Panorama

«Apokalyptische Situation»

Aktualisiert am 14.03.2012 53 Kommentare

Vertreter der Schweiz, Belgiens und der Niederlande informierten in Siders über die Entwicklungen im Busdrama. DerBund.ch/Newsnet berichtete live.

Es ist 21:55 Uhr, Dienstag Abend. Ein Bus mit 52 Personen befindet sich auf dem Weg nach Belgien. Der Unfall ereignet sich in der Tunnelröhre von Siders in Richtung Sitten.

Erste Erkenntnisse haben ergeben, dass der Chauffeur im Tunnel die Herrschaft über das Fahrzeug verloren und einen Randstein touchiert hat.

Der Bus geriet daraufhin ins Schleudern und schlitterte in die Mitte der Fahrbahn.

Verzweifelt versuchte der Chauffeur, das Fahrzeug wieder unter Kontrolle und zurück auf die richtige Spur zu bringen. Der Car schlitterte jedoch nach rechts und prallte mit voller Wucht in die Nothaltestelle.

Busunglück in einem Autobahntunnel bei Siders: Der Unfallhergang in drei Phasen. (Infographik: Ariel Cepeda/Aurélien Rouda/24heures/Newsnet)


(rub)

  • Zusammenfassung  

    Medienkonferenz in Siders

    Behördenvertreter haben im Wallis zum tragischen Busunfall auf der A9 bei Siders informiert. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, der belgische Premierminister Elio Di Rupo sowie die Botschafter Belgiens und der Niederlande waren anwesend. Die wichtigsten Informationen lieferten die Vertreter der Rettungskräfte und der Untersuchungsbehörde.

    Die Kinder im Unglückscar seien angegurtet gewesen, sagte Untersuchungsrichter Olivier Elsig. Durch die Wucht des Aufpralls wurden die Sitze aber durch die Luft geschleudert. Als Unfallursache kommen in Frage: ein technischer Defekt am Car, ein medizinisches Problem oder menschliches Versagen.

    Bus nicht zu schnell

    Fest stehe derzeit einzig, dass kein anderes Fahrzeug involviert war und dass es kein Problem mit der Strasse – etwa Flüssigkeit auf der Fahrbahn – gegeben habe. Auch sei der Car nicht zu schnell unterwegs gewesen, sagte Elsig.

    Die Videobänder aus dem Tunnel wurden laut Elsig sichergestellt. Sie werden nun ausgewertet. Zudem werden Spuren gesichert und Zeugen befragt. Beim Chauffeur wurde eine Autopsie angeordnet.

    «Apokalyptische Situation»

    Die Retter hätten an der Unglücksstelle eine «apokalyptische Situation» angetroffen, sagte Polizeikommandant Christian Varone. Ihm zufolge sind 7 der Todesopfer Niederländer und 21 Belgier. Von den Verletzten sind 17 Belgier, 3 Niederländer sowie ein Pole und ein Deutscher. Um wen es sich beim Deutschen und beim Polen handelt, präzisierte Varone nicht.

    Wie die Walliser Polizei zudem mitteilte, wurde der Unglückscar durch den zuständigen Staatsanwalt beschlagnahmt und in einem Hangar abgestellt. (sda)

  • Bildstrecke  

    1/

       

  • 18.37 Uhr  

    Ende der Medienkonferenz.

  • 18.35 Uhr  

    Der belgische Premierminister Elio Di Rupo sagt, die Behördenvertreter beider Länder würden nun zusammensitzen und das weitere Vorgehen besprechen.

    Im Bild: Elio Di Rupo (l.) und Eveline Widmer-Schlumpf.

  • 18.31 Uhr  

    Frage zur Nationalität der Opfer: 21 der Toten verfügten über die belgische Nationalität, 7 hatten einen niederländischen Pass.
    22 der 24 Verletzten sind identifiziert. 17 davon stammen aus Belgien, 3 aus den Niederlanden, 1 aus Polen und 1 aus Deutschland.

  • 18.28 Uhr  

    Journalistenfrage: «Trugen die Kinder Gurte?». «Ja, die Kinder trugen Gurte», antwortet Olivier Elsig. Doch der Aufprall sei so stark gewesen, dass das keinen Unterschied mehr gemacht habe. «Die Gurten, die Sitze, alles ist herumgeflogen.»

  • 18.45 Uhr  

    Die Auswertung der Videobilder der Überwachungskameras im Tunnel hat laut Untersuchungsrichter Untersuchungsrichter Olivier Elsig ergeben, dass keine anderen Fahrzeuge in den Unfall involviert waren, der Bus nicht zu schnell fuhr und die Fahrbahn in gutem Zustand war.

  • 18.20 Uhr  

    Der Chef des Walliser Rettungsdienstes Jean-Pierre Deslarzes schildert den Ablauf für seine Behörde vom Eingang des Alarms bis jetzt. Die Lage am Unglücksort sei sehr schrecklich gewesen. «Einige Kinder waren zerstückelt», sagte Deslarzes. Es habe schon andere schlimme Unfälle im Kanton Wallis gegeben, beispielsweise 2005 am Grossen St. Bernhard. Damals seien 15 Tote zu beklagen gewesen. «Aber wenn Kinder betroffen sind, dann ist die emotionale Seite sehr schwer zu tragen.»

    Im Bild: Untersuchungsrichter Olivier Elsig (l.) und Jean-Pierre Deslarzes.

  • 18.16 Uhr  

    Drei Untersuchungshypothesen stehen im Vordergrund, wie Untersuchungsrichter Olivier Elsig erklärt. Erstens ein technisches Versagen. Zweitens ein gesundheitliches Problem des Fahrers. «Die Autopsie sollte hier erste Aufschlüsse liefern.» Und drittens menschliches Versagen. Im Moment sei die letzte Hypothese nicht stärker gewichtet als die ersten beiden.

  • 18.12 Uhr  

    Auch Untersuchungsrichter Olivier Elsig drückt im Namen seiner Behörde sein Beileid aus. Es seien erst 20 Stunden seit dem Unglück vergangen. «Zur Zeit hat die Identifikation der Opfer die höchste Priorität». Nach dem Unfall seien Spuren gesichert worden, nun würden die Berichte gesammelt. Weitere Beweisstücke werden gesammelt. «Wir hören auch Leute an, die weitere Informationen liefern könnten.» Elsig nannte beispielsweise Personen, die den Bus auf der Autobahn gekreuzt hatten. «Wir haben eine Autopsie des Fahrers angeordnet.»

  • 18.07 Uhr  

    Der Walliser Polizeikommandant Christian Varone spricht seinerseits von einer Trägödie. Er schildert, wie 200 Einsatzkräfte nach dem Unfall zum Unglücksort ausgerückt sind. Sie sind nun seit 20 Stunden im Einsatz. Er wiederholt die Bilanz des Unfalls: 28 Tote, darunter 22 Kinder. Bei 2 Toten findet die Identifizierung noch statt. Sie sollte jedoch bald abgeschlossen sein.

  • 18.02  

    Es folgen Kondoleenz-Bekundungen der Vertreterinnen der Walliser Regierung und der niederländischen Regierung.

  • 17.57 Uhr  

    Der belgische Premierminister Elio Di Rupo dankt seinerseits den Einsatzkräften. Er würdigt das professionelle und «grosszügige» Vorgehen der Schweizer Behörden. «Wenn man einen Angehörigen verliert, ist das tragisch, wenn man ein Kind verliert gibt es keine Worte», sagt Di Rupo. «Wir werden alles tun, um das Leid zu mindern».

  • 17.53 Uhr  

    Als Erste drückt Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf im Namen des Bundesrats und der Bürgerinnen und Bürger der Schweiz den Familien und Angehörigen das Beileid aus. «Ich habe Mühe, die richtigen Worte zu finden», sagt Widmer-Schlumpf. Sie dankt den Einsatzkräften, dem Sanitätspersonal, den Polizisten und anderen Helfern.

  • 17.50 Uhr  

    Die Regierungsmitglieder und anderen Auskunftspersonen treffen ein. Die Medienkonferenz beginnt.

  • 17.38 Uhr  

    Laut dem Schweizer Fernsehen ist Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf noch nicht am Ort der Medienkonferenz in Siders eingetroffen.

    Bild: Journalisten aus aller Welt warten auf den Beginn der Medienkonferenz.

  • 17.35 Uhr  

    Die Medienkonferenz zum tragischen Busunfall auf der A9 bei Siders verzögert sich weiter. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, der belgische Premierminister Elio Di Rupo sowie die Botschafter Belgiens und der Niederlande werden erwartet.

  • Vor der Medienkonferenz  

    Die Medienkonferenz der Walliser Kantonspolizei, die um 15 Uhr hätte stattfinden sollen, wird verschoben. Sie findet nun um 17.25 Uhr statt, damit auch der belgische Premierminister teilnehmen kann.

  • Was bisher geschah  

    Drei Kinder liegen noch im Koma

    Die Schweiz und Belgien stehen nach dem Busunfall unter Schock: Gestern starben auf der A 9 bei Siders 22 Schulkinder – mehrere kämpfen um ihr Leben. DerBund.ch/Newsnet berichtet laufend über die neusten Entwicklungen.

Erstellt: 14.03.2012, 14:56 Uhr

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53 Kommentare

Eric Kurer

14.03.2012, 17:32 Uhr
Melden 120 Empfehlung 0

Eine Geschmacklosigkeit, im Vorspann der obigen Direktsendung noch Werbung zu schalten (Swisscom) Antworten


Hans Müller

14.03.2012, 17:09 Uhr
Melden 87 Empfehlung 0

Unfassbar traurig. Ich wünsche den Eltern und Hinterbliebenen viel Kraft in diesen schwersten Stunden. Antworten



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