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Unfall von Siders: Neue Spekulationen über einen Ausfall des Tempomaten
Ein Bus aus dieser Serie ist im Wallis verunfallt: Van Hool T916 (Herstellerbild).
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Walliser Ermittler haben gestern zusammen mit der belgischen Polizei bei der Busgesellschaft Toptours im flämischen Aarschot eine technische Untersuchung durchgeführt. Auf der Suche nach Rückschlüssen zum Unfallhergang inspizierten die Polizisten einen baugleichen Car. Toptours gehörte der Reisebus, der vor zwei Wochen im Autobahntunnel bei Siders verunglückt war. 22 Kinder und 6 Begleiter verloren beim Unfall das Leben.
Eine Woche nach den Zeremonien für die Opfer ist der Unfall zwar aus den Schlagzeilen gerückt. Doch die 6 Schweizer Polizisten und der Walliser Oberstaatsanwalt stossen auf grosses Interesse. Umstritten war zuletzt die geplante Befragung der 24 überlebenden Kinder, von denen immer noch 13 im Spital liegen. Vor allem die Eltern aus Lommel wollten ihren Kindern eine Befragungen noch nicht zumuten.
Keine Bremsspuren
Die Schulklasse aus Lommel sass bei der Rückkehr von der Skiwoche vorne im Bus und hatte beim Crash die meisten Opfer zu beklagen. Die Ermittler wollen bis zu der für heute geplanten Rückkehr in die Schweiz zumindest Kinder der anderen Klasse aus Heverlee bei Leuven befragen. Sie erhoffen sich dadurch Informationen über das Geschehen im Bus kurz vor dem Unfall. Die Polizei wollte bisher Gerüchte nicht bestätigen, wonach einer der Lehrer kurz vor dem Crash seinen Platz verlassen und eine DVD eingelegt haben könnte. Das DVD-Gerät befindet sich beim Unglücksbus im Rücken des Chauffeurs, weshalb Experten die These zurückgewiesen haben, der Fahrer könnte den Film selber eingelegt haben.
Belgische Medien griffen gestern eine neue Hypothese des Westschweizer Magazins «L’Illustré» auf, wonach es bei baugleichen Bussen schon Probleme mit dem Tempomaten gegeben haben soll. Robert Mornan, ein früherer Chauffeur und heutiger Direktor einer Busfirma, wertete die Tatsache, dass es im Tunnel keine Bremsspuren gab, als Indiz, dass der Unglücksfahrer den Tempomaten nicht ausschalten konnte. Während seiner Tätigkeit als Chauffeur sei ihm dies mit dem Car-Modell dreimal geschehen, und er habe nur mit Mühe abbremsen können. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 29.03.2012, 07:08 Uhr
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