Das Emmental, eine der holzreichsten Regionen Europas. (Franziska Scheidegger)
Die Berechnung sieht so aus, dass von den rund 5200 Gigawattstunden (GWh) Energie, die im Emmental und im Oberaargau jährlich verbraucht werden, knapp 40 Prozent eingespart werden könnten. Bei ebenfalls 40 Prozent läge das Produktionspotenzial. Und 20 Prozent betrüge der Anteil, der auch unter günstigsten Voraussetzungen weiterhin importiert werden müsste.
Von allen Energieträgern hat gemäss Studie die Sonne das grösste Potenzial. Würden alle geeigneten Dachflächen genutzt, könnten über 800 GWh Energie generiert werden. Weitere vielversprechende Energieträger sind Holz, Biomasse sowie Umweltwärme. Potenzial bieten auch neue Windkraftanlagen sowie Ausbau oder «punktueller» Neubau von Wasserkraftanlagen. Thomas Müller von Holzenergie Emmental pries das Emmental als «holzreichste Region Europas». Auf 20 000 Hektaren würden jährlich 200 000 Kubikmeter nachwachsen. Würde optimal Energie gespart, könnte mit dem Potenzial von 420 GWh die benötigte Wärmeenergie mehr als gedeckt werden.
Geschäftsstelle in Trubschachen
Die Studie soll nicht wirkungslos bleiben. Um die regionalen erneuerbaren Energieressourcen zu fördern und die Verbrauchseffizienz zu verbessern, wird demnächst die Energieregion Emmental gegründet. Sie besteht aus einem Netzwerk regionaler Akteure, welche «konkrete Ziele formulieren» wollen, wie es hiess. Als Träger des neuen Gebildes fungiert der Verein Energie plus! in Langnau. Als Marke wird das bereits lancierte «Oil of Emmental» verwendet. Im Oberaargau ist noch kein solches Netzwerk vorgesehen. Projektleiter der Energieregion ist Umwelt-Fachmann Anton Küchler, der in Trubschachen das Büro «Weichen stellen» führt. Geplant ist, dort eine Geschäftsstelle einzurichten. Mittelfristig möchte die Energieregion ein Geschäftsfeld entwickeln, aus dem heraus sie ihre Tätigkeit finanzieren kann. Entsprechende Ideen sollen mit anderen Energieregionen der Schweiz, von denen es bereits einige gibt, entwickelt werden.
(Der Bund)