnis in meinem Leben.
Wie gehen Sie mit dem ganzen Medienrummel um?
Die ersten Tage waren sehr ungewohnt und nach so vielen Interviews habe ich meine Antworten teilweise schon standardisiert. Nur beim Interview am Sonntagmorgen um sieben Uhr mit der Schweizer Illustrierten hatte ich ein komisches Gefühl, weil ich nach nur knapp zwei Stunden Schlaf ziemlich müde war und keine konstruktiven Antworten gegeben habe. Aber auch hier muss ich sagen, dass ich mich schnell an den Rummel gewöhnt habe und fast alle Medienschaffenden nett zu mir waren.
Haben Ihnen die Erfahrungen als Miss Bern bei der Wahl einen Vorteil verschafft?
Ich bin sehr stolz, die erste Miss Bern zu sein, welche zur Miss Schweiz gekürt wurde. Bestimmt konnte ich als Miss Bern bereits erste Erfahrungen sammeln. Wie gross dieser Vorteil war, weiss ich aber nicht. Zudem glaube ich auch nicht, dass man die Miss-Schweiz-Wahl und die Miss-Bern-Wahl vergleichen kann.
Wo liegen denn die Unterschiede?
Alles ist total anders. Als Miss Bern repräsentiert man einen Teil der Schweiz und hat eher kleinere Aufträge. Als Miss Schweiz repräsentiert man hingegen eine ganze Nation und hat einen 100-Prozent-Job.
Ist durch Ihren Sieg die diesjährige Miss Bern von der Bildfläche verschwunden?
Weil ich bei der Miss-Schweiz-Wahl gewonnen habe, wird mein Vertrag mit der Miss-Bern-Organisation nichtig. Ich werde mich auf meine Aufgaben als Miss Schweiz konzentrieren, schliesse aber nicht aus, dass sich einige Aufträge verbinden lassen.
Wie haben Sie persönlich die Miss-Schweiz-Wahl erlebt?
Zu Beginn dachte ich nicht, dass ich weit kommen würde. Meine Mitstreiterinnen erschienen mir sehr professionell und von einigen wusste ich, dass sie bereits Modelverträge haben. Erst als Ashley Balmer ausgeschieden war und ich mit Julia Flückiger im Finale stand, wurde mir bewusst, dass ich tatsächlich gewinnen könnte.
Weil bei der Übertragung im Fernsehen Telefonnummern vertauscht und nicht eingeblendet wurden, gibt es Stimmen, die sagen, dass Sie Ihren Titel zu Unrecht tragen…
Die Panne hat natürlich für Missstimmung gesorgt, das ist sehr schade.
Sind Sie aber trotzdem die rechtmässige Gewinnerin?
Ich hoffe es doch. So wie ich es mitbekommen habe, hatte diese Panne keinen grossen Einfluss auf das Voting-Ergebnis, da die Abstände zwischen den Kandidatinnen gross genug waren.
Wie hat Ihr Umfeld auf den Sieg reagiert?
Meine Familie und mein Freund waren total aus dem Häuschen. Die Freude und der Stolz standen ihnen ins Gesicht geschrieben und sie haben mir alles Gute gewünscht. Eine meiner Tanten ist sogar aus der Karibik eingeflogen, um mich in der Wahlnacht zu unterstützen.
Und wie haben sich die Konkurrentinnen verhalten?
Ich glaube es haben sich alle für mich gefreut. Meine Missencamp-Mitbewohnerin Simone Casanova ist bei der Verkündung in Tränen ausgebrochen und hat mir gesagt, dass die Richtige gewonnen habe. Anschliessend stürzten sich auch alle anderen auf mich, um zu gratulieren.
Werden Sie den Kontakt zu den ehemaligen Konkurrentinnen aufrecht erhalten?
Ich hoffe, dass sich ein Treffen arrangieren lässt. Ansonsten werde ich im kommenden Jahr bestimmt eines organisieren, vielleicht ein Grillfest für uns Miss-Kandidatinnen.
Haben Sie keine Angst, dass Sie im Amtsjahr zu wenig Zeit für die Liebsten und die Hobbies haben werden?
Ich gehe schon davon aus, dass ich weniger Zeit haben werde. Allerdings werde ich mich bemühen, meine Familie, meinen Freund und meine Freunde so oft wie möglich zu treffen, wenn ich in Bern bin. Ich hoffe zudem, dass auch das Reiten nicht zu kurz kommt.
Wie sieht es mit Ihrer Ausbildung aus?
Mein derzeitiges Praktikum bei der Fibox GmbH habe ich für das Amtsjahr unterbrochen. Mein Chef unterstützt mich total und hat mir in Aussicht gestellt, nächstes Jahr an derselben Stelle weiterarbeiten zu können, wo ich jetzt aufgehört habe.
Wie werden Sie vorgehen, um als Miss Schweiz Erfolg zu haben?
Das kann ich noch nicht sagen. Ich glaube, entweder mögen einem die Leute oder nicht.
Meine Vorgängerin Kirstin Cook hatte beispielsweise zu Beginn ihres Amtsjahres einige Probleme, weil viele Gerüchte über sie in den Medien verbreitet wurden. Ich werde aber bestimmt mein Bestes geben und stets ehrlich sein.
Welche Lügen oder Gerüchte hat man über Sie schon erzählt?
Bis jetzt habe ich fast nur positive Erfahrungen mit den Medien gemacht. Eine richtige Lüge wurde bisher nicht über mich in die Welt gesetzt. Es gab aber schon einige Interviewantworten von mir, die von den Medien verdreht wurden und somit eine völlig falsche Aussage darstellten. Ich habe beispielsweise nicht explizit gesagt, dass ich in zehn Jahren mit meinem derzeitigen Freund verheiratet sei und Kinder habe.
Sie wurden in mehreren Medien als sehr «offenherzig» bezeichnet...
Ja, und mir wurde auch unterstellt, dass ich für eine Miss Schweiz eine zu grosse Oberweite hätte.
Was löste diese Aussagen in Ihnen aus?
Ach, ich nehme das eher als Kompliment auf. Anders sähe es bei einer Schlagzeile aus, die mich wirklich beleidigt, oder meiner Karriere schadet.
Sie werden in Ihrem Amtsjahr voraussichtlich viel Geld verdienen. Was werden Sie damit anstellen?
Ich werde mir bestimmt nach dem Amtsjahr ein eigenes Auto kaufen. Zudem möchte ich meine Familie und meinen Freund auf eine Reise ins Ausland einladen. Den Rest des Geldes werde ich wohl auf die Seite legen.
Als Miss Schweiz haben Sie viele Fans. Quillt Ihr Briefkasten über?
Die Reaktionen sind unglaublich. Ich habe von einem Fan sogar einen Brief mit einer DVD über Pferde erhalten, weil ich ja so gerne reite und die Tiere liebe. Das war total süss. Neben den Gratulationen und der Fanpost habe ich bis jetzt vor allem Fotoshooting- oder Sponsorenanfragen erhalten. Ich verweise die Interessenten jedoch unverzüglich an die Miss-Schweiz-Organisation.
Haben Sie überhaupt Zeit, um die Fanpost zu beantworten?
Zum Glück hilft mir meine Mutter beim Sortieren. So kann ich nach Hause kommen, alles durchlesen und so schnell wie möglich antworten. Es ist jedoch sehr schwer auf alle SMS, Mails und Briefe zu antworten. Ich möchte gerne jedem persönlich für die Gratulationen und die Unterstützung danken, doch dazu fehlt mir momentan einfach die Zeit.
Worauf freuen Sie sich am meisten in ihrem Amtsjahr?
Ich finde es toll, dass ich an den Miss-Universe-Wahlen die Schweiz repräsentieren darf, natürlich aber auch darauf, verschiedene Sponsoren persönlich kennenzulernen. Auch auf alles weitere, was mich noch erwartet, freue ich mich. Ich möchte gerne, dass die Schweiz auf ihre Miss stolz ist und daher werde ich alles geben um meine Sache gut zu machen und dies zu erreichen.
Sind Sie denn eine typische Schweizerin?
Aufgrund meiner Hautfarbe würde ich mich eher als eine Schweizerin bezeichnen, die drei Wochen in der Karibik war (lacht). (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.09.2011, 06:51 Uhr
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